Erster Eindruck: Günstiger Preis, aber leise Töne
Glorious wagt mit dem GHS Wireless InfinitePlay den Sprung in den kabellosen Audiomarkt. Das Headset lockt mit einem niedrigen Preis und einem wechselbaren Akku, bleibt akustisch jedoch hinter den Erwartungen zurück.
Hintergrund: Glorious betritt Neuland
Glorious PC Gaming Race, gegründet 2014 in Austin, Texas, machte sich mit leichten Gaming-Mäusen wie der Model O (2019) einen Namen. Das GHS Wireless ist das erste Headset des Herstellers, ein Branchenneuling im Audiosegment.
Vor dem Headset hatte Glorious ausschließlich Peripherie im Angebot: Mäuse, Tastaturen und Mauspads. Der Einstieg in den Audiomarkt erfolgte nach eigenen Angaben, um ein komplettes Gaming-Ökosystem zu schaffen.
Das GHS Wireless InfinitePlay nutzt 40-mm-Neodym-Treiber, eine typische Größe für Gaming-Headsets dieser Preisklasse. Die Reichweite der 2,4-GHz-Verbindung beträgt 12 Meter im Innenbereich.
Die Features des Glorious GHS Wireless InfinitePlay
- Wechselbarer Akku: Ein modulares Batteriesystem erlaubt den schnellen Tausch leerer Akkus gegen volle.
- Niedriger Preis: Der Einstiegspreis liegt deutlich unter dem etablierter Wireless-Headsets.
- Premium-Features: Trotz des günstigen Preises verbaut Glorious Funktionen, die sonst teureren Modellen vorbehalten sind.
Die große Schwäche ist die maximale Lautstärke. Für actionreiche Spiele oder laute Multiplayer-Sessions fehlt die nötige Power.
Technische Daten im Detail
Der wechselbare Akku fasst 1500 mAh und soll laut Hersteller 20 Stunden Laufzeit bieten, unterdurchschnittlich für Wireless-Headsets, von denen viele 30 Stunden oder mehr erreichen. Der Vorteil liegt im schnellen Tausch gegen einen geladenen Ersatzakkku.
Die maximale Lautstärke liegt bei gemessenen 92 dB SPL, wie Tests von rting.com ergaben. Zum Vergleich: Das SteelSeries Arctis 7+ schafft 105 dB, das HyperX Cloud Alpha Wireless 98 dB.
Das Headset wiegt 280 Gramm, bleibt damit leichter als viele Konkurrenten (Arctis 7+: 290 g, Cloud Alpha Wireless: 335 g). Die Ohrmuscheln sind mit Kunstleder bezogen, das Mikrofon abnehmbar.
Preis-Leistungs-Verhältnis vs. SteelSeries
- Vorteil: Der Akku-Wechsel ist ein echter Pluspunkt, kein Aufladen während langer Zock-Sessions.
- Nachtteil: Die geringe Lautstärke macht das Headset für kompetitive Shooter weniger geeignet. SteelSeries-Modelle liefern mehr Volumen und Druck.
Das GHS Wireless InfinitePlay ist kein vollwertiger Ersatz für ein Headset von SteelSeries. Dafür fehlt ihm die klangliche Durchsetzungsfähigkeit.
Branchenkontext: Preis und Positionierung
Mit einem UVP von 79,99 Euro unterbietet Glorious etablierte Wireless-Headsets deutlich. Das SteelSeries Arctis 7+ kostet 179 Euro, das Logitech G Pro X Wireless 169 Euro.
Der wechselbare Akku ist in diesem Preissegment selten. Bisher boten nur High-End-Modelle wie das SteelSeries Arctis Nova Pro Wireless (349 Euro) oder das Astro A50 X (379 Euro) Hot-Swap-fähige Batterien.
Glorious verzichtet auf eine Ladestation und setzt stattdessen auf einfache Akkuträger. Drei Ersatzakkus kosten 19,99 Euro im Set. Die geringe Lautstärke bleibt der größte Kompromiss gegenüber teureren Headsets.
Lautstärke als Achillesferse
Die Treiber arbeiten sauber, doch die maximale Lautstärke enttäuscht. Besonders Explosionen oder dichte Soundkulissen wirken unterdimensioniert.
Gamer, die in ruhigen Singleplayer-Titeln unterwegs sind, bekommen ein solides Paket mit flexibler Akkulaufzeit. Wer aber Wert auf kraftvollen Sound legt, sollte zum Konkurrenzprodukt greifen.
Messergebnisse im Überblick
Der Frequenzgang des GHS zeigt eine leichte Absenkung im Tiefbass unter 60 Hz. Der Klirrfaktor liegt unter 1 Prozent bei 80 dB, steigt aber bei maximaler Lautstärke auf 3 Prozent an.
Das Kondensatormikrofon liefert klare Sprachaufnahmen, allerdings mit einem schmalen Frequenzbereich zwischen 100 Hz und 8 kHz. Die Abtastrate beträgt 16 Bit bei 48 kHz. Das reicht für Sprachchat, aber nicht für Streaming.