Der Rasen wird zum Spielfeld
Electronic Arts lizenziert das Plants vs. Zombies-Franchise für eine physische Adaption an den britischen Miniaturen-Spezialisten Mantic Games. Das Videospiel, ursprünglich 2009 von PopCap Games veröffentlicht, wechselt damit vom digitalen Gitterraster auf den analogen Spieltisch.
Die Kooperation nutzt die Expertise von Mantic Games bei der Produktion von Kunststoff-Miniaturen. Ziel ist die Übertragung der mechanischen Kernaspekte des Tower-Defense-Genres in ein Tabletop-Format.
Hintergrund zu Mantic Games
Das in Nottingham ansässige Studio Mantic Games wurde 2008 von Ronnie Renton gegründet, einem ehemaligen Mitarbeiter von Games Workshop. Das Unternehmen spezialisierte sich früh auf Systeme wie Kings of War, ein Fantasy-Wargame, das als direkte Alternative zu Warhammer Fantasy konzipiert wurde.
In den letzten Jahren fokussierte sich das Studio verstärkt auf lizenzierte Brettspielumsetzungen. Dazu zählen unter anderem:
- The Walking Dead: All Out War: Ein skirmish-basiertes Miniaturenspiel mit Fokus auf Ressourcenmanagement.
- Hellboy: The Board Game: Ein kooperativer Dungeon-Crawler mit starkem Fokus auf narrative Kampagnen.
- Halo: Flashpoint: Eine aktuelle Umsetzung des Microsoft-Shooters in ein taktisches Arena-System.
Die Evolution von Plants vs. Zombies
Das ursprüngliche Plants vs. Zombies verkaufte sich nach dem Launch 2009 über eine Million Mal in den ersten Monaten. Nach der Übernahme von PopCap Games durch Electronic Arts im Jahr 2011 für 750 Millionen US-Dollar wurde das Franchise massiv ausgebaut.
Die Serie umfasst heute diverse Ableger, die sich in ihrer Spielmechanik teils stark unterscheiden:
- Plants vs. Zombies 2: It's About Time: Ein Free-to-play-Nachfolger mit Fokus auf Zeitreisen.
- Plants vs. Zombies: Garden Warfare: Eine Serie von Third-Person-Shootern, die den Fokus von Strategie auf Action-Gameplay verschoben.
- Plants vs. Zombies Heroes: Ein digitales Sammelkartenspiel, das Charaktere in einen kompetitiven TCG-Kontext setzte.
Was wir bisher wissen
Das aktuelle Projekt befindet sich in der frühen Konzeptionsphase. Mantic Games greift dabei auf ihre Erfahrung mit modularen Spielbrettern und Miniaturen-Skalierung zurück.
- Die Umsetzung adaptiert das Tower-Defense-Prinzip für ein bis mehrere Spieler.
- Kooperative Spielmodi erlauben es, Wellen von Zombies gemeinsam abzuwehren.
- Das Design bleibt der ursprünglichen Ästhetik von 2009 treu, statt sich an den moderneren Shootern zu orientieren.
- Hochwertige Kunststofffiguren bilden das visuelle Zentrum der Spielbox.
Branchenkontext und Vergleich
Die Adaption von Videospielen zu Brettspielen hat in der Tabletop-Branche seit 2015 massiv an Volumen gewonnen. Projekte wie Dark Souls: The Board Game oder Resident Evil 3: The Board Game generierten Millionenbeträge über Crowdfunding-Plattformen und zeigen die Nachfrage nach physischen Repräsentationen digitaler Welten.
Plants vs. Zombies nimmt hier eine Sonderstellung ein, da das Gitterdesign eine der direktesten Übersetzungen für ein Brettspiel darstellt. Im Vergleich zu komplexen Wargames wie Warhammer 40.000 erfordert das Spielprinzip eine geringere Lernkurve.
Warum das Konzept überzeugt
Das Spielfeld von Plants vs. Zombies basiert auf fünf bis sechs horizontalen Bahnen, ein Aufbau, der physisch exakt auf einem Spielbrett abgebildet werden kann. Die mechanische Herausforderung liegt im Platzieren der Pflanzen innerhalb eines begrenzten Budgets.
- Die Sonne als Ressource erzwingt Entscheidungen zwischen defensiven und offensiven Einheiten.
- Durch physische Miniaturen wird die Positionierung der Einheiten zu einer taktischen Komponente, die den Spieler zur räumlichen Planung zwingt.
- Die konstante Bedrohung durch Zombie-Wellen erzeugt einen Rhythmus, den Mantic Games durch Karten-Decks oder Würfel-Events simulieren wird.
Details zur Veröffentlichung
Ein konkreter Veröffentlichungstermin steht derzeit nicht fest. Die Entwicklung findet in direkter Abstimmung mit Electronic Arts statt, um die Markenidentität der Spielfiguren zu wahren.
Die Balance zwischen den verschiedenen Pflanzentypen, etwa dem Erbsenschießer oder der Sonnenblume, bildet den aktuellen Schwerpunkt der Testphasen. Bisher hat Mantic Games keine Angaben zu einem Crowdfunding-Start gemacht, was auf eine klassische Distribution über den Einzelhandel hindeutet.