Überraschende Ankündigung aus dem Studio
Die Entwickler von Frostpunk, einem der höchstbewerteten Städtebauer auf Steam (92 % positive Reviews bei über 80.000 Bewertungen), haben ein Survival-Sequel bestätigt. Es soll in derselben apokalyptischen Eiswelt spielen, jedoch mit komplett anderen Mechaniken.
Laut einem Bericht von GamesRadar+ hat das Team die Neuigkeit lange geheim gehalten, „Keeping this under wraps has been torture“. Gleichzeitig räumen sie ein: „There's a chance we're showing this way too early.“
Das polnische Studio 11 bit studios wurde 2010 gegründet und machte sich 2014 mit This War of Mine einen Namen, einem Überlebensspiel aus Zivilistenperspektive. Der Titel verkaufte sich über 4,5 Millionen Mal und gewann mehrere Preise. 2018 folgte Frostpunk, das eine Mischung aus Städtebau, Ressourcenmanagement und moralischen Entscheidungen bot. Beide Spiele teilen eine düstere Grundstimmung, die auch das Sequel prägen wird.
Was wir bisher wissen
- Das Sequel ist kein reiner Städtebauer mehr, sondern ein Survival-Spiel mit Fokus auf Ressourcenkampf und Überlebensstrategien.
- Die Welt bleibt erhalten, der Schauplatz ist erneut eine von einer Vereisung heimgesuchte Alternative des 19. Jahrhunderts.
- Ein konkreter Name oder Termin wurde noch nicht genannt. Die Enthüllung wirkt bewusst vage gehalten, ähnlich dem Teaser-Trailer von Frostpunk 2 im August 2021, der nur ein Konzeptbild zeigte.
Das Studio möchte offenbar früh Feedback einfangen, statt alles im stillen Kämmerlein fertigzustellen. Diese Taktik erinnert an die Vorab-Ankündigung von Frostpunk 2, die damals ebenfalls als verfrüht kritisiert wurde. Das Spiel erschien letztlich im September 2024 nach einer dreijährigen Entwicklungszeit.
Frostpunk selbst hatte zwei kostenpflichtige Erweiterungen (The Rifts, The Last Autumn) und mehrere kostenlose Updates. Laut Angaben des Studios wurde der Titel über 3 Millionen Mal verkauft. Die Steam-Community pflegt bis heute eine aktive Modding-Szene mit über 2.000 Einträgen im Workshop.
Reaktionen und Einordnung
Die Community reagiert gespalten: Ein Teil freut sich auf neue Spielkonzepte im bekannten Universum, andere fürchten, das ursprüngliche Spiel könnte vernachlässigt werden. Bereits bei Frostpunk 2 gab es ähnliche Bedenken, die sich nach dem Release jedoch weitgehend zerstreuten, der Nachfolger erhielt auf Steam 87 % positive Bewertungen.
Das ursprüngliche Werk zählt zu den beliebtesten Genrevertretern auf Steam, hohe Erwartungen sind also vorprogrammiert. Branchenbeobachter vergleichen den Schritt mit Surviving the Abyss oder Stranded: Alien Dawn, die ebenfalls Survival-Elemente in etablierte Städtebau-Franchises einbrachten. Keiner dieser Titel erreichte jedoch die kritische Masse von Frostpunk.
11 bit studios hat mit This War of Mine und Frostpunk gezeigt, dass sie narrative Settings mit harten Überlebensmechaniken verbinden können. Ein Sequel, das sich noch stärker auf das bloße Durchkommen im Eis konzentriert, könnte diese Stärke ausspielen. Die Gefahr liegt in einer Überdehnung der Marke, falls das Studio parallel an mehreren Projekten arbeitet, laut eigenen Aussagen entwickelt es zusätzlich ein unangekündigtes Strategiespiel. Ob das Risiko eines zu frühen Teasers sich auszahlt oder das Sequel unter Druck setzt, wird sich zeigen. Der erste Eindruck bleibt: ein vager Teaser, aber ein klares Signal für die Richtung, in die das Studio gehen will.