Dinosaurier-Hype trifft auf unterschätzte Tiefe
Die Warhammer-Community fiebert seit Monaten den Exodite Eldar entgegen. Endlich reiten wir auf Dinosauriern durchs 41. Jahrtausend, ein Traum für jeden Fan. Doch der aktuelle Hype um die imposanten Reittiere verdeckt etwas viel Wertvolleres: die Kampagne von Kill Team: Exodite.
GamesRadar+ hat schon getestet und berichtet: Der Einzelspieler- und Koop-Modus ist eine echte Überraschung. Während alle über die Dinos diskutieren, sitzt hier eine gut gemachte, taktische Kampagne im Schatten.
Warum die Kampagne funktioniert
Der Kern des Erlebnisses sind zwei Elemente, die in modernen Warhammer-Spielen oft zu kurz kommen:
- Verzweigte Storyline: Jede Entscheidung in den Missionen verändert den weiteren Verlauf. Kein linearer Hindernislauf, sondern echte Konsequenzen.
- Upgrade-System: Die Ausrüstung eurer Kill Teams lässt sich nach und nach verbessern. Das motiviert zum Wiederspielen und Experimentieren.
Die Mischung erinnert an klassische XCOM-artige Taktikspiele, aber mit der düsteren Warhammer-Atmosphäre. Die Entwickler haben verstanden, dass eine gute Kampagne nicht nur aus hübschen Zwischensequenzen besteht.
Entwickler: Complex Games und ihre Handschrift
Complex Games aus Nottingham entwickelte bereits Warhammer 40,000: Chaos Gate, Daemonhunters (2022) und Battlesector (2021). Beide Titel setzten auf rundenbasierte Taktik mit einer starken Kampagnenstruktur. Chaos Gate erreichte auf Metacritic 82 Punkte und verkaufte sich über 300.000 Mal.
Der Studiofokus liegt auf nicht-linearer Missionsgestaltung und persistenten Upgrades. Kill Team: Exodite übernimmt dieses Design, verkleinert den Maßstab aber auf eine Einheit statt einer ganzen Armee. Die Exodite Eldar sind eine Nischenfraktion, die im Tabletop kaum Beachtung fand.
Die Entwicklung dauerte rund zwei Jahre. Complex Games arbeitete eng mit Games Workshop zusammen, um die Lore der Exodite korrekt darzustellen. Das Team bestand aus etwa 40 Personen.
Einordnung in das Genre der Warhammer-Taktikspiele
Das Warhammer-Universum hat in den letzten Jahren mehrere taktische Spiele hervorgebracht. Warhammer 40,000: Mechanicus (Bulwark, 2018) fokussierte auf das Adeptus Mechanicus, Battlesector auf die Blood Angels. Kill Team: Exodite besetzt eine Lücke: die Exodite Eldar wurden nie zuvor in einem Videospiel porträtiert.
Vergleichbare Releases wie Gears Tactics (2020) oder Phoenix Point (2019) zeigen den Trend zu taktischen Kampagnen mit Entscheidungsfreiheit. Kill Team: Exodite liegt preislich mit 29,99 Euro unter den AAA-Titeln, bietet aber ähnliche Spieltiefe. Eine Demo auf der Steam Next Fest erreichte 80% positive Bewertungen.
Das Spiel erscheint am 15. November 2024. Vorbesteller erhalten einen Bonus-Skin für die Dinosaurier-Reittiere. Die Kampagne umfasst 12 Missionen, jede mit mehreren Pfaden.
Für wen lohnt sich der Kauf?
- Solo-Spieler: Die Kampagne ist knackig, aber fair. Kein stumpfes Durchballern, sondern Positionsspiel und Ressourcenmanagement.
- Co-op-Fans: Im 2-Spieler-Koop wird die Taktik noch anspruchsvoller, Abstimmung ist Pflicht.
- Warhammer-Neulinge: Die Story erklärt die Hintergründe der Exodite, ohne dass man das Regelwerk auswendig kennen muss.
Wer nur wegen der Dinosaurier-Reiter zugreift, bekommt mehr als erwartet. Die Kampagne ist der heimliche Star dieses Titels.