Demo auf dem Marktplatz
Seit heute rollt ein fahrbarer Demo-Wagen durch den digitalen Steam-Stadtplatz. The Guild, Europa 1410 stellt seine spielbare Version zur Schau, genau wie versprochen, nur der volle Early Access lässt auf sich warten.
Ursprünglich sollte der Early Access am 16. Juli 2026 starten. Das Team von Ashborne Games und THQ Nordic hat den Start jedoch verschoben, um auf eine Flut an Spielerwünschen zu reagieren.
Die Macher: Ashborne Games
Ashborne Games sitzt in Brno, Tschechien, und wurde 2018 von ehemaligen Altar Games-Mitarbeitern gegründet. Altar Games war bekannt für das Action-RPG Sacred 3 und das Strategiespiel Helldorado. Ashborne selbst veröffentlichte 2023 das Taktikspiel Last Train Home, das den Ersten Weltkrieg aus der Logistikperspektive zeigte, rund 120.000 verkaufte Einheiten laut SteamDB im ersten Jahr.
- Gegründet 2018, etwa 50 Mitarbeiter
- Vorheriges Projekt: Last Train Home (2023)
- Zweites Studio in Wien (Co-Entwicklung mit THQ Nordic)
Die Zusammenarbeit mit THQ Nordic läuft seit der Ankündigung von The Guild, Europa 1410 im Jahr 2024. THQ Nordic hatte die Markenrechte an der Guild-Reihe nach der Insolvenz des ursprünglichen Publishers (Rondomedia) erworben.
Die Guild-Reihe im Rückblick
Die Serie begann 2002 mit Die Gilde (engl. The Guild) des deutschen Entwicklers 4Head Studios. Das Wirtschaftsspiel im spätmittelalterlichen Europa verkaufte sich über 500.000 Mal, vor allem im deutschsprachigen Raum. Der Nachfolger Die Gilde 2 (2006) erreichte laut Herstellerangaben mehr als eine Million verkaufte Einheiten, getrieben durch die Erweiterung Die Gilde 2, Seeräuber der Hanse (2007).
- Die Gilde 2 gilt als Genre-Referenz: Handel, Politik, Familiendynastie
- 2011 erschien das Standalone-Prequel Die Gilde 2, Piraten der Hanse
- Seit 2013 kein neuer Serienteil mehr, 13 Jahre Pause
Der dritte Hauptteil wurde mehrfach angekündigt, aber nie realisiert. The Guild, Europa 1410 ist faktisch der dritte Serieneintrag, der nun als Early-Access-Titel erscheint. Vorherige Versuche (etwa ein Crowdfunding-Projekt 2018) scheiterten.
Mehr Zeit fürs Handwerk
Die Entwickler aus Brno und Wien vergrößern den Terminkalender um einige Wochen. Grund dafür ist das Feedback der ersten Vorschau-Tester. Das Studio will konkret nachbessern, statt mit einem halbgaren Frühzug loszulegen.
- Demo ab sofort auf Steam spielbar
- Früherer Early-Access-Termin (16. Juli) zurückgezogen
- Neuer Start: einige Wochen später (kein konkretes Datum genannt)
Was die Demo zeigt
Die Demo gibt einen Vorgeschmack auf das mittelalterliche Wirtschafts- und Familienepos. Spieler schlüpfen in die Rolle einer Dynastie im Europa des Jahres 1410. Handel, Politik und Intrigen bestimmen den Alltag, typisch für die Reihe.
- Eigenes Handelsimperium aufbauen
- Verhandlungen mit rivalisierenden Gilden
- Familiengeschichte über Generationen führen
Die Optik bleibt dem historischen Flair treu, die Steuerung wurde laut Entwicklern auf Basis des Feedbacks überarbeitet. Erste Forenbeiträge loben die überarbeitete UI, kritisieren aber die fehlende Übersetzung ins Deutsche (Demo nur auf Englisch). Ashborne verspricht: Die Vollversion wird vollständig lokalisiert.
Warum die Verzögerung?
Ashborne Games betont, die zusätzliche Zeit für konkrete Änderungen aus der Community zu nutzen. Welche Wünsche genau einfließen, teilt das Team nicht im Detail mit. Klar ist nur: Der Early Access soll stabiler und runder starten als geplant.
Ein neues Datum für den Launch steht noch aus. Bis dahin hält die Demo die Gildenschmiede bei Laune.
Marktkontext: Mittelalter-Wirtschaftssimulationen
Das Genre lebt seit Jahren von Nischen-Titeln. Patrician IV (2010) und Port Royale 4 (2020) bedienen ähnliche Zielgruppen, beide von den deutschen Entwicklern Gaming Minds Studios (Kalypso). Patrician IV verkaufte laut Hersteller rund 300.000 Einheiten, Port Royale 4 knapp 500.000. Auch Sengoku Dynasty (2023) oder Kingdoms and Castles (2017) mischen mit, legen den Fokus aber stärker auf Aufbau und Überleben. The Guild, Europa 1410 setzt dagegen auf die Familiendynastie als Kernmechanik, ein Merkmal, das kein aktueller Konkurrent in dieser Tiefe bietet.
- Frühzugang-Vergleich: Manor Lords (2024) verkaufte 2 Millionen Einheiten in zwei Wochen, zeigte hohe Nachfrage nach historischen Wirtschaftsspielen
- Demo-Countdown: Auf Steam hat die Demo-Seite bereits 80.000 Wunschlisten-Einträge (Stand Juni 2026)
- Preis: Noch nicht bekannt, Early Access wird voraussichtlich 29,99 Euro kosten (analog Last Train Home)