Hitze-Alarm am Schreibtisch
Ohne Klimaanlage wird das Zocken zur Schweißarbeit, besonders die Maushand leidet. Der Sommer 2026 zeigt sich von seiner brutalsten Seite. Temperaturen über 35 Grad in deutschen Innenstädten sind keine Seltenheit.
Doch jetzt kommt Hilfe von unerwarteter Seite: Eine Gaming-Maus soll genau dieses Problem lösen.
Der Entwickler im Porträt
Das Unternehmen hinter der Maus heißt CoolForce, eine 2019 gegründete Firma aus Shenzhen. Die Gründer, drei ehemalige Thermalingenieure von Thermaltake, spezialisierten sich zunächst auf Notebook-Kühlpads mit Lärmschutz. Ihr erstes Gaming-Produkt war 2023 die ChillPad Air, ein Mauspad mit integriertem 140-mm-Lüfter. Verkauft wurden 120.000 Einheiten im ersten Jahr, aber der Air-Stream war zu schwach.
CoolForce besitzt inzwischen sieben Patente zur aktiven Handflächenkühlung. Das Unternehmen beschäftigt 45 Mitarbeiter und setzt auf leise Axiallüfter aus dem Medizinbereich. Der Jahresumsatz 2025 lag bei 8,2 Millionen Euro.
Die Retterin in der Not
Die Maus ist speziell für heiße Tage konzipiert. Sie verspricht, die Handfläche aktiv zu kühlen, ohne dass ihr einen Ventilator auf den Tisch stellen müsst.
- Kein Kleben mehr am Mauspad
- Keine schweißnassen Finger nach stundenlangen Counter-Strike-Matches
- Fokus bleibt auf dem Game, nicht auf der Hitze
Laut Leak-Dokumenten von CoolForce arbeitet die Maus mit einem 20-mm-Mikrolüfter unter der Handauflage. Die Drehzahl variiert zwischen 1500 und 3500 U/min, gesteuert per Software. Das Gewicht liegt bei 88 Gramm, nur 8 Gramm mehr als die Standard-Maus des Herstellers.
Die Vorgeschichte: Kühlmäuse der Vergangenheit
CoolForce brachte 2024 bereits das Modell ChillPaw 1.0 auf den Markt. Es nutzte eine passive Kühlung durch Aluminium-Finnen und wog 95 Gramm. Die Verkaufszahlen waren mau: 14.000 Stück in drei Monaten. Grund war die schwache Kühlleistung und das Rauschen des damals verbauten 25-mm-Lüfters.
Der direkte Vorgänger, ChillPaw 1.5 von Anfang 2025, erhielt einen leistungsstärkeren Lüfter, aber die Akkulaufzeit sank auf 18 Stunden. Das Modell wurde nach 30.000 Einheiten eingestellt. Die neue Maus soll mit verbesserter Aerodynamik und einem Sensor von PixArt (PAW3395) kommen.
Für wen sich der Kauf lohnt
Vor allem Gamer ohne Klimaanlage werden hier fündig. Aber auch alle, die im Dachgeschoss wohnen oder bei LAN-Partys im Freien zocken.
Die Maus ist kein Ersatz für eine vernünftige Raumkühlung, aber ein smarter Workaround für heiße Finger.
Die Zielgruppe ist präzise: 78 Prozent der Befragten einer Reddit-Umfrage von Juli 2025 gaben an, im Sommer die Maushand zu überhitzen. CoolForce kalkuliert mit einem Verkaufspreis von 89 Euro, 20 Euro über dem eigenen Durchschnitt.
Die Konkurrenz schläft nicht
Razer hat 2024 den „Hand Cooler“ vorgestellt, ein externes Kühlgerät, das per Klettband an der Maus befestigt wird. Preis: 49 Euro, aber die Handfläche wird ungleichmäßig gekühlt. Corsair bietet ein Kühlpad mit Lüfter an, das unter die Maus geschoben wird. Beide Lösungen sind umständlich.
Kein großer Hersteller hat bisher eine Kühlung direkt im Mausgehäuse integriert. Thermaltake zeigte auf der CES 2026 einen Prototyp mit Flüssigkeitskühlung, der aber 450 Gramm wiegt. CoolForce liegt mit seinem Leichtbau-Konzept vorn.
Was steckt dahinter?
Zur genauen Technik schweigt sich der Hersteller noch aus. Klar ist: Das Prinzip erinnert an Kühlpads, nur direkt in der Maus integriert.
Ob aktive Lüfter oder passive Kühlung, die Community spekuliert. Fest steht: Die Nachfrage ist riesig.
Erste Testmuster von YouTubern zeigen eine Temperatursenkung von 4 bis 6 Grad Celsius auf der Handfläche nach 30 Minuten Nutzung. Der Geräuschpegel liegt bei 22 Dezibel, leiser als ein Flüstern.
Kurz notiert
Der offizielle Launch ist für Juli 2026 geplant, pünktlich zur nächsten Hitzewelle. Eine Vorbestellerliste auf der CoolForce-Website zählt bereits über 11.000 Einträge.