Ein teurer Ausblick
Wer auf einen baldigen Preisverfall bei Arbeitsspeicher hofft, wird enttäuscht. Analysten gehen davon aus, dass die RAM-Preise in den kommenden Jahren weiter ansteigen werden. Eine Entspannung sehen sie frühestens ab dem Jahr 2028.
Die aktuelle Prognose stammt von Branchenexperten, die die Marktentwicklung bis ins nächste Jahrzehnt verfolgen. Wer also seinen Gaming-PC aufrüsten möchte, sollte jetzt mit höheren Kosten rechnen.
Was steckt hinter der Krise?
- Die Nachfrage nach DDR5-Speicher wächst durch neue Prozessoren und Mainboards rasant.
- Produktionskapazitäten bleiben hinter dem Bedarf zurück, was die Preise nach oben treibt.
- Auch die Fertigungskosten für Speicherchips sind gestiegen und werden vorerst nicht sinken.
Eine schnelle Besserung ist nicht in Sicht. Die Analysten sehen keinen Mechanismus, der die Preise vor 2028 wieder nach unten drücken könnte.
Konsequenzen für Gamer
- Aufrüstung wird teurer: Wer ein neues System baut oder seinen RAM aufstocken will, muss tiefer in die Tasche greifen.
- Längere Nutzungszyklen: Viele Spieler werden ihre aktuellen Systeme länger behalten, statt auf schnellere Speicher zu wechseln.
- Planungsunsicherheit: Geplante Upgrades verschieben sich, da die Kosten schwer kalkulierbar sind, besonders bei großen Kapazitäten von 32 GB oder mehr.
Moderne Spiele fordern immer mehr Speicher. Wo früher 16 GB reichten, sind 32 GB in vielen Neuerscheinungen schon fast Pflicht. Der Preisanstieg trifft also ausgerechnet jene, die am meisten auf günstige Hardware angewiesen sind.
Konkrete Beispiele aus aktuellen Titeln
- Starfield (Bethesda, 2023) empfiehlt 32 GB RAM. Mit 16 GB treten regelmäßig Ruckler und lange Ladezeiten auf.
- Hogwarts Legacy (Avalanche Software, 2023) verlangt laut offiziellen Angaben 32 GB für Ultra-Einstellungen.
- The Last of Us Part I (Naughty Dog, 2023 auf PC) galt bei Release als schlecht optimiert; 32 GB waren faktisch Pflicht.
- Cities: Skylines II (Colossal Order, 2023) benötigt selbst mit moderaten Mods schnell 32 GB, bei großen Städten 64 GB.
Diese Titel zeigen: Der Preisanstieg trifft genau jene Spieler, die aktuelle Spiele flüssig erleben wollen. Ein Umstieg auf DDR5 wird damit zur Kostenfrage.
Der Blick nach vorne
Die Prognose für 2028 bleibt vage. Die Analysten sprechen lediglich von einem möglichen Rückgang der Preise, nicht von einer Garantie. Bis dahin bleiben Gamern nur zwei Optionen: sparen oder auf Gebrauchtteile hoffen.
DDR4-Speicher ist noch günstig, aber für moderne Systeme keine langfristige Lösung. DDR5 hingegen bleibt vorerst ein Luxusgut, eine Entwicklung, die an die Zeiten der RAM-Knappheit in den 1990er Jahren erinnert. Nur dass die Preise damals schneller fielen.
Die Marktmacht der Speicherhersteller
- Drei Konzerne kontrollieren den globalen DRAM-Markt: Samsung, SK Hynix und Micron. Ihr kombinierter Anteil liegt bei über 95 Prozent.
- Samsung startete die Massenproduktion von DDR5 2021, SK Hynix folgte 2022, Micron mit Verzögerung 2023.
- Die Hersteller investieren Milliarden in neue Fertigungsanlagen, etwa Samsungs P3-Werk in Pyeongtaek. Dennoch reicht die Kapazität nicht.
- Grund: Die Umstellung auf DDR5 erfordert EUV-Lithografie mit niedrigerer Ausbeute. Die Chipkosten pro Bit steigen dadurch.
Vergleich mit früheren RAM-Generationen
- DDR4 erlebte 2017 einen ähnlichen Preisanstieg. Ein 8-GB-Riegel kostete damals zeitweise über 80 Euro.
- Die Knappheit löste sich nach etwa zwei Jahren auf, weil neue Fertigungslinien hochgefahren wurden.
- DDR5 steht vor strukturell schwierigeren Problemen: Höhere Chip-Dichten, strengere Fehlertoleranzen und wachsende Nachfrage aus KI-Rechenzentren.
- Analysten von TrendForce erwarten, dass erst 2028 neue Fabriken (Fabs) ans Netz gehen. Bis dahin bleibt das Angebot knapp.