Frische Markenrechte für den Beuteldachs
Activision Blizzard hat beim US-Patentamt neue Markenanmeldungen für Crash Bandicoot eingereicht. Die Dokumente sichern die Rechte an der Marke explizit für die Produktion von Kinofilmen und Fernsehserien ab.
Die Registrierung umfasst diese Kategorien:
- Motion Picture Films für die Kinoauswertung
- Television Series für lineare TV-Formate und Streaming-Dienste
- Digitale Unterhaltungsprodukte sowie Merchandising-Zubehör
Was bedeutet das für Fans?
Die Ausweitung der Markenrechte signalisiert eine Strategieänderung hin zur transmedialen Verwertung. Nach dem kommerziellen Erfolg von The Super Mario Bros. Movie, der weltweit über 1,3 Milliarden US-Dollar einspielte, forcieren viele Publisher die Expansion ihrer Gaming-Marken in das Kino-Segment.
Für Crash Bandicoot bieten sich folgende Wege an:
- Eine animierte Serie, die den visuellen Stil der Toys for Bob-Titel aufgreift
- Ein abendfüllender CGI-Film, der die Dynamik zwischen Crash, Coco und Dr. Neo Cortex in den Fokus rückt
- Lizenzvermarktung für begleitende Video-Produktionen auf Streaming-Plattformen
Die Vergangenheit der Marke und ihre Macher
Die Historie von Crash Bandicoot begann 1996 durch das Entwicklerstudio Naughty Dog. Das Team um Andy Gavin und Jason Rubin nutzte für den ersten Teil der Serie das damals neuartige „Dithering“-Verfahren, um die Hardware-Limitierungen der ersten PlayStation zu umgehen.
Nach dem Weggang von Naughty Dog wechselte die Lizenz mehrfach den Besitzer:
- Eurocom und Traveller’s Tales übernahmen die Serie in den frühen 2000er Jahren.
- Vicarious Visions entwickelte mit der N. Sane Trilogy (2017) ein Remake, das sich weltweit über 10 Millionen Mal verkaufte.
- Toys for Bob zeichnete für Crash Bandicoot 4: It’s About Time (2020) verantwortlich und etablierte einen modernen, Pixar-ähnlichen Grafikstil.
Branchenkontext und wirtschaftliche Einordnung
Der Fokus auf Film- und TV-Rechte ist ein direktes Ergebnis der Übernahme von Activision Blizzard durch Microsoft. Seit dem Abschluss der Akquisition im Jahr 2023 sucht die Sparte Microsoft Gaming nach Möglichkeiten, ihre geistigen Eigentumsrechte über den reinen Verkauf von Software-Lizenzen hinaus zu monetarisieren.
Vergleichbare Projekte verdeutlichen den aktuellen Marktdruck:
- Sonic the Hedgehog (Paramount Pictures) generierte mit zwei Filmen über 700 Millionen US-Dollar.
- The Last of Us (HBO) steigerte durch die Adaption als Serie das Interesse an den Spiele-Neuauflagen von Naughty Dog signifikant.
- Fallout (Amazon Prime) führte nach dem Serienstart zu einem messbaren Anstieg der Spielerzahlen bei Fallout 4 und Fallout 76.
Die Markenanmeldung schließt eine Lücke in der bisherigen Rechteverwaltung von Activision Blizzard. Da die Produktion eines Animationsfilms in der Regel 24 bis 36 Monate beansprucht, dient diese Registrierung als Absicherung für die langfristige Planung der Microsoft-Tochterfirma. Bisher gibt es keine Ankündigung eines Produktionsstudios oder eines Drehbuchautors für ein derartiges Projekt. Die Markenrechte befinden sich in einem Status, der die rechtliche Grundlage für kommende Lizenzverträge bildet.