Hands-off in die Freiheit
Unsere erste Vorschau auf No Law hat gezeigt, was passiert, wenn Dishonored auf eine Neon-Cyberpunk-Welt trifft. Das Entwicklerteam präsentierte ein immersives Ego-Rollenspiel, in dem Entscheidungen den Verlauf drastisch verändern. Statt vorgegebener Pfade warten offene Level, die sich nach Herzenslust erkunden lassen. Die gezeigten Szenen demonstrierten, wie viel Wert auf Spielerfreiheit gelegt wird.
Dishonored in der Großstadt
Die Vergleiche zu Dishonored liegen nahe: Hoch aus dem Schatten agiert ihr, klettert an Fassaden, nutzt Telekinese oder setzt auf rohe Gewalt. Die Stadt, in der No Law spielt, ähnelt dem Charme von Night City aus Cyberpunk 2077, mit grellen Lichthupen und bedrohlichen Gassen. Statt aber nur eine Kopie zu sein, kombiniert No Law diese Einflüsse mit einem eigenen System aus Konsequenzen. Jede Mission bietet mehrere Routen, die nicht nur den Weg, sondern auch die Reaktion der Fraktionen bestimmen.
Ein Roomba als tödliche Überraschung
Die bizarre Idee der Schlagzeile hat Hand und Fuß: Ihr könnt Granaten an einen Roboterstaubsauger binden und ihn ins Kampfgebiet schicken. Das klingt absurd, entpuppt sich aber als durchdachte Physik-Mechanik. Der kleine Helfer rollt leise unter Türen durch, sucht sich sein Ziel und löst den Sprengsatz aus. Wer lieber mit der Umwelt interagiert, nutzt defekte Stromkästen, um Gegner auszuschalten, oder lockt sie mit manipulierten Werbebildschirmen in Fallen. Solche kreativen Lösungen stehen für den Grundsatz des Spiels: Es gibt nicht den einen richtigen Weg.
Ein RPG, das eure Methoden feiert
- Stealth-Komplettlösungen ohne einen einzigen Kampf, dafür mit Überwachungskameras und Luftschächten
- Rambo-Ansätze mit modifizierten Waffen und explodierenden Robotern als Vorhut
- Soziale Manipulation: Ihr cleart Söldner an, verkleidet euch oder überzeugt Wachen mit Dialogen
- Systemische Auswirkungen: Jeder getötete Charakter verändert die Verteilung der Macht im Stadtteil
- Dynamische Nebenquests, die sich an eure Reputation anpassen, je nachdem ob ihr als Geist oder als Berserker agiert
Die Präsentation zeigte, dass all diese Stile nicht nur erlaubt, sondern aktiv unterstützt werden. Auch die Rollenverteilung ist flexibel, ein Spezialist für Hacking kann später zum Vollblutkämpfer werden, wenn er genug Karma investiert.
Das Studio hinter dem Amboss
No Law stammt aus keiner bekannten Reihe, sondern als frisches Konzept unabhängiger Entwickler. Details zur Teamgröße oder früheren Titeln halten die Macher bewusst zurück. Klar ist, dass der Fokus auf vertikalem Leveldesign liegt, wie man es aus der Thief- oder System-Shock-Serie kennt. Das Team scheint aus Veteranen der Immersive-Sim-Szene zu bestehen, daraus ergibt sich die technische Tiefe bei den Interaktionsmöglichkeiten. Obwohl ein Erscheinungsdatum fehlt, steht die Veröffentlichung für PC und Konsolen zumindest fest.
Ein Trend geht weiter
Das Genre der immersiven Simulationses erlebt seit Jahren eine Renaissance mit Titeln wie Prey oder Deus Ex. No Law reiht sich ein, verzichtet aber auf storylastige Exposition zugunsten freier Improvisation. Das erinnert an die offenen Level aus Hitman, wo jede Wiederholung neue Taktiken offenbart. Die Kombination aus Dishonored-artiger Mobilität und Cyberpunk-Ästhetik greift auch den Erfolg von Elden Ring auf, der zeigt, dass Spieler Eigeninitiative belohnen. No Law könnte mit seinem respektlosen Umgang mit Alltagsgegenständen das Gegengewicht zu den braven Triple-A-Open-Worlds werden.
Fazit: Neugier weckt Vorfreude
Die Vorschau endete mit einer Sequenz, in der ihr einen Stadtblock von oben beobachtet, um den perfekten Einstieg zu planen. Das Framerate-Menü offerierte alleine fünf Schwierigkeitsgrade, die die Umgebungsintelligenz justieren. So soll jeder Spieler, vom Gelegenheitszocker bis zum Taktikfuchs, seinen idealen Grad an Chaos finden. No Law zeigt sich damit als eines der spannendsten Projekte für Fans, die kompromisslose Wahlfreiheit schätzen. Wir behalten die Entwicklung im Auge und liefern weitere Informationen, sobald konkrete Termine bekannt gegeben werden.