Kampfansage aus Gielinor
Während World of Warcraft sich als ewiger Primus der Online-Rollenspiele wähnt, kommt die Ansage aus einer Ecke, mit der niemand gerechnet hat: Old School RuneScape.
Die Entwickler von Old School RuneScape erheben Anspruch auf den Thron des Genres und verzeichnen stabile Zuwächse bei den aktiven Spielerzahlen.
Die Evolution von Jagex
Hinter dem Erfolg steht das britische Studio Jagex, das im Jahr 2001 von den Brüdern Andrew und Paul Gower in Cambridge gegründet wurde. Ursprünglich als kleines Indie-Projekt gestartet, entwickelte sich das Unternehmen zu einem Arbeitgeber für über 450 Mitarbeiter.
- Der Hauptsitz befindet sich bis heute im britischen Cambridge.
- Mehrere Investorenwechsel prägten die Firmenhistorie, darunter die Übernahme durch den chinesischen Fonds Zhongji Holding und aktuell die Beteiligung von CVC Capital Partners.
- Neben dem Flaggschiff erweiterte das Studio sein Portfolio durch Titel wie RuneScape Chronicles: RuneScape Legends und Block N Load.
Das Erbe des Jahres 2001
Das Franchise blickt auf eine mehr als zwei Jahrzehnte währende Geschichte zurück, die das moderne Browser- und Client-Gaming prägte.
- Das originale RuneScape erschien im Januar 2001 als Java-basiertes Browserspiel.
- Im Jahr 2004 folgte RuneScape 2, welches die technische Basis für viele heute bekannte Mechaniken legte.
- Die Veröffentlichung von RuneScape 3 im Jahr 2013 spaltete die Community durch modernisierte Grafiken und ein verändertes Kampfsystem.
- Als Reaktion auf diesen Wandel startete Jagex im Februar 2013 das Projekt Old School RuneScape auf Basis eines Server-Backups aus dem Jahr 2007.
Wirtschaftlicher Kontext und aktuelle Zahlen
Der Angriff auf den Genre-Primus basiert nicht auf leeren Worten, sondern auf messbaren Kennzahlen und stetigem Wachstum.
- Im Geschäftsjahr 2023 meldete Jagex einen Rekordumsatz von über 150 Millionen britischen Pfund.
- Die gleichzeitigen Spielerzahlen (CCU) von Old School RuneScape knackten im Jahr 2024 wiederholt die Marke von 170.000 aktiven Nutzern auf PC und Mobile-Geräten.
- Zum Vergleich: World of Warcraft verzeichnet laut Schätzungen von Analysten wie SuperData und internen Activision-Blizzard-Finanzberichten zu Stoßzeiten ähnliche, teils volatile Spielerzahlen, während Old School RuneScape seit Jahren eine kontinuierliche Aufwärtskurve zeigt.
Der Branchenvergleich
Im aktuellen Marktgeschehen der MMORPGs besetzen zwei unterschiedliche Philosophien die Spitzenplätze.
- World of Warcraft setzt auf regelmäßige Add-ons mit striktem Content-Zyklus und grafischer Modernisierung.
- Old School RuneScape vertraut auf das Polling-System, bei dem die Spielerschaft über jede einzelne Neuerung mit einer Mehrheit von mindestens 70 Prozent abstimmt.
- Direkte Konkurrenten wie Final Fantasy XIV oder The Elder Scrolls Online bedienen andere Nischen, während Old School RuneScape seine Retro-Identität als Verkaufsargument nutzt.
Im März 2024 verzeichnete Old School RuneScape auf Steam einen Allzeit-Spitzenwert von über 67.000 gleichzeitig aktiven Spielern allein auf dieser Plattform, ohne die traditionellen Desktop-Clients und mobilen App-Stores einzurechnen.