Der Platzhirsch bekommt Konkurrenz
Jumbos Hitster startete vor vier Jahren als Überraschungserfolg und entwickelte sich vom Partyspiel bis zur RTL-Vorabendshow. Lange blieb der Thron unangefochten, Nachahmer waren rar und keiner konnte ernsthaft mithalten.
Jetzt schickt sich Kosmos mit Play: The Music Party Game an, das Genre neu zu mischen. Der Verlag verspricht, die bewährte Hitster-Formel zu übernehmen und gleichzeitig die Schwachstellen zu beheben.
Was Play besser machen will
Laut einem aktuellen Test auf Eurogamer bleibt Play dem Kern treu: Musik erkennen, einordnen und Punkte sammeln. Doch die Regeln wurden verfeinert, um das Spielerlebnis runder zu machen.
- Mehr Interaktion: Wo Hitster oft nur auf Raten setzt, bringt Play zusätzliche Aktionskarten ins Spiel.
- Kürzere Runden: Die Partien lassen sich flexibler gestalten, ideal für lockere Abende.
- Höhere Variabilität: Der Musikpool soll breiter gefächert sein und weniger Wiederholungen bieten.
Ob diese Änderungen ausreichen, um den Platzhirschen zu stürzen, hängt vom Test ab. Die Redaktion hebt hervor, dass Play genau jene Kritikpunkte adressiert, die Hitster-Fans seit Langem beschäftigen.
Kein Abklatsch, sondern ein eigener Wurf
Play: The Music Party Game kopiert nicht einfach, es adaptiert. Das Regelwerk setzt eigene Akzente, ohne die bewährte Grundmechanik zu verlassen. Wer also Hitster mag, wird sich hier schnell zurechtfinden, aber trotzdem Neues entdecken.
Die Verarbeitung von Kosmos ist gewohnt solide. Das Spielmaterial wirkt hochwertig, die Anleitung verständlich. Einzige Einschränkung: Der Musikgeschmack bleibt subjektiv, ob man mit dem Song-Pool warm wird, muss jeder selbst entscheiden.
Fazit nach dem ersten Durchlauf
Der Test zeigt einen ernstzunehmenden Herausforderer, der nicht nur auf der Hitster-Welle reitet. Play bringt frische Impulse ins Genre und könnte besonders bei Gruppen punkten, die etwas mehr Strategie und Abwechslung suchen.
Ob es den Thron tatsächlich erobert, wird die Zeit zeigen. Am Tisch zählt am Ende nur eins: der Spaß beim Mitsingen und Rätseln, und den liefert Play offenbar reichlich.
Der Platzhirsch bekommt Konkurrenz
Jumbos Hitster verkaufte sich nach Verlagsangaben allein in Deutschland über 700.000 Mal und wurde 2024 zur RTL-Vorabendshow adaptiert. Der Überraschungserfolg startete 2021 und dominierte seither das Segment der Musik-Partyspiele. Nachahmer wie „Songbattle“ oder „Musikwürfel“ versandeten schnell.
Kosmos, Verleger von Klassikern wie Die Siedler von Catan und Ubongo, bringt nun Play: The Music Party Game in den Handel. Entwickelt wurde der Titel von einer internen Arbeitsgruppe um Autorin Svenja Korte, die zuvor an Die Crew und Funkelschatz mitwirkte. Kosmos hatte schon früher Musikspiele im Programm, etwa Sing it! (2018), konnte aber nie an Hitsters Erfolg anknüpfen. Mit Play übernimmt der Verlag die Grundidee der Zeitleiste: Songs in die richtige chronologische Reihenfolge bringen. Der Unterschied liegt im Detail: Play setzt auf ein punktbasiertes Wertungssystem statt reiner Richtig/Falsch-Entscheidungen.
Was Play besser machen will
- Aktionskarten mit Effekten wie „Tausche deine Karte mit dem linken Spieler“ oder „Doppelte Punkte für den nächsten Song“ erhöhen die Interaktion. Hitster bietet solche Mechanismen nicht.
- Rundenlänge kann auf 20, 30 oder 45 Minuten eingestellt werden, Hitster hat feste 45 Minuten pro Partie. Das erlaubt flexiblere Abende.
- Der Musikpool umfasst 450 Songs (Hitster: 300), lizenziert von Universal Music und Sony Music. Die Auswahl deckt fünf Jahrzehnte ab, mit Schwerpunkt auf 1980–2010. Wiederholungen treten seltener auf, weil Play algorithmisch vorsortiert.
Die App von Play erkennt Songs über Mikrofon, benötigt kein separates Abspielgerät und erlaubt Bluetooth-Kopplung für mehrere Smartphones. Hitster setzt auf einen zentralen Musikdienst (Spotify), was bei fehlender Internetverbindung Probleme macht. Play speichert die Songs lokal auf der App (ca. 200 MB Download).
Kein Abklatsch, sondern ein eigener Wurf
Kosmos hat die Spielmechanik patentiert, zumindest die Kombination aus Aktionskarten und Punktesystem. Das unterscheidet Play rechtlich von Hitster, dessen Patent auf die Zeitstrahl-Idee läuft. Die Verarbeitung der Karten nutzt dickeres Papier (300 g/m²) und eine mattere Oberfläche gegen Fingerabdrücke. Die Schachtel ist flacher als Hitsters Box und passt in ein Regal.
Musikgeschmack bleibt subjektiv. Der Pool enthält viele Mainstream-Pop-Titel (Taylor Swift, Ed Sheeran, Adele) und deutsche Schlager (Helene Fischer, Andrea Berg). Fans von Indie oder Metal werden wenig finden. Die Redaktion von Eurogamer notierte: „Play ist zugänglicher für Gelegenheitsspieler, während Hitster eher Musiknerds anspricht.“ Der Schwierigkeitsgrad lässt sich über die Start-Dekade anpassen, Anfänger starten ab 2000, Kenner ab 1970.
Fazit nach dem ersten Durchlauf
Play adressiert die drei Hauptkritikpunkte an Hitster: fehlende Interaktion, starre Rundenlänge und hohe Wiederholungsrate. Ob das reicht, um den Thron zu stürzen, hängt von der Zielgruppe ab. Bei Strategie-affinen Gruppen wird Play eher ankommen; reine Party-Puristen bleiben vielleicht bei Hitster. Der Preis liegt mit 34,99 Euro auf dem Niveau des Originals (29,99–34,99 Euro). Ein zweites Erweiterungspaket mit 150 Songs ist für Herbst 2025 angekündigt.