Meinung gefragt, alle willkommen
Rock Paper Shotgun hat eine Umfrage zum hauseigenen Supporter-Programm gestartet. Die Einladung richtet sich an alle, ob bereits angemeldet oder nicht. Das stellt die Redaktion gleich zu Beginn klar.
Die Ankündigung verspricht einen knappen Frage-Schlagabtausch. Man dürfe der Belegschaft die Antworten direkt ins Gesicht sagen. Eine ungewohnt direkte Aufforderung zur Kritik.
Die Hintergründe des Mediums
Das britische PC-Gaming-Portal Rock Paper Shotgun (kurz RPS) wurde im Jahr 2007 von bekannten Journalisten wie Kieron Gillen, Jim Rossignol, Alec Meer und John Walker gegründet. Seit 2020 gehört das Online-Magazin zum Verlag Gamer Network, welcher wiederum im Jahr 2024 vom Branchenriesen IGN Entertainment übernommen wurde. Unter diesem veränderten Dach versuchen traditionelle Webseiten verstärkt, direkte Einnahmequellen abseits klassischer Werbung zu erschließen.
Die Plattform ist bekannt für ihren kritischen Ton und lange Essay-Formate abseits des reinen Wertungsjournalismus. Mit dem kostenpflichtigen Supporter-Programm bietet das Portal werbefreies Lesen und exklusive Podcasts an. Solche Paywalls oder Mitgliedschaften sind in der Spielepresse mittlerweile Standard, um sinkende Werbeerträge auszugleichen.
Von Ideen zu Antworten
Die Redaktion hatte zuvor eigene Vorschläge gesammelt, um das Programm noch besser zu machen. Jetzt sind die Leserinnen und Leser am Zug. Sie sollen bewerten, was taugt und was nicht. Die Umfrage dient als Rückkanal zwischen Community und Redaktion.
Konkurrierende Seiten wie Eurogamer oder PC Gamer setzen ebenfalls auf solche Community-Modelle. Eurogamer führte kürzlich ein ähnliches Unterstützermodell ein, während Giant Bomb seit Jahren auf ein reines Abo-Modell baut. Die Akzeptanz dieser Programme schwankt stark je nach gebotenem Mehrwert und der Loyalität der Leserschaft.
Wer kann mitmachen?
- Alle, ohne Ausnahme
- Abonnenten und Nicht-Abonnenten
- Dauerleser und Gelegenheitsbesucher
- Jeder, der eine Meinung hat
Keine Hürden, keine Anmeldung. Wer etwas zu sagen hat, kann den Fragenblock ausfüllen.
Monetarisierung im Journalismus
Die Verlagerung hin zu Lesereinnahmen prägt den Computerspiele-Journalismus seit der Krise klassischer Bannerwerbung um das Jahr 2018. Webseiten wie Waypoint oder The Escapist mussten in den letzten Jahren trotz solcher Modelle schließen oder wurden massiv umstrukturiert. Die Abhängigkeit von IGN Entertainment setzt Rock Paper Shotgun wirtschaftlichen Druck aus, der solche Umfragen notwendig macht.
Das Feedback der Community entscheidet oft über die Preisgestaltung und die Art der Bonusinhalte. Werden die exklusiven Artikel zu teuer oder bieten zu wenig Substanz, springen die Unterstützer ab. Umfragen dieser Art sind daher ein direktes Instrument zur Schadensbegrenzung und Kundenbindung.
Kurzer Block, klare Ansagen
Die Umfrage ist bewusst kurz gehalten. Wenige gezielte Fragen, mehr nicht. Statt langer Checklisten gibt es einen kompakten Frageblock. So soll das Feedback schnell in der Redaktion landen.
Der Ton der Ankündigung ist ungewöhnlich flapsig. Die Redaktion spricht selbstironisch von more betterer, statt Hochglanz-Formulierungen zu verwenden. Diese Lässigkeit dürfte auch die Fragen selbst prägen.
Ende mit Beobachtung
Wer das Programm gut findet, kann das genauso loswerden wie alle anderen. Die Einladung gilt für sämtliche Meinungen. Jetzt liegt es an der Community, die kurze Umfrage mit Leben zu füllen.