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Project Dream: Angeblicher SNES-Prototyp des späteren Banjo-Kazooie aufgetaucht
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Project Dream: Angeblicher SNES-Prototyp des späteren Banjo-Kazooie aufgetaucht

Ein spielbarer Prototyp von Project Dream, dem eingestellten Rare-Rollenspiel, das später zu Banjo-Kazooie wurde, ist online aufgetaucht - inklusive einer kuriosen Leak-Quelle.

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Tommes Parzl
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Ein Stück Rare-Geschichte ist plötzlich spielbar

Ein angeblicher Prototyp von Project Dream ist im Netz aufgetaucht und lässt sich tatsächlich starten. Dabei handelt es sich um das eingestellte Fantasy-Rollenspiel von Rare, aus dem später Banjo-Kazooie hervorging. Der Leak trägt den wenig subtilen Namen „FVCKAsha&Phil“, was als Seitenhieb auf Xbox-Verantwortliche gelesen werden kann. Eine offizielle Bestätigung von Rare oder Microsoft gibt es bislang nicht, entsprechend vorsichtig ist die Einordnung. Wer den Prototyp ausprobiert, erhält trotzdem einen seltenen Einblick in eine der bekanntesten Umbauphasen der britischen Studio-Geschichte.

Was in dem Prototyp steckt

  • Eine spielbare Frühfassung mit dem Jungen Edison als Hauptfigur
  • Ein Hund als Begleiter, aus dem später der Bär Banjo wurde
  • Ein Fantasy-Setting mit Piratenmotiven statt der bekannten Inselwelt
  • Eine Technikbasis, die noch auf dem SNES und frühen N64-Experimenten fußt
  • Deutlich andere Spielmechaniken als das fertige Jump-’n’-Run Banjo-Kazooie

Project Dream war nie ein fertiges Spiel

Project Dream durchlief bei Rare mehrere komplette Richtungswechsel, bevor es 1997 endgültig zu Banjo-Kazooie umgebaut wurde. Ursprünglich als Rollenspiel mit einem menschlichen Helden geplant, wanderte das Projekt vom SNES auf das Nintendo 64. Das Team um Gregg Mayles und Steve Mayles verwarf dabei Figuren, Setting und Genre mehrfach. Übrig blieb am Ende ein 3D-Plattformer mit Bär und Vogel, der 1998 erschien und über fünf Millionen Einheiten verkaufte. Der nun aufgetauchte Prototyp zeigt eine dieser verworfenen Zwischenstufen.

Rare war in den Neunzigern eine Ideenfabrik

  • Gegründet 1985 als Rare Coin-It, zunächst mit Arcade-Ports für Nintendo
  • Donkey Kong Country (1994) machte das Studio zum SNES-Vorzeigentwickler
  • Killer Instinct, GoldenEye 007 und Diddy Kong Racing folgten in rascher Folge
  • Banjo-Kazooie wurde 1998 zum N64-Klassiker, gefolgt von Banjo-Tooie im Jahr 2000
  • Später übernahm Microsoft das Studio, was die Serie zuletzt mit Banjo-Kazooie: Nuts & Bolts (2008) fortführte

Warum der Leak-Name auf Xbox zielt

Der Name „FVCKAsha&Phil“ spielt offenbar auf Asha Sharma und Phil Spencer an, zwei bekannte Gesichter aus dem Xbox-Umfeld. Dass ein frustrierter Fan ausgerechnet über diesen Weg einen jahrzehntealten Prototyp veröffentlicht, zeigt, wie emotional die Marke Banjo-Kazooie bis heute aufgeladen ist. Eine neue Fortsetzung wurde nie offiziell angekündigt, obwohl Fans seit Jahren darauf warten. Der Leak dürfte daher in erster Linie als Ventil für aufgestaute Enttäuschung gemeint sein. Ob die Datei tatsächlich aus einem ursprünglichen Build stammt, lässt sich ohne offizielle Prüfung nicht abschließend sagen.

Prototypen-Leaks sind kein Einzelfall

  • Star Fox 2 tauchte Jahrzehnte nach der Einstellung als spielbare ROM auf
  • Ein früher Conker-Prototyp von Rare wurde 2015 öffentlich gemacht
  • Sonic X-treme-Materialien zirkulieren seit Jahren unter Fans
  • Ganze Archive wie das Nintendo Gigaleak von 2020 sorgten für Aufsehen
  • Für Sammler und Technikhistoriker sind solche Funde oft wertvoller als so manche Neuveröffentlichung

Was der Prototyp über die SNES-Ära verrät

Dass Project Dream ursprünglich für den SNES gedacht war, ist bekannt, doch konkrete Spielszenen waren bislang kaum öffentlich. Der nun aufgetauchte Build erlaubt erstmals einen direkten Vergleich zwischen der frühen Vision und dem fertigen Banjo-Kazooie. Besonders auffällig ist, wie stark sich der Ton unterscheidet: düsterer, erzählerischer, weniger albern. Solche Unterschiede erklären, warum Rare das Projekt über Jahre hinweg immer wieder umbaute. Der Prototyp ist damit ein Dokument britischer Entwicklungsgeschichte, nicht bloß eine Kuriosität für Sammler.

Kein offizielles Statement, aber spielbar

Rare und Microsoft haben sich zu dem Leak bislang nicht geäußert, und es ist unklar, ob sie rechtliche Schritte prüfen. Fans können den Prototyp dennoch ausprobieren, sofern sie eine passende Emulationsumgebung aufsetzen. Wer sich auf die frühe Fassung einlässt, merkt schnell, dass hier kein fertiges Spiel wartet, sondern eine Baustelle mit offenem Ende. Der eigentliche Wert liegt in dem, was danach kam: Banjo-Kazooie wurde aus diesem Chaos geboren, und das ist bis heute eine der erstaunlichsten Wendungen der britischen Spieleentwicklung.

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