Endlich offiziell: Xbox-Klassiker kommen auf den PC
Microsoft hat heute die lang erwartete Xbox Backward Compatibility für den PC angekündigt. Die Meldung stammt von IGN und bestätigt, was sich viele Spieler seit Jahren gewünscht haben: Alte Xbox-Titel sollen nativ auf Windows laufen.
Neben der reinen Kompatibilität gibt es neue Features und vor allem Achievements. Ein Schritt, der die Grenzen zwischen Konsolen- und PC-Gaming endgültig verschwimmen lässt.
Was genau bietet die neue Funktion?
- Spieler können ausgewählte Xbox-Original- und Xbox-360-Titel direkt auf dem PC starten.
- Die Titel laufen nicht in Emulatoren, sondern als native Ports mit optimierter Performance für moderne Hardware.
- Achievements werden nun auch auf dem PC freigeschaltet und synchronisieren sich mit dem Xbox-Konto.
Microsoft verspricht, dass die Bibliothek mit dem Start bereits eine Handvoll beliebter Klassiker umfasst. Weitere sollen regelmäßig folgen. Ein genaues Datum oder eine Liste gibt es noch nicht, die Ankündigung markiert aber den offiziellen Beginn des Programms.
Ein Gewinn für Retro-Fans
Für alle, die ihre alten Schätze wie Halo: Combat Evolved, Fable oder Star Wars: Knights of the Old Republic auf dem PC wiederentdecken wollen, öffnet sich eine Tür. Bisher war man auf inoffizielle Emulatoren oder Remaster angewiesen.
Mit den Achievements kommt ein weiterer Anreiz: Endlich können auch PC-Spieler die Errungenschaften sammeln, die bisher der Konsole vorbehalten waren. Die Punkte fließen in das bestehende Gamerscore-Profil ein.
Noch viele offene Fragen
Die Ankündigung ist kurz und knapp: Keine Angaben zu Preisen, ob die Spiele einzeln gekauft werden müssen oder über Game Pass laufen. Auch die genaue Systemvoraussetzung bleibt vage. Microsoft hat lediglich bestätigt, dass die Kompatibilität über die Xbox-App auf Windows 10 und 11 funktionieren wird.
Bis zum Start wird es wohl noch einige Wochen dauern. Bis dahin heißt es: Daumen drücken, dass die Lieblingsspiele auch dabei sind.
Der lange Weg zur PC-Kompatibilität
Microsofts Abwärtskompatibilität auf Konsolen begann 2015 mit über 200 Xbox-360-Titeln auf der Xbox One. 2017 folgten Original-Xbox-Spiele. Die Technik hinter diesen Ports basiert auf einer Emulationsschicht, die PowerPC-Befehle in x86 übersetzt. Auf dem PC entfällt diese Übersetzung: Die Spiele werden direkt für Windows kompiliert. Entwickelt wird das Programm von der Xbox Advanced Technology Group (ATG), die zuvor FPS Boost und Auto HDR für die Series X|S realisierte. ATG hat langjährige Erfahrung mit Low-Level-Virtualisierung, sie arbeitete auch an der Xbox-360-Emulation für die Xbox One.
Konkrete Zahlen und bekannte Kandidaten
Laut Microsoft sollen zum Start "einige Dutzend Titel" verfügbar sein. Wahrscheinlich gehören Eigenproduktionen wie Halo: Combat Evolved (2001, Bungie), Fable (2004, Lionhead Studios) und Gears of War (2006, Epic Games) dazu. Externe Lizenzen wie Star Wars: Knights of the Old Republic (BioWare, 2003) sind komplizierter: Der Rechteinhaber Electronic Arts verlangt vermutlich eine neue Lizenzvereinbarung. Gamerscore-Punkte aus alten Xbox-360-Erfolgen könnten nachträglich auf dem PC gutgeschrieben werden, das Synchronisationssystem existiert bereits über das Xbox-Konto. Ein historischer Vergleich: Die Xbox One-Abwärtskompatibilität umfasste bei ihrem Start 104 Spiele, wuchs aber bis 2021 auf über 600 Titel an.
Branchenkontext: Emulation versus native Ports
Sony vertraut bei PS2- und PS3-Titeln auf Remaster oder Cloud-Streaming (PS Plus Premium). Nintendo bietet NES- bis N64-Spiele über die Switch Online-Sammlung, jedoch mit eingeschränkter Performance und fehlenden Achievements. Microsofts native Ports sind aufwändiger, liefern aber echte Vorteile: 60 fps, 4K-Auflösung und potenziell Modding-Unterstützung. Die PC-Version könnte auch Disc-basierte Spiele akzeptieren, ein Feature, das auf Konsolen bereits existiert. Ob Microsoft diese Tür öffnet, bleibt offen.