Ein Tool, das man seiner GPU nicht antun möchte
PCGamer hat ein Werkzeug für einen Härtetest genutzt, den die meisten Nutzer instinktiv meiden. Die RTX 4070 Super stieß dabei an ihre physikalischen Grenzen, während das gesamte System akustisch und thermisch reagierte.
Was diesen Stresstest so besonders macht
Das verwendete Tool, FurMark 2, ist der Nachfolger eines Programms, das seit über 15 Jahren als Standard für GPU-Belastungstests gilt. Das französische Entwicklerstudio Geeks3D hat dieses Tool speziell für die OpenGL- und Vulkan-API-Schnittstellen optimiert.
- Es erzeugt eine künstliche Last, die über das Niveau moderner Triple-A-Titel hinausgeht.
- Die Software berechnet komplexe Fur-Rendering-Algorithmen (Pelz-Simulationen), um die GPU-Auslastung auf 100 Prozent zu fixieren.
- Selbst Systeme mit effizienten Netzteilen erreichen hier Leistungsaufnahmen, die weit über den Werten in realen Spieleszenarien liegen.
Eine Haupt-GPU im Ausnahmezustand
Die RTX 4070 Super basiert auf der AD104-Grafikchip-Architektur von Nvidia und besitzt eine TGP (Total Graphics Power) von etwa 220 Watt. Unter der Last des Stresstests stieg die Leistungsaufnahme sprunghaft an, was die Lüftersteuerung der Karte zur maximalen Drehzahl zwang.
Der Redakteur beschreibt das Geräusch als ein "Schreien", was technisch durch hochfrequente Schwingungen der Spannungswandler, das sogenannte Spulenfiepen, verursacht wird.
- Die Spulen auf dem PCB (Printed Circuit Board) vibrieren durch den schnellen Stromfluss bei hoher Belastung.
- Diese Schwingungen werden durch die Gehäusekonstruktion oft verstärkt.
- Die Lüfter der RTX 4070 Super drehen bei solchen Tests meist mit über 2.500 Umdrehungen pro Minute.
Das Haupt-Gaming-Rig wirkt wie ein Chump
Das genutzte Testsystem, ein Highend-PC, demonstriert durch diesen Test die Diskrepanz zwischen theoretischer und praktischer Last. Im Vergleich zu FurMark 2 nutzen aktuelle Spiele wie Cyberpunk 2077 mit aktiviertem Path Tracing die GPU zwar intensiv, variieren jedoch ständig in der Rechenlast.
- Ein Spiel kalkuliert Physik, KI und Input-Verarbeitung, was die GPU regelmäßig entlastet.
- Der Stresstest hingegen schickt konstant Datenpakete an die Shader-Einheiten.
- Das Ergebnis ist eine konstante Hitzeentwicklung, die selbst leistungsstarke Gehäuselüfter überfordert.
Stresstests: Fluch oder Segen?
Die Historie von Stresstests wie FurMark oder OCCT zeigt eine klare Entwicklung. Während frühe Versionen lediglich die Stabilität prüften, messen heutige Tools präzise Werte wie die Hot-Spot-Temperatur und die VRAM-Temperatur.
- FurMark 2 bietet nun erweiterte Funktionen wie den Vergleich von Vulkan- und OpenGL-Benchmarks.
- Frühere Versionen der Software waren oft berüchtigt dafür, Schutzmechanismen der GPU zu umgehen und Hardware-Schäden zu verursachen.
- Moderne Grafikkarten verfügen über ein Power-Limit, das durch das BIOS der Karte fest definiert ist und bei Erreichen kritischer Temperaturen sofort den Takt senkt.
Warum man sich das freiwillig antut
Übertakter nutzen solche Tools, um das sogenannte Silicon Lottery-Potenzial auszuloten. Eine RTX 4070 Super lässt sich beispielsweise mit Tools wie MSI Afterburner untervolten, um die Leistungsaufnahme zu senken, ohne Performance zu verlieren.
- Ein erfolgreicher Durchlauf von 30 Minuten garantiert, dass die Grafikkarte auch bei stundenlangen Gaming-Sessions nicht abstürzt.
- Es lassen sich thermische Engpässe im Gehäuse identifizieren, die den Luftstrom behindern.
- Wer die maximale Übertaktung sucht, findet durch den Stresstest die Grenze, an der Bildfehler oder Systemabstürze auftreten.
Danach ist nichts mehr wie vorher
Nach dem Test bleibt die Erkenntnis, dass die RTX 4070 Super innerhalb ihrer Spezifikationen operiert, aber akustisch keine Reserven bietet. Die Hardware hat die Tortur ohne dauerhafte Schäden überstanden.
- Moderne Schutzschaltungen verhindern ein thermisches Durchbrennen der GPU.
- Das Ego des Testers bleibt die einzige Komponente, die durch das laute Lüftergeräusch und die hohen Stromverbrauchswerte belastet wird.
- Die Karte erreichte im Test eine Temperatur von 78 Grad Celsius bei einer Raumtemperatur von 22 Grad.