Kein Abo, kein Headset, nur Couch-Feeling
Nichts ersetzt das echte Miteinander auf der Couch. Die von GIGA präsentierte Bilderstrecke zeigt 15 Split-Screen-Spiele, die genau diesen Geist feiern. Drei Bedingungen: ein Bildschirm, zwei Controller und das Spiel selbst.
Keine Online-Abos, keine zweiten Konsolen, keine Headsets. Nur ihr und euer Sitznachbar, der gleich nebenan schreit.
Overcooked 2 stammt von Ghost Town Games, einem Studio, das 2015 gegründet wurde und mit dem ersten Overcooked 2016 über eine Million Einheiten verkaufte. Der Nachfolger legte 2018 nach und erreichte 2,5 Millionen Verkäufe auf Switch, PS4, Xbox One und PC. Die Serie etablierte das Chaos-Koch-Genre als festen Couch-Koop-Begriff.
Streets of Rage 4 entstand bei Dotemu (Paris) und Lizardcube (Frankreich). Dotemu hatte zuvor die Wonder Boy: The Dragon’s Trap-Neuauflage und Windjammers 2 veröffentlicht. Streets of Rage 4 verkaufte sich bis 2022 über 2,5 Millionen Mal, ein Indiz für die anhaltende Nachfrage nach klassischen Beat-’em-ups mit Splitscreen.
Was die Auswahl so besonders macht
- Echte Nähe: Kein Voice-Chat, ihr hört das Fluchen direkt.
- Keine Extrakosten: Ein Spiel, ein Bildschirm, alles läuft lokal.
- Split-Screen-Klassiker: Vom Racing bis zum Beat‘em-up, die Liste deckt alle Genres ab.
Die Spiele stammen aus unterschiedlichen Epochen. Viele sind moderne Neuauflagen alter Perlen. Wer denkt, lokaler Mehrspieler sei tot, wird hier eines Besseren belehrt.
It Takes Two von Hazelight Studios (Stockholm) verkaufte sich über zehn Millionen Mal und gewann 2021 den Game Award als Spiel des Jahres. Das Studio um Josef Fares hatte zuvor A Way Out (3 Millionen Verkäufe) und Brothers: A Tale of Two Sons veröffentlicht. It Takes Two ist strikt auf Zwei-Spieler-Koop ausgelegt und erzwingt die physische Anwesenheit des zweiten Spielers, ohne Online-Fallback.
Cuphead von Studio MDHR (Kanada) landmarkierte 2017 mit 6 Millionen verkauften Exemplaren und bewies, dass ein handgezeichneter, schwerer Couch-Koop-Shooter ein Massenpublikum findet. Die Entwickler hatten zuvor nur Browser-Spiele gemacht.
Warum Couch-Koop wieder Hochkonjunktur hat
Nach Jahren der Online-Fokussierung sehnen sich Spieler nach analogem Miteinander. Mario Kart 8 Deluxe, Overcooked 2 oder Streets of Rage 4 beweisen, dass Split-Screen immer noch funktioniert. Die Formel ist simpel: ein Sofa, zwei Controller, gemeinsame Zeit.
Die 15 Spiele in der GIGA-Galerie setzen genau darauf. Kein Firlefanz, nur purer Spielspaß für zwei.
Mario Kart 8 Deluxe auf der Switch ist eine erweiterte Portierung des Wii-U-Originals (2014) und hat sich bis Januar 2023 über 51 Millionen Mal verkauft, das meistverkaufte Rennspiel aller Zeiten. Die lokale Mehrspieler-Option für bis zu vier Spieler ist ein Hauptgrund für diesen Erfolg. Das Switch-Ökosystem begünstigt Couch-Koop: Kein Abo nötig, zwei Joy-Con reichen.
Rayman Legends (Ubisoft Montpellier, 2013) wurde ursprünglich als Wii-U-Launchtitel konzipiert und später auf andere Plattformen portiert. Das Spiel hatte über 10 Millionen Spieler erreicht (inklusive Stadia-Version) und gilt als Referenz für lokales Plattform-Koop mit bis zu vier Spielern.
Branchenkontext: Vom Nischenphänomen zur Wiederbelebung
Die Verkaufszahlen sprechen eine klare Sprache: Lokaler Koop ist kein Nischenfeature mehr. It Takes Two allein hält den Rekord für die höchste Wertung auf Metacritic (88/100) für ein reines Koop-Spiel. Der Erfolg hat Publisher und Entwickler überzeugt. Sackboy: A Big Adventure (Sumo Digital, 2020) und The Binding of Isaac: Four Souls (Nicalis) zeigen, dass Couch-Koop auch in neuen IPs funktioniert.
Während große Online-Plattformen wie Fortnite und Call of Duty auf Matchmaking setzen, bleibt der lokale Multiplayer für kleinere Studios ein profitabler Boden. Digitale Vertriebswege wie Steam ermöglichen es, Titel direkt an die Zielgruppe zu bringen, ohne Retail-Zwischenhändler.
Im Februar 2023 erreichte It Takes Two auf Steam einen gleichzeitigen Spielerrekord von über 50.000, ein Indiz, dass Couch-Koop im Zeitalter von Crossplay und Cloud-Gaming seinen Platz behauptet.