Phantom Thieves im echten Leben
Eine Gruppe anonymer Persona 5-Fans hat eine „Calling Card“ an Sonys CEO geschickt. Die Nachricht imitiert den Stil der Phantom Thieves aus dem Spiel: „We’re coming for the treasure that fuels your greed.“ Das berichtet Destructoid.
Studio-Historie: Atlus und P-Studio
Entwickler Atlus wurde 1986 gegründet und machte sich zunächst mit der Megami Tensei-Reihe einen Namen. Das interne Team P-Studio unter Regisseur Katsura Hashino übernahm ab 2003 die Persona-Ableger.
- Persona 3 (2006) führte Social Links und Zeitmanagement ein, die Blaupause für alle späteren Teile.
- Persona 4 (2008) und die Gold-Edition Persona 4 Golden (2012) verkauften sich über 2,3 Millionen Mal und machten die Serie im Westen populär.
- Seit 2013 gehört Atlus zu Sega, behält aber kreative Autonomie.
Was ist eine Calling Card?
- In Persona 5 und Persona 5 Royal schicken die Phantom Thieves vor jedem Raubzug eine Vorankündigung.
- Sie enthüllen die Sünden ihres Ziels und fordern es auf, seine „verzerrten Wünsche“ zu gestehen.
- Erst danach dringen sie in den Palast ein, um das „Treasure“, die Quelle der Macht, zu stehlen.
Die Botschaft an Sony
Die Karte trägt die klare Botschaft: „We’re stealing back power for the players.“ Es ist ein symbolischer Akt, der auf Unmut in der Gaming-Community hindeutet. Ob es um Preispolitik, Exklusivverträge oder andere Entscheidungen geht, bleibt offen.
- Persona 5 war ab 2017 ein zeitweiliges PS4-Exklusivspiel. Erst 2022 erschienen Versionen für Switch, Xbox und PC.
- Sony hält weiter an Exklusivdeals fest, etwa bei Final Fantasy XVI oder Rise of the Ronin.
- Die Ankündigung der PS5 Pro für 700 Euro im September 2024 sorgte für Kritik, Zeitpunkt und Stil der Calling Card könnten darauf anspielen.
Persona 5 als Inspiration
Das Spiel ist bekannt für seine Anti-Establishment-Thematik. Die Phantom Thieves kämpfen gegen korrupte Erwachsene und Systeme. Dass Fans diese Symbolik auf die reale Spieleindustrie anwenden, ist stimmig.
- Persona 5 verkaufte sich bis 2024 über 10 Millionen Mal, ein Rekord für die Reihe.
- Persona 5 Royal (2020) legte mit 2,5 Millionen Verkäufen nach.
- Die gesamte Persona-Serie hat über 20 Millionen Einheiten abgesetzt, angetrieben durch Portierungen auf alle aktuellen Plattformen.
Frühere Releases der Serie
- Der erste Persona-Titel erschien 1996 noch als Ableger von Shin Megami Tensei.
- Persona 3 (2006) brach mit dem Dungeon-Crawler-Format und legte den Fokus auf Charakterbeziehungen.
- Persona 4 Golden (2012) wurde durch die Vita-Edition zum Kulttitel und erhielt 2023 eine Steam-Portierung, die innerhalb eines Jahres 1,5 Millionen Käufer fand.
- Persona 5 erschien in Japan am 15. September 2016, international am 4. April 2017.
Reaktionen und Ausblick
Bisher gibt es keine offizielle Stellungnahme von Sony. Die Aktion erinnert an vergangene Fan-Proteste, etwa gegen Microtransactions oder Plattform-Exklusivität. Im Februar 2024 protestierten Spieler mit ähnlichen symbolischen Aktionen gegen Sonys Entscheidung, Helldivers 2 an ein PSN-Konto zu binden, eine Woche später wurde die Pflicht zurückgenommen.