Minimal-Upgrade für die PS5
Sonys neues Firmware-Update für die PS5 ist da, Version 26.04-13.60.00 hält sich gewohnt knapp. Die Patch-Notizen bestehen aus einem einzigen Satz: „Wir haben die Nachrichten und die Benutzerfreundlichkeit auf einigen Bildschirmen verbessert.“ Mehr nicht. Das sind klare, aber kleine Schritte. Wer auf große Neuerungen hofft, wird enttäuscht.
Sonys Update-Politik unterscheidet sich von Microsofts. Xbox liefert regelmäßig ausführliche Changelogs mit mehreren Punkten. Seit PS5-Launch 2020 gab es über 50 Systemupdates; die Mehrheit blieb ähnlich vage. Community-Foren wie ResetEra kritisieren fehlende Transparenz seit Jahren. Ein Vergleich: Die PS4 erhielt zwischen 2013 und 2020 etwa 40 Firmware-Updates, viele mit detaillierten Patchnotes.
Was vorher kam
Die letzten nennenswerten Updates waren für die PS5 Pro gedacht. Sie brachten eine verbesserte Version von PSSR (PlayStation Spectral Super Resolution) für die stärkere Konsole.
- Friends Activity Widget wurde überarbeitet.
- Ein Blick auf die Seriennummer der PS5 ist jetzt möglich.
- Ein Stromsparmodus kam in älteren Updates hinzu.
- Dazu die üblichen Runden Stabilitätsverbesserungen.
All das passiert rechtzeitig zu einigen heiß erwarteten Titeln im August und September. Dazu zählen Control Resonant, Onimusha: Way of the Sword und Marvel Tokon: Fighting Souls.
PSSR ist Sonys KI-gestütztes Upscaling, vergleichbar mit Nvidias DLSS oder AMDs FSR. Die PS5 Pro erreicht damit 4K bei 60 fps in Titeln wie „Horizon Forbidden West“. Das aktuelle Update 26.04-13.60.00 verbessert jedoch nur die Systemoberfläche, nicht die Spieleleistung., Die genannten Spiele haben unterschiedliche Wurzeln: „Control Resonant“ könnte ein Nachfolger von Remedy Entertainments „Control“ (2019) sein, das über 3 Millionen Mal verkauft wurde. „Onimusha: Way of the Sword“ wäre der erste Hauptteil der Serie seit 2006; Capcom kündigte 2024 ein neues Onimusha an, Details fehlen. „Marvel Tokon: Fighting Souls“ erinnert an Crossover-Kampfspiele wie „Marvel vs. Capcom: Infinite“ (2017), das mit 1,5 Millionen Verkäufen enttäuschte. Branchenweit erscheinen im Herbst 2025 Titel wie „Assassin’s Creed Shadows“ (Ubisoft) und „Call of Duty: Black Ops 6“ (Activision). Sony hofft, mit PS5-Pro-Optimierungen Käufer anzulocken.
Proteste gegen das Disc-Aus
Die kleinen Update-News werden online derzeit für eine ganz andere Botschaft genutzt. Sony hatte angekündigt, PlayStation-Spiele-Discs ab 2028 komplett einzustellen. Jeder offizielle Post wird mit negativen Kommentaren überflutet. Die Community ruft zu Boykott oder zum Kauf auf anderen Plattformen auf. Das Ziel: Sony dazu bewegen, doch eine physische Option für 2028 und danach anzubieten. Ob das funktioniert? Eher nicht. Sony und Drittanbieter halten den Gegenwind aus. Ein rein digitaler Markt verspricht höhere Gewinne für die Zukunft.
Die Ankündigung betrifft nur Spiele-Discs, nicht Blu-ray-Filme. Laut Sony-Berichten machten digitale Downloads 2024 rund 80% des US-Spieleumsatzes aus. Der Trend ist seit 2015 stetig; in Deutschland gingen physische Verkäufe 2023 um 25% zurück (GAME Daten). Microsoft verfolgt mit der Xbox Series S einen ähnlichen Weg; Nintendo behält bei der Switch 2 Cartridge-Slots. Proteste gegen Digitallösungen gab es bereits 2013, als Microsofts „Always Online“-Plan für Xbox One nach massiven Reaktionen scheiterte. Ob Sony nachgibt, ist fraglich: Die Disc-Produktion kostet Logistik und Druck, Sony spart durch den Wegfall schätzungsweise 200 Millionen Dollar jährlich. Sony meldete im Geschäftsjahr 2024 eine operative Marge von 28% im Digitalvertrieb, verglichen mit 12% bei physischen Medien.