Gerücht um Personalabbau bei Xbox
Kotaku berichtet über angeblich bevorstehende Entlassungen in der Xbox-Sparte für Juli 2026. Offizielle Bestätigungen von Microsoft liegen nicht vor. Der Artikel stützt sich auf interne Quellen, bleibt aber vage zu konkreten Zahlen oder betroffenen Abteilungen.
Bisherige Entlassungen und Studio-Schließungen
Microsoft hat in der Gaming-Sparte bereits mehrfach Personal abgebaut. Im Januar 2024 strich das Unternehmen 1.900 Stellen, vor allem bei Activision Blizzard und Xbox Game Studios. Im Mai 2024 folgte die Schließung von Tango Gameworks (Entwickler von Ghostwire: Tokyo und Hi-Fi Rush) sowie Arkane Austin (Redfall, Prey). Die Schließung von Tango traf die Branche überraschend, da Hi-Fi Rush kurz zuvor positive Kritiken erhalten hatte. Seit der Übernahme von Activision Blizzard für 69 Milliarden Dollar im Oktober 2023 sucht Microsoft verstärkt nach Synergien und Einsparungen.
Umsatzrückgang als Ursache
Die Xbox-Division verzeichnete in fünf Jahren einen Umsatzrückgang von fast 500 Millionen US-Dollar. Im Geschäftsjahr 2023 lag der Umsatz bei rund 16,3 Milliarden Dollar, fünf Jahre zuvor waren es etwa 16,8 Milliarden. Der Rückgang beträgt rund drei Prozent, fällt aber in eine Phase steigender Kosten.
- Hardware-Verkäufe der Xbox Series X/S stagnieren: Bis Mitte 2025 wurden schätzungsweise 28 Millionen Einheiten verkauft. Die PlayStation 5 erreichte im gleichen Zeitraum 59 Millionen.
- Das Game Pass-Abonnement wächst langsamer: Microsoft meldete zuletzt 34 Millionen zahlende Nutzer für 2024. Während der Pandemie lag die Wachstumsrate bei über 30 Prozent jährlich, zuletzt unter zehn Prozent.
- Die Betriebskosten stiegen durch die Integration von Activision Blizzard, höhere Serverkosten für Cloud-Gaming und gestiegene Entwicklungskosten für Spiele wie Starfield (angeblich 200 Millionen Dollar Budget) und Halo Infinite (geschätzt über 500 Millionen Dollar).
Hintergrund der finanziellen Entwicklung
Die Übernahme von Activision Blizzard brachte zwar Milliardenumsätze durch Call of Duty, Diablo und Candy Crush, aber auch hohe Integrationskosten. Microsoft zahlte 69 Milliarden Dollar, der größte Deal der Spieleindustrie. Seitdem versucht der Konzern, die Rendite zu steigern, unter anderem durch Preiserhöhungen: Game Pass Ultimate kostet seit 2024 monatlich 19,99 Euro statt 14,99 Euro. Die Preise für Xbox-Konsolen blieben stabil, was die Gewinnmargen auf der Hardwareseite drückt. Sony verfolgt eine ähnliche Strategie, die PlayStation 5 wurde 2023 um 50 Dollar teurer. Beide Konzerne kämpfen mit steigenden Produktionskosten und sinkender Kaufkraft der Zielgruppe.
Was das für die Zukunft bedeutet
Sollte der Bericht zutreffen, wäre es der dritte große Personalabbau bei Microsoft Gaming innerhalb von drei Jahren. Analysten gehen davon aus, dass vor allem Bereiche wie QA, Marketing oder Overhead betroffen sein könnten. Die Entwicklungsteams für Starfield (Bethesda Game Studios), Halo (343 Industries) und Call of Duty (Infinity Ward, Treyarch) arbeiten bereits mit reduzierten Budgets. Microsoft hat sich bislang nicht zu dem Kotaku-Bericht geäußert. Die letzte große Entlassungswelle im Januar 2024 wurde erst einen Tag vor der offiziellen Bekanntgabe durchgesickert.