Die offene Spielzeugkiste
Hot Wheels: Infinite Rush ist kein gewöhnliches Arcade-Rennspiel. Entwickler Milestone schickt die Spieler diesmal in eine weitläufige, offene Welt, die wie eine riesige Spielzeugkiste wirkt. Wir durften eine frühe Version anspielen und die erste Runde drehen.
Statt starrer Strecken gibt es offene Straßen, die sich durch eine bunte Umgebung schlängeln. Die typischen orangefarbenen Plastikschienen sind zwar noch da, aber sie sind nur ein Teil des Puzzles.
Milestone mit Sitz in Mailand ist kein Neuling im Rennspiel-Genre. Das Studio wurde 1996 gegründet und hat sich auf Motorrad- und Auto-Racer spezialisiert, darunter die Ride-Serie, die jährlichen MotoGP-Titel und Offroad-Spiele wie Gravel. Seit 2021 arbeitet der Entwickler mit Mattel zusammen. Hot Wheels Unleashed (2021) war der erste Streich: ein Arcade-Racer mit engen Schienen und einem Streckeneditor. Der Titel verkaufte sich über 2 Millionen Mal (Stand 2022). Der Nachfolger Hot Wheels Unleashed 2: Turbocharged (2023) verfeinerte das Konzept, blieb aber auf abgesteckten Kursen.
Infinite Rush bricht nun mit dieser Tradition. Die offene Welt ist ein mutiger Schritt, weg von den linearen Schienen, hin zu einer Erkundungsumgebung. Milestone setzt auf die Formel „Freie Fahrt in der Spielzeugkiste“, die an Erfolgstitel wie Forza Horizon erinnert, aber mit dem typischen Hot-Wheels-Chaos.
Was uns aufgefallen ist
- Viele Fahrzeuge: Eine ganze Suite von Spielzeugautos stand zur Auswahl, vom klassischen Muscle Car bis zum futuristischen Flitzer. Insgesamt sollen über 60 Fahrzeuge im finalen Spiel enthalten sein (laut Entwicklerangaben).
- Handling mit Physik: Die Wagen fahren sich spritzig, aber nicht unrealistisch. Loopings und Steilkurven sind die Highlights. Im Vergleich zu Hot Wheels Unleashed fühlt sich das Fahrgefühl etwas schwerer an, aber immer noch arcadelastig.
- Keine linearen Rennen: Man erkundet die Umgebung, sucht Abkürzungen und entdeckt versteckte Bereiche. Der Fokus liegt auf dem „Was passiert, wenn ich da drüben langfahre?“, ein deutlicher Bruch mit dem Rennformat der Vorgänger.
- Streckenbau-Feature fehlt: Der Editor aus Unleashed ist in dieser Preview nicht enthalten. Milestone hat noch nicht bestätigt, ob er zurückkehrt.
Erster Eindruck nach der Spielsession
Hot Wheels: Infinite Rush fühlt sich an wie eine Mischung aus Forza Horizon und der legendären Hot Wheels Turbo Racing von damals. Die offene Welt erinnert an eine überdimensionale Kinderzimmer-Landschaft, mit bunten Hindernissen und jeder Menge Kullereffekte.
Die Steuerung ist direkt und einsteigerfreundlich. Wer die Drift-Taste einmal gedrückt hat, fliegt durch die Kurven wie von Geisterhand. Milestone hat die physikalische Grundlage gut abgestimmt; die Autos haften auf den Schienen, ohne lächerlich zu wirken.
Einziges Manko: Die Preview zeigte nur einen kleinen Teil der Karte. Ob die Welt am Ende genug Abwechslung bietet, bleibt abzuwarten. Die Basis stimmt. Im Branchenvergleich steht Infinite Rush in direkter Konkurrenz zu Lego 2K Drive (2023), das ebenfalls eine offene Spielzeugwelt bietet, aber mit baubaren Fahrzeugen. Während Lego 2K Drive auf Humor und Bastelspaß setzt, konzentriert sich Milestone auf das reine Fahrgefühl und die Hot-Wheels-typischen Stunts. Mit über 60 Jahren Hot-Wheels-Geschichte und Milliarden verkaufter Matchbox-Autos ist das Franchise eine sichere Bank, die Frage ist, ob die offene Welt genug Tiefe bietet, um Spieler länger zu fesseln.