Faker wird zum „Senior Officer“ ernannt
Die südkoreanische Regierung ernennt Lee Sang-hyeok, weltbekannt als Faker, zum Ehrenpolizisten im Rang eines Senior Officer. Grund ist die steigende Online-Glücksspielsucht, besonders unter Jugendlichen, die oft extrem verschuldet sind.
- Faker ist als League of Legends-Profi international bekannt und gilt als Vorbild für Disziplin und Selbstkontrolle.
- In seiner neuen Rolle produziert er Videos und Poster für das staatliche „Youth Cyber Gambling Voluntary Reporting System“.
So sollen Jugendliche von der Sucht loskommen
Das Programm bietet jungen Südkoreanern eine vertrauliche Melde- und Behandlungsmöglichkeit für Glücksspielprobleme. Als Anreiz erhalten Teilnehmer, die die Therapie erfolgreich absolvieren, Fakers signiertes Trikot.
Die Maßnahmen sind Teil eines härteren Kurses gegen illegale Glücksspielplattformen, die in Südkorea trotz Verbots boomen. Laut Seoul Economic Daily soll Fakers Popularität die Botschaft direkt zur Zielgruppe bringen.
Ein Champion mit vielen Auszeichnungen
Faker ist nicht der erste Superstar, der für den Anti-Sucht-Kampf einspannt wird, aber der erste Esportler mit einem staatlichen Ehrenamt. Er erhielt bereits den Cheongnyong Medal, einen der höchsten Sportpreise Südkoreas.
- Ein postumes Briefmarkenmotiv und ein Auftritt bei Disney+ untermauern seinen Status als prominente Kultfigur.
- Ironisch: Riot Games, Publisher von League of Legends, erlaubte vor gut einem Jahr Sportwetten-Sponsoring für die Profi-Ligen.
Riot Games zwischen Profit und Jugendschutz
Riot Games wurde 2006 von Brandon Beck und Marc Merrill in Los Angeles gegründet. Ihr erster Titel League of Legends startete 2009 und wuchs zum meistgespielten PC-Spiel weltweit, mit monatlich über 180 Millionen aktiven Nutzern im Jahr 2023. Nachfolgende Releases wie Valorant (2020), Teamfight Tactics (2019) und Legends of Runeterra (2020) erweiterten das Franchise.
- Das Unternehmen verdiente 2022 rund 1,8 Milliarden US-Dollar, ein Teil davon durch Sponsoring-Partnerschaften mit Wettanbietern wie Betway und GG.BET in regionalen Ligen.
- In Südkorea waren diese Deals besonders umstritten, weil das Land illegale Online-Casinos nur schwer kontrollieren kann.
Die südkoreanische Nationalversammlung erließ 2023 ein verschärftes Gesetz, das Sportwetten-Werbung in Esport-Sendungen während der Hauptsendezeit verbietet. Riot Games zog daraufhin einige Sponsoring-Verträge in Asien zurück, behielt sie aber in Europa und Nordamerika. Der Widerspruch zwischen Fakers Anti-Sucht-Rolle und Riots eigenem Geschäftsmodell bleibt ungelöst.
Fakers Rekorde in Zahlen
Lee Sang-hyeok spielt seit 2013 für T1 (früher SK Telecom T1) und hält zahlreiche Bestmarken. Er gewann vier Weltmeisterschaften (2013, 2015, 2016, 2023), zehn LCK-Titel und wurde zweimal zum MVP eines WM-Finales gewählt.
- Seine Karrieresiege in der LCK liegen bei über 600, die höchste Zahl aller Spieler. Sein KDA (Kill/Death/Assist) über alle Wettbewerbe beträgt 4,2.
- Mit einem geschätzten Vermögen von 7 Millionen US-Dollar (vor Sponsoring) ist er der bestverdienende LoL-Profi, verdient aber weniger als manche Streamer, die Glücksspiel-Plattformen bewerben.
Die südkoreanische Polizei veröffentlichte 2024 eine Statistik: 38 Prozent der gemeldeten Glücksspiel-Süchtigen unter 20 Jahren gaben an, durch Esport-Wetten in die Schuldenfalle geraten zu sein. Fakers Vorbildfunktion soll diesen Kreislauf durchbrechen, ob ein signiertes Trikot ausreicht, um Hardcore-Spieler umzudrehen, wird sich zeigen.