Vom Kinodesaster zum Streaming-Erfolg
Rami Maleks Spionagethriller „The Amateur“ hat ein ungewöhnliches zweites Leben. Der 60-Millionen-Dollar-Film scheiterte an den Kinokassen und ist jetzt offiziell ein Hit auf Prime Video.
Über ein Jahr nach dem Kinostart findet der Film sein Publikum im Streaming. Polygon berichtet über den späten Erfolg.
Die Faktenlage
- Budget: 60 Millionen US-Dollar
- Hauptdarsteller: Rami Malek
- Genre: Spionagethriller
- Kinostart: Box-Office-Flop
- Streaming-Hit: Prime Video, mehr als ein Jahr später
Genauere Zahlen zum Erfolg nennt der Bericht nicht. Der Hit-Status auf der Plattform steht allerdings fest.
Studio-Hintergrund und Produktionsgeschichte
Verantwortlich für die Produktion ist 20th Century Studios, das mittlerweile zu The Walt Disney Company gehört. Regie führte James Hawes, der zuvor vor allem durch britische Fernsehserien wie „Slow Horses“ und „Black Mirror“ bekannt wurde.
Das Drehbuch basiert auf dem gleichnamigen Roman von Robert Littell aus dem Jahr 1981. Bereits 1984 gab es eine Verfilmung des Stoffs unter dem Titel „The Amateur“ mit John Savage und Marthe Keller in den Hauptrollen.
Das 60-Millionen-Dollar-Budget bewegt sich im Mittelfeld für moderne Hollywood-Produktionen. Ohne teure Effektgewitter sollte der Thriller vor allem durch handgemachte Action und die schauspielerische Präsenz von Hauptdarsteller Rami Malek überzeugen.
Einordnung im Branchenkontext
Das Schicksal von „The Amateur“ teilt der Film mit zahlreichen Titeln der Post-Pandemie-Ära. Kinogänger sparen ihr Geld für große Marken wie „Avatar“ oder Comic-Adaptionen von Marvel.
Ähnliche Original-Stoffe wie „The Last Duel“ von Ridley Scott oder „The Creator“ von Gareth Edwards hatten an den Kinokassen ebenfalls massiven Schiffbruch erlitten. Viele dieser Produktionen finden erst im Heimkino über Plattformen wie Disney+ oder Prime Video ihr Publikum.
Die Wirtschaftlichkeit von Filmen hat sich verschoben. Das klassische Einspielergebnis an den Wochenenden bildet oft nur noch den ersten Teil der Refinanzierung ab.
Parallelen zur Gaming-Industrie
Spionage-Thriller haben im Gaming eine lange Tradition, von Metal Gear Solid bis Splinter Cell. Der späte Erfolg von „The Amateur“ passt in dieses Muster, denn auch manche Spiele brauchen Monate, bis sie ihre Community finden.
Gerade im Bereich der Einzelspieler-Titel gibt es viele Beispiele für verkannte Releases. Spiele wie „Days Gone“ oder „Cyberpunk 2077“ erfuhren durch späte Patches und Streaming-Aufmerksamkeit eine Neubewertung.
Im Kino zählt das Eröffnungswochenende, im Streaming zählt die Verweildauer. Genau diese Langzeitwirkung macht den Film jetzt zum Gewinner.
Was Studios daraus lernen könnten
Die Verwertungskette hat sich verschoben. Ein Kinostart ist längst nicht mehr das Ende der Reise. Er ist oft nur der Auftakt für das Streaming-Geschäft.
Plattformen wie Prime Video profitieren von Filmen, die im Kino keine Chance hatten. Für Studios wird so ein Flop zur lohnenden Lizenzware.
Offene Fragen
Ob es Pläne für eine Fortsetzung gibt, ist nicht offiziell bestätigt. Der neue Erfolg dürfte allerdings Interesse wecken.
Das Kinopublikum verpasste dem Film einen Flop, die Streaming-Zuschauer machen ihn jetzt zum Hit. Mehr als ein Jahr nach dem Start hat „The Amateur“ endlich sein Publikum gefunden.