Samsung macht die Lage nicht besser
Samsung prognostiziert eine Verschärfung der globalen RAM-Knappheit bis 2027. Die Kapazitäten für die Produktion von DRAM-Chips erreichen ihre physikalischen Grenzen, während die Nachfrage durch KI-Rechenzentren explodiert.
Der Konzern steht unter Beobachtung durch Kartellbehörden. Wettbewerber wie SK Hynix und Micron agieren in einem ähnlichen oligopolistischen Umfeld, was den Verdacht auf koordinierte Produktionskürzungen zur Preisstabilisierung erhärtet.
Die Faktenlage
- Die Speicherpreise steigen laut Analystenprognosen 2027 um weitere 15 bis 25 Prozent.
- Eine Normalisierung der Lieferketten ist erst 2028 absehbar.
- Die Fertigung von HBM-Speicher (High Bandwidth Memory) für KI-Beschleuniger bindet Kapazitäten, die für Standard-DDR5-RAM fehlen.
Der Markt für Arbeitsspeicher unterliegt einem zyklischen Muster, das in der Vergangenheit oft durch künstliche Verknappung gestützt wurde. Samsung dominiert aktuell etwa 40 bis 45 Prozent des globalen DRAM-Marktes.
Branchenkontext und Historie
Der aktuelle Preisanstieg erinnert an die Jahre 2016 bis 2018, als die Preise für DDR4-RAM durch verknappte Produktionsmengen teilweise um 100 Prozent stiegen. Damals leitete die chinesische Aufsichtsbehörde SAMR Ermittlungen gegen Samsung, SK Hynix und Micron ein.
Die Abhängigkeit von wenigen Herstellern resultiert aus der extremen Komplexität der Lithografie. Die Umstellung auf EUV-Belichtung (Extreme Ultraviolet) erfordert Investitionen im zweistelligen Milliardenbereich pro Werk.
- Samsung: Führender Marktanteil, Fokus auf Kapazitätserweiterung in Pyeongtaek.
- SK Hynix: Aggressiver Ausbau bei HBM-Chips, profitiert primär von Nvidia-Aufträgen.
- Micron: Konzentriert sich auf US-Produktionsstandorte und staatliche Subventionen durch den CHIPS Act.
Was das für Gamer bedeutet
Die Kosten für ein High-End-System steigen durch den RAM-Preisanstieg um etwa 50 bis 100 Euro. Wer ein Upgrade auf 32 GB DDR5-6000 plant, sollte dies vor der erwarteten Preisrallye im nächsten Quartal vollziehen.
- DDR4-Systeme bleiben bei Gebrauchtwaren preisstabil, neue Module werden jedoch kaum noch produziert.
- DDR5-RAM wird zum Standard, bleibt aber aufgrund der komplexen Ansteuerung über die PMIC (Power Management Integrated Circuit) auf dem Modul teurer in der Herstellung.
- Nutzer, die heute auf 16 GB setzen, müssen bei aktuellen Spieletiteln wie Starfield oder Cyberpunk 2077 bereits mit Nachladerucklern rechnen, wenn der Speicher voll ausgelastet ist.
Die Halbleiterbranche investiert derzeit massiv in die 1b-Nanometer-Fertigung, um den Energieverbrauch pro Bit zu senken. Diese technischen Umstellungen verursachen kurzfristig höhere Ausschussraten und damit sinkende Erträge pro Wafer. Samsung meldete im letzten Quartal eine operative Marge bei Speicherchips, die deutlich über den Erwartungen der Börsenanalysten lag.