Wahl-Wucherpreis für Undercover-Hacker
Watch Dogs 2 ist auf Steam bis zum 9. Juli für 2,50 Dollar (ca. 2,30 Euro) erhältlich, ein Rabatt von 95 Prozent auf den Originalpreis von 50 Dollar. Die Deluxe Edition kostet 3 Dollar, die Gold Edition mit allen DLCs 4 Dollar. Für einen Titel, der 2016 erschien, liegt der Preis weit unter dem üblichen Sale-Niveau neun Jahre alter Spiele.
Spielerzahlen schießen in die Höhe
Laut SteamDB erreichte Watch Dogs 2 einen 24-Stunden-Peak von über 16.000 gleichzeitigen Spielern. Aktuell sind rund 10.000 Nutzer in der Bay Area unterwegs, die historische Bestmarke von 18.138 Spielern aus dem Release-Monat ist zum Greifen nah. Zum Vergleich: Der Vorgänger Watch Dogs (2014) hat auf Steam einen Allzeithöchststand von rund 25.000 Spielern. Der Sale lockt offenbar eine neue Generation in das Hacker-Abenteuer.
Warum das genau jetzt passt
Protagonist Marcus Holloway, ein junger schwarzer Hacker aus Oakland, wird zu Unrecht beschuldigt und schließt sich der Gruppe DedSec an. Sie kämpft gegen die Überwachungsdiktatur von Tech-Konzernen, ein Setting, das 2026 durch aktuelle Debatten um Datenmissbrauch und Algorithmen-Überwachung an Relevanz gewonnen hat. Die Mischung aus sozialkritischer Story, lockerem Ton und cleveren Hacking-Mechaniken wurde von GameSpot mit 8/10 bewertet; gelobt wurde die „mühelose Mischung aus verdeckter und actionreicher Spielweise“ sowie der „sympathische Cast“.
Studio-Historie: Von Driver bis DedSec
Entwickler Ubisoft Montreal ist vor allem für die Assassin’s Creed-Reihe (2007) und Far Cry 3 (2012) bekannt. An Watch Dogs 2 arbeitete das Studio mit Ubisoft Reflections zusammen, einem britischen Team, das zuvor die Driver-Serie (1999) und die Fahrzeugsteuerung des ersten Watch Dogs (2014) entwickelt hatte. Reflections brachte seine Expertise in offenen Spielwelten und Fahrphysik ein, was sich in den verbesserten Fahrsequenzen des zweiten Teils bemerkbar macht. Ubisoft Montreal selbst hatte nach dem gemischten Echo auf Watch Dogs 1 die Hacking-Mechaniken und die offene Welt grundlegend überarbeitet.
Die Watch-Dogs-Reihe im Zahlenvergleich
Das Franchise startete 2014 mit Watch Dogs, einem Titel, der trotz technischer Probleme bei Release über 10 Millionen Mal verkauft wurde (laut Ubisoft-Geschäftsbericht 2015). Watch Dogs 2 erreichte laut Analystenschätzungen rund 5 bis 6 Millionen Einheiten, blieb aber hinter den Erwartungen zurück. Der dritte Teil Watch Dogs: Legion (2020) setzte auf eine neue Idee, jeder NPC kann rekrutiert werden –, fiel jedoch bei Kritikern mit einem Metacritic-Wert von 68/100 (PC) ab. Watch Dogs 2 hingegen liegt auf Metacritic bei 81/100 (PC) und gilt als der am besten bewertete Teil der Serie. Die Steam-Charts zeigen, dass der Sale den zweiten Teil auf das Niveau des ersten Teils in den ersten Wochen nach Release hebt, ein Indiz für die anhaltende Beliebtheit.
Branchenkontext: Ubisofts Sale-Strategie
Ubisoft setzt seit Jahren auf aggressive Rabattaktionen für ältere Titel. Im Steam-Sommer-Sale 2025 sind Spiele wie Assassin’s Creed Origins (80% Rabatt) oder Far Cry 5 (85% Rabatt) ebenfalls stark reduziert. Der Grund: Ältere Spiele generieren kaum noch Umsatz, aber eine große Spielerbasis kann durch In-Game-Käufe oder DLCs aktiviert werden. Mit Watch Dogs 2 für 2,50 Dollar lockt Ubisoft gezielt neue Nutzer in das Franchise, möglicherweise auch, um die Aufmerksamkeit für einen künftigen Serienteil zu erhöhen. Der aktuelle 24-Stunden-Peak von 16.000 Spielern liegt weit über dem Durchschnitt des Jahres (rund 500 bis 1.000 aktive Spieler) und zeigt, wie effektiv solche Aktionen für alte Spiele sein können.