Echte Angst vor der Kamera
Schauspielerin Renate Reinsve verlor während der Arbeit am Backrooms-Film fast den Bezug zur Realität. Die labyrinthartigen Kulissen wirkten auf sie so bedrohlich, dass sie sich ernsthaft Sorgen um ihren Geisteszustand machte.
Sie gab zu, dass sie sich an diesen Sets niemals alleine aufhalten würde. Diese echte Beklemmung nutzte sie, um ihre Darstellung vor der Kamera noch authentischer zu gestalten.
Die Norwegerin Renate Reinsve erlangte durch ihre Hauptrolle in Der schlimmste Mensch der Welt (2021) internationale Aufmerksamkeit. Ihre aktuelle Arbeit für Backrooms markiert ihre erste große Hollywood-Produktion im Horrorgenre.
Ein Set, das den Verstand raubt
Die Produktion setzte auf eine Umgebung, die das berühmte Internet-Phänomen perfekt einfängt. Dabei kamen folgende Aspekte zum Tragen:
- Die Backrooms-Kulissen wurden bewusst so gestaltet, dass sie Orientierungslosigkeit erzwingen.
- Reinsve beschrieb die Atmosphäre als unheimlich und erschreckend.
- Das Design spiegelt die klaustrophobische Enge des digitalen Vorbilds wider.
Das Projekt wird von A24 produziert, einem Studio, das für seine Erfolge im Horrorsegment wie Hereditary und Midsommar bekannt ist. Regie führt Kane Parsons, der unter dem Namen Kane Pixels auf YouTube durch seine computergenerierten Kurzfilme über die Backrooms bekannt wurde. Parsons war bei Start des Projekts erst 17 Jahre alt.
Der Nutzen der Paranoia
Was für die Schauspielerin psychisch belastend war, erwies sich für den Film als Glücksfall. Die sichtbare Anspannung vor dem Objektiv wirkte absolut echt.
- Die Angst war für ihre Figur direkt verwertbar.
- Professionelle Distanz fiel in den leeren Gängen schwer.
- Das Team schuf eine Umgebung, in der Isolation spürbar war.
Der Ursprung des Phänomens liegt in einem 4chan-Post aus dem Jahr 2019, der ein vergilbtes Foto leerer Büroräume mit einem kurzen Text kombinierte. Das Konzept der "Liminal Spaces" entwickelte sich daraus zu einem eigenständigen Subgenre des Internethorrors. Kane Pixels hat mit seiner Version seit 2022 mehr als 100 Millionen Aufrufe generiert.
Hinter den Kulissen des Grauens
Die Arbeit an dem Projekt erforderte Nerven aus Stahl. Reinsve betonte, dass die physische Beschaffenheit der Sets einen direkten Einfluss auf ihr schauspielerisches Handeln hatte.
In einem Interview bestätigte sie, dass der Schrecken in diesen Räumen keine reine Fiktion blieb. Sie fühlte sich in den verwinkelten Korridoren permanent beobachtet.
Die Adaption steht in einer Reihe mit anderen Produktionen, die auf viralen Internetmythen basieren, etwa Slender Man (2018) oder Winnie-the-Pooh: Blood and Honey. Im Vergleich zu diesen Projekten verfügt A24 über ein höheres Budget, was die physische Detailtiefe der Sets erklärt. Die Dreharbeiten nutzen bewusst reale Kulissen anstelle von reinem CGI, um die Reaktion der Darsteller auf den Raum physisch greifbar zu machen.
Die Ästhetik des Films orientiert sich an der VHS-Optik der ursprünglichen YouTube-Clips. Produzent James Wan, bekannt für Saw und The Conjuring, unterstützt das Team bei der Umsetzung der klaustrophobischen Erzählstruktur. Das Studio hält sich bisher bedeckt, was den konkreten Veröffentlichungstermin angeht.