Charts-Eroberung auf Prime Video
Nach vier Jahren stürmt eine durchaus umstrittene Videospielverfilmung die Streaming-Charts von Amazon Prime Video. Das Action-Abenteuer findet ein neues Publikum.
Studio-Historie: Naughty Dog und Sony Pictures
Die Spielvorlage der Verfilmung stammt von Naughty Dog, einem Studio aus Santa Monica. Das Team um Neil Druckmann und Bruce Straley hatte zuvor mit der Jak & Daxter-Serie (2001–2005) Plattformerfahrung gesammelt. Naughty Dogs Durchbruch als Erzähler kam mit Uncharted: Drake's Fortune (2007), dem ersten Teil der später verfilmten Reihe. Den Film produzierte Sony Pictures unter dem Banner von Columbia Pictures. Sony hatte zuvor schon gemischte Erfahrungen mit Videospieladaptionen: Resident Evil (2002–2016) war kommerziell erfolgreich, aber kritisch verrissen. Tomb Raider (2018) mit Alicia Vikander floppte an den Kinokassen (274 Mio. Dollar bei 90 Mio. Budget).
Frühere Releases der Uncharted-Reihe
Die Spielereihe umfasst vier Haupttitel und ein Spin-off: Uncharted: Drake's Fortune (2007, PS3), Uncharted 2: Among Thieves (2009, PS3), Uncharted 3: Drake's Deception (2011, PS3) und Uncharted 4: A Thief's End (2016, PS4). Dazwischen erschien Uncharted: The Lost Legacy (2017, PS4) mit einer neuen Protagonistin. Die Gesamtverkäufe der Serie liegen bei über 44 Millionen Einheiten weltweit (Stand 2023). Der Film adaptiert lose Elemente aus dem dritten und vierten Spiel, kombiniert sie mit einer Vorgeschichte zu Nathan Drakes Jugend, eine Entscheidung, die Puristen verärgerte.
Die Kontroverse
- Der Film sorgte bei seinem Release für geteilte Meinungen.
- Einige Fans kritisierten die Veränderungen gegenüber der Spielvorlage.
- Andere Zuschauer feierten das Werk als unterhaltsames Action-Kino.
Begeistertes Fan-Statement
Die Schlagzeile von GIGA zitiert einen enthusiastischen Zuschauer: „Ich habe alles an diesem Film geliebt!“ Dieser Satz bringt die Begeisterung eines Teils des Publikums auf den Punkt.
Zeitpunkt des Erfolgs
Der Film startete ursprünglich vor vier Jahren in den Kinos. Jetzt, im Juli 2026, erlebt er ein spätes Comeback auf Prime Video.
Konkrete Zahlen und Daten
Der Film kostete 120 Millionen Dollar und spielte weltweit 407 Millionen Dollar ein, ein solider Erfolg, aber unter den Erwartungen von Sony. Zum Vergleich: Sonic the Hedgehog 2 (2022) erzielte bei 110 Mio. Budget 405 Mio. Dollar, The Last of Us-Serie (2023) erreichte 8,2 Mio. Zuschauer pro Folge. Auf Prime Video verdrängt die Verfilmung aktuell Road House (2024) und The Boys-Serienepisoden aus den Top 10 der deutschen Charts. Die genauen Streaming-Minuten wurden von Amazon nicht veröffentlicht, aber externe Dienstleister wie FlixPatrol melden einen Sprung von Platz 47 auf Platz 3 innerhalb einer Woche.
Branchenkontext: Videospielverfilmungen nach 2020
Seit dem Überraschungserfolg von Detective Pikachu (2019, 433 Mio. Dollar) und Sonic the Hedgehog (2020, 319 Mio.) investieren Studios massiv in Adaptionen. Super Mario Bros. Movie (2023) brach mit 1,36 Milliarden Dollar alle Rekorde. Gleichzeitig scheiterten ambitionierte Projekte wie Borderlands (2024, 30 Mio. Einspiel bei 100 Mio. Budget). Die Uncharted-Verfilmung profitiert jetzt von der gestiegenen Akzeptanz des Genres: Zuschauer, die 2022 noch zögerten, geben dem Film im Stream eine zweite Chance, auch weil Prime Video keine zusätzlichen Kosten verlangt.
Zweite Chance im Stream
Prime Video macht den Titel für alle Abonnenten zugänglich. Wer die Verfilmung damals verpasst hat, kann sie nun nachholen. Die Charts belegen die unerwartete Popularität.
Keine offizielle Stellungnahme
Amazon hat sich nicht zum Charts-Aufstieg geäußert. Die Videospielverfilmung bleibt ein Diskussionsthema in der Gaming-Community.