Ein Abgang wie im Film
Hideo Kojima ist bekannt für cineastische Inszenierungen in Spielen wie Metal Gear Solid oder Death Stranding. Der bekennende Filmfan gab nun in einem Gespräch einen höchst ungewöhnlichen letzten Wunsch preis.
- Der Director möchte im Kino sterben, genau in dem Moment, wenn der Film beginnen soll.
- Das verriet er laut IGN selbst; ein typischer Kojima-Moment zwischen Ernst und Ironie.
Kinosessel statt Friedhof
Für Kojima ist das Kino der heiligste Ort. Wer seine Werke kennt, weiß: Lange Zwischensequenzen, filmische Kamerafahrten und Zitate aus Klassikern prägen seinen Stil.
- Da liegt der Wunsch nahe, die letzte Klappe direkt vor der ersten Filmklappe zu bekommen.
- Die Vorstellung: kein Abspann, kein langsames Verblassen. Einfach schwarz, bevor die Handlung losgeht.
Mehr als ein Spruch?
Ob Kojima das ernst meint oder einfach mal wieder seine Liebe zum Film zelebriert, klar ist: Der Mann lebt und atmet Kino. Vielleicht plant er ja schon ein Spiel dazu.
- Metal Gear Solid 5 endete mit einem berüchtigten unvollendeten zweiten Kapitel.
- Death Stranding fühlte sich streckenweise wie ein interaktiver Arthouse-Film an.
Der Tod im Kinosaal vor dem ersten Frame? Klingt nach dem perfekten Kojima-Outro.
Kojima Productions: Vom Konzern zum Independent-Studio
Kojima gründete sein eigenes Studio 2005 als Tochterfirma von Konami, wo er seit 1986 arbeitete. Nach dem Bruch mit Konami 2015 machte er sich selbstständig. Das neue Kojima Productions startete mit einer Handvoll ehemaliger Kollegen in Tokio.
- Konami behielt die Rechte an Metal Gear Solid. Seitdem veröffentlicht Konami nur noch Ableger wie Metal Gear Survive (2018), das bei Fans durchfiel.
- Kojima Productions erster Titel als Independent war Death Stranding (2019), finanziert von Sony. Der zweite Teil Death Stranding 2: On the Beach erscheint 2025.
Die Film-Liebe in seinen Arbeiten
Kojimas Spiele zitieren nicht nur Filme, sie sind oft nach Filmstrukturen aufgebaut. Metal Gear Solid 4 enthielt eine 71-minütige Endsequenz, Rekord. Snatcher (1988) und Policenauts (1994) waren interaktive Anime-Cyberthriller mit vertonten Zwischensequenzen.
- Er engagierte Schauspieler wie Mads Mikkelsen, Guillermo del Toro und Norman Reedus als Motion-Capture-Darsteller. Death Stranding brachte echte Filmstars ins Spiel.
- Sein kommendes Projekt OD arbeitet er mit Horror-Regisseur Jordan Peele zusammen. Ein weiteres Spionage-Action-Spiel Physint soll an Metal Gear erinnern.
Zahlen und Marktkontext
Die Metal Gear Solid-Reihe verkaufte sich bis 2023 über 58 Millionen Mal. Metal Gear Solid 5: The Phantom Pain setzte 6 Millionen Einheiten in den ersten drei Monaten ab, trotz des unvollendeten Zustands.
- Death Stranding erreichte bis 2023 über 10 Millionen Spieler (inklusive Game Pass und Epic-Gratisversion). Das Spiel war ein finanzieller Erfolg für Sony.
- Im Vergleich dazu: Konamis eigene Versuche, die Marke ohne Kojima zu führen, scheiterten. Metal Gear Survive verkaufte weniger als 1 Million Einheiten.
- Kojima bleibt eine Nischenfigur mit Kultstatus. Seine Spiele polarisieren: Lange Zwischensequenzen und sperrige Mechaniken stoßen auf Kritik, werden aber von einer treuen Community gefeiert.