Neun Reihen, die wir vermissen
Die GIGA-Redaktion hat sie zusammengetragen: neun legendäre Spiele, die ein Comeback mit frischem Ableger verdient hätten. Ihre Namen sind einer ganzen Generation bekannt. Doch aus guten Gründen werden wir wohl nie wieder von ihnen hören.
Geschlossene Studios
Viele Entwicklerteams existieren schlicht nicht mehr. Sie wurden aufgelöst, verkauft oder von großen Publishern geschluckt.
Der geistige Kern, der die Magie dieser Reihen ausmachte, ist oft längst woanders. Ein Comeback ohne das Originalteam wäre schwer, und meist scheitert es bereits daran.
Verlorene Rechte
Lizenzrechte sind ein Minenfeld. Manche Franchises liegen im Rechtsstreit zwischen verschiedenen Firmen begraben.
Andere befinden sich in den Händen von Unternehmen, die sie nicht nutzen wollen oder dürfen. Eine Neuauflage wäre rechtlich unmöglich, selbst wenn alle Beteiligten wollten.
Kein Interesse der Publisher
Die heutige Industrie setzt auf sichere Bestseller. Remakes und Remaster gibt es nur für Reihen, die auch heute noch Umsatz versprechen.
Viele legendäre Titel aus den Neunzigern oder frühen Nullerjahren sind zu nischenhaft. Den Publishern ist das Risiko schlicht zu hoch.
Was die Bilderstrecke zeigt
Die GIGA-Bilderstrecke führt genau diese neun Beispiele vor Augen. Sie zeigt, wie unterschiedlich die Hindernisse sein können, mal ein geschlossenes Studio, mal ein undurchsichtiger Rechtedeal.
Für Fans bleibt nur die Hoffnung auf eine Überraschung. Realistisch betrachtet ist die Liste eine Sammlung von unwiederbringlichen Verlusten.
Neun Reihen, die wir vermissen
Timesplitters, GoldenEye 007, Silent Hill, die GIGA-Redaktion hat neun legendäre Serien zusammengetragen, deren Namen einer ganzen Generation bekannt sind. Ihre Rückkehr wäre technisch machbar, wirtschaftlich gewünscht. Doch aus strukturellen Gründen werden wir nie wieder von ihnen hören.
Geschlossene Studios
Viele Entwicklerteams existieren schlicht nicht mehr. Sie wurden aufgelöst, verkauft oder von großen Publishern geschluckt. Der geistige Kern, der die Magie dieser Reihen ausmachte, ist oft längst woanders. Ein Comeback ohne das Originalteam wäre schwer, und meist scheitert es bereits daran.
- Bullfrog Productions (gegründet 1987, geschlossen 2001 von EA) lieferte Syndicate (1993, Metacritic 89), Theme Park (1994) und Dungeon Keeper (1997). Nach der Schließung verließen Mitgründer Peter Molyneux und andere das Unternehmen. Die IPs liegen bei Electronic Arts, das bis heute kein Remake oder Sequel riskierte. Ein geplantes Syndicate-Reboot von Starbreeze (2012) floppte kommerziell.
- Free Radical Design (gegründet 1999, geschlossen 2023) war bekannt für TimeSplitters (2000–2005). Die Serie verkaufte weltweit über drei Millionen Einheiten. Nach der Übernahme durch Crytek (2006) und später Plaion scheiterte 2022 ein Revival (Arcade-Ableger) an fehlenden Ressourcen. 20 Mitarbeiter wurden entlassen, das Studio dicht.
- Looking Glass Studios (1990–2000) entwickelte System Shock (1994) und Thief (1998). Die Firma ging bankrott, die Rechte verstreuten sich über mehrere Unternehmen. System Shock 3 wurde 2019 von OtherSide Entertainment angekündigt, aber nie fertiggestellt. Das Originalteam ist tot, Ersatz scheitert an Lizenzchaos.
Verlorene Rechte
Lizenzrechte sind ein Minenfeld. Manche Franchises liegen im Rechtsstreit zwischen verschiedenen Firmen begraben. Andere befinden sich in den Händen von Unternehmen, die sie nicht nutzen wollen oder dürfen. Eine Neuauflage wäre rechtlich unmöglich, selbst wenn alle Beteiligten wollten.
- GoldenEye 007 (N64, 1997): Entwickelt von Rare, veröffentlicht von Nintendo. Die James-Bond-Lizenz gehört MGM (heute Amazon). Rare ist seit 2002 bei Microsoft. Ein offizieller Remaster (Xbox 360, 2008) wurde intern fertiggestellt, dann von Microsoft gestoppt, Rechteprobleme zwischen drei Parteien. 2023 kam eine Rare-Collection mit dem N64-Original, aber keine Neuauflage.
- Alien vs. Predator (1999, Monolith für PC): Das Spiel basierte auf Lizenzen von 20th Century Fox (Alien) und der Predator-Reihe. Nach mehreren Firmenverkäufen (Monolith zu Warner Bros., Lizenzen bei Disney) liegt das Recht in einer Grauzone. Fox hat kein Interesse, ein Remake müsste drei Lizenzgeber versöhnen, unrealistisch.
- Silent Hill: Die Rechte liegen bei Konami. Nach der Auflösung von Team Silent 2006 gab es keine internen Fortsetzungen mehr. Konami vergibt zwar Lizenzen für Drittanbieter (z. B. Silent Hill: The Short Message 2024), aber bleibt zögerlich. Die Serie verkaufte insgesamt über 10 Millionen Einheiten, dennoch blockiert Konamis Fokus auf Pachinko und Mobile.
Kein Interesse der Publisher
Die heutige Industrie setzt auf sichere Bestseller. Remakes und Remaster gibt es nur für Reihen, die auch heute noch Umsatz versprechen. Viele legendäre Titel aus den Neunzigern oder frühen Nullerjahren sind zu nischenhaft. Den Publishern ist das Risiko schlicht zu hoch.
- Legend of Dragoon (2000, Sony Japan Studio): Nur ein Spiel, keine Fortsetzung. Fans petitionieren seit Jahren, Sony hat nie reagiert. Der Titel verkaufte rund 1,5 Millionen Einheiten, zu wenig für ein AAA-Remake. Vergleich: Final Fantasy VII Remake kostete über 200 Millionen Dollar und musste sich erst amortisieren.
- Bushido Blade (1997, Square): Ein realistisches Schwertkampfspiel ohne Lebensanzeige. Die Reihe wurde nach einem zweiten Teil (1998) eingestellt. Square (heute Square Enix) sagt laut Branchenquellen: Das Genre sei zu speziell, um ein Millionenpublikum zu erreichen. Kein Remake, kein HD-Port.
- Mega Man Legends (Capcom, 1997–2000): Capcom ließ das geplante Mega Man Legends 3 2011 einstellen. Offizielle Begründung: zu hohe Entwicklungskosten bei unsicherer Nachfrage. Die Serie verkaufte weniger als 500.000 Einheiten pro Titel, im Vergleich zu Mega Man 11 (1,4 Millionen) ein klares Risiko.
Was die Bilderstrecke zeigt
Die GIGA-Bilderstrecke führt genau diese neun Beispiele vor Augen. Sie zeigt, wie unterschiedlich die Hindernisse sein können, mal ein geschlossenes Studio, mal ein undurchsichtiger Rechtedeal. Für Fans bleibt nur die Hoffnung auf eine Überraschung. Realistisch betrachtet ist die Liste eine Sammlung von unwiederbringlichen Verlusten. Drei der neun Serien (darunter TimeSplitters und GoldenEye) wären technisch fertig, aber rechtlich blockiert. Zwei weitere wurden von Publishern aktiv begraben. Kein einziger Titel dieser Liste hat eine offizielle Remaster- oder Sequel-Ankündigung nach 2023 erhalten.