Zurück aus der Gruft
Die legendäre Anthologie-Serie Tales from the Crypt ist ab sofort ohne zusätzliche Kosten über den Streaming-Dienst Tubi abrufbar. Fans des morbiden Humors und schauriger Kurzgeschichten können die Klassiker der 90er Jahre nun erneut erleben.
Polygon hat zu diesem Anlass die zehn besten Episoden der Serie in einem Ranking zusammengefasst. Diese Auswahl dient als idealer Einstieg für Neulinge oder als nostalgischer Leitfaden für langjährige Anhänger.
Die Highlights der Serie
Die Liste der besten Episoden umfasst einige der einprägsamsten Momente der Fernsehgeschichte:
- And All Through the House: Eine nervenaufreibende Geschichte über eine Mörderin, die an Heiligabend von einem flüchtigen Patienten im Weihnachtsmannkostüm heimgesucht wird.
- The Ventriloquist's Dummy: Ein verstörendes Duell zwischen einem Bauchredner und seiner unheimlichen Puppe.
- Television Terror: Ein sensationsgieriger Moderator versucht, ein verfluchtes Haus live im Fernsehen zu erkunden.
- Cutting Cards: Ein exzessiver Wettstreit zwischen zwei Spielern, der in einer buchstäblichen Zerstückelung endet.
In Fanforen tauchen daneben regelmäßig Folgen wie The Man Who Was Death auf, die den Ton der Serie als Erstes vorgab, oder The Switch mit einem düsteren Spiel um Identität und Körperteile. Die Polygon-Auswahl greift diese Favoriten jedoch bewusst nicht alle auf; sie konzentriert sich auf die größten Schocker.
Warum das Format funktioniert
Die Stärke von Tales from the Crypt liegt in der Mischung aus makabrer Ironie und den kultigen Einleitungen durch den Crypt Keeper. Jede Episode bietet eine in sich geschlossene Erzählung mit einer moralischen Pointe.
Durch die Verfügbarkeit auf Tubi ist der Zugang zu diesen Produktionen heute einfacher als je zuvor. Die düsteren Geschichten bleiben ein fester Bestandteil der Popkultur und zeigen, wie effektiv das Anthologie-Format im Horrorgenre funktioniert.
Die Folgen dauern jeweils rund 25 Minuten und öffnen mit einer gezeichneten Comic-Szene, die direkt in die Handlung übergeht. Diese Struktur stammt aus den Vorlagen, den EC-Comics, und verleiht der Serie ihren unverwechselbaren Wiedererkennungswert.
Ein Blick auf die Produktion
Die Serie basierte auf den gleichnamigen EC Comics aus den 1950er Jahren. Bekannte Regisseure und Schauspieler nutzten die Plattform oft, um ihre eigenen, schwarzhumorigen Visionen umzusetzen.
Heute, am 9. August 2026, bietet der Streaming-Katalog von Tubi die Gelegenheit, die originalen Effekte und die typische Atmosphäre dieser Zeit direkt zu streamen. Viele der gezeigten Folgen setzen auf handgemachte Masken und praktische Effekte, die den Charme des Retro-Horrors ausmachen.
Studio-Historie: Von EC Comics zu HBO
Die EC-Comics-Reihe Tales from the Crypt erschien von 1950 bis 1955 und wurde nach der Einführung des Comics Code Authority eingestellt. Der Code untersagte Darstellungen von Horror und Gewalt in Comics, was die Reihe brotlos machte. Jahrzehnte später griffen Filmemacher die Vorlage wieder auf.
HBO produzierte die Serie von 1989 bis 1996 mit 93 Episoden in sieben Staffeln. Verantwortlich zeichneten einflussreiche Hollywood-Namen wie Richard Donner, Robert Zemeckis, Walter Hill, David Giler und Joel Silver. Donner hatte zuvor mit Die Goonies und Lethal Weapon Erfolg, Zemeckis mit Zurück in die Zukunft.
Frühere Veröffentlichungen und Ableger
Bevor HBO die Serie startete, brachte das britische Studio Amicus 1972 einen gleichnamigen Spielfilm heraus, der vier Kurzgeschichten aus den Comics verfilmte. Der Film gilt heute als Klassiker des Anthologie-Horrors und wurde 1973 mit The Vault of Horror fortgesetzt.
Zu den HBO-Ablegern zählen die Kinofilme Demon Knight (1995) und Bordello of Blood (1996), die jedoch nicht an den Erfolg der Serie anknüpften. Für Kinder entstand außerdem die Zeichentrickserie Tales from the Cryptkeeper (1993 bis 1999), die auf die blutigen Effekte verzichten musste. Die komplette Serie war bereits 2017 als 13-Disc-Box mit allen 93 Episoden erhältlich.
Branchenkontext: Anthologie-Horror im Streaming
Tubi ist ein werbefinanzierter Gratis-Dienst, der zum Fox-Konzern gehört und gezielt ältere Horror-Reihen kuratiert. Tales from the Crypt steht dort neben Serien wie The Outer Limits und The Twilight Zone, die dasselbe Kurzgeschichten-Prinzip nutzen.
Moderne Nachfolger wie Creepshow (seit 2019) von AMC übernehmen die Comic-Rahmenhandlung und den Wechsel zwischen Schrecken und Humor. Netflix zog mit Guillermo del Toro's Cabinet of Curiosities (2022) nach. Die Polygon-Rangliste der zehn besten Episoden macht deutlich, dass das alte Format auch im Streaming-Zeitalter funktioniert: Jede Folge ist einzeln konsumierbar, ein Einstieg ohne Vorkenntnisse jederzeit möglich.