Himmel und Meer: Der Crossover, den niemand erwartet hat
Electronic Arts und Battlefield Studios haben heute den ersten offiziellen Blick auf Battlefield 6 und Battlefield REDSEC geworfen. Im Gepäck: das bisher umfangreichste saisonale Update der Serie. Kernstück ist eine Zusammenarbeit mit Paramount Games Studio rund um den Filmklassiker Top Gun.
Das Update trägt den Namen Naval Warfare und bringt neue Inhalte, die sowohl Luft- als auch Seeschlachten in den Fokus rücken. Ein „meticulously crafted“ (sorgfältig ausgearbeitetes) Top Gun Crossover-Erlebnis soll die Spieler in die Rolle von Top Gun-Piloten versetzen.
Was Battlefield 6 und REDSEC bieten
- Battlefield 6 ist der nächste Hauptableger der Reihe, konkrete Details zum Setting oder zur Kampagne hält EA noch unter Verschluss.
- Battlefield REDSEC scheint ein separater Titel oder eine spezielle Edition zu sein, die parallel zum Hauptspiel erscheint.
- Beide Teile profitieren vom gleichen saisonalen Update, das neue Karten, Fahrzeuge und Waffen für den Mehrspielermodus verspricht.
Das Crossover selbst dürfte vor allem Fans von Top Gun: Maverick ansprechen. Ob es sich um exklusive Skins, Fahrzeuge oder eigene Missionen handelt, ist noch nicht im Detail bekannt. Der Begriff „knockout“ in der Pressemitteilung deutet auf ein rundum gelungenes Erlebnis hin.
Naval Warfare: Schiffe, Jets und mehr
Der Fokus auf Naval Warfare ist eine klare Ansage. Battlefield hat in der Vergangenheit immer wieder mit massiven Seeschlachten gepunktet, etwa in Battlefield 4 mit den gigantischen Flugzeugträgern. Dieses Update scheint daran anzuknüpfen und setzt noch einen drauf.
- Neue Wasserfahrzeuge wie Zerstörer, U-Boote oder Schnellboote sind wahrscheinlich.
- Luftüberlegenheit wird durch die Top Gun-Kollaboration zusätzlich betont, erwarten wir also auch verbesserte Jet-Mechaniken.
Die Kooperation mit Paramount Games Studio, dem für Lizenzspiele bekannten Studio, deutet auf eine enge Einbindung des Films hin. Kein reines Skinpaket, sondern ein kuratiertes Erlebnis.
Die Entwickler: Hinter den Kulissen von Battlefield Studios
Battlefield Studios ist kein Einzelstudio, sondern ein Verbund aus drei Teams: DICE in Stockholm, Criterion Games in Guildford und Ripple Effect in Los Angeles. DICE erschuf die Serie 2002 mit Battlefield 1942 und war für alle Hauptableger verantwortlich. Criterion, bekannt für die Burnout- und Need for Speed-Reihe, steuerte seit Battlefield 2042 Fahrzeug- und Multiplayer-Expertise bei. Ripple Effect (früher DICE LA) rettete einst Battlefield 4 nach dessen katastrophalem Launch mit monatelangen Patches.
Die Verkaufszahlen der Reihe liegen bei über 100 Millionen Einheiten insgesamt. Der letzte große Release, Battlefield 2042 (2021), verkaufte sich laut EA rund 4 Millionen Mal in den ersten zwei Wochen. Die Spielerzahlen brachen jedoch ein: Steam-Charts zeigten einen Tiefpunkt von unter 2.000 gleichzeitigen Nutzern im Frühjahr 2022. Erst die Season-Updates ab 2023 stabilisierten die Basis auf etwa 10.000 bis 15.000 Spieler.
Battlefield REDSEC könnte auf diesen Verbund zurückgehen: Ripple Effect arbeitet nach eigenen Angaben an einem separaten Battlefield-Projekt, das bereits 2023 in Gerüchten als „REDSEC“ (kurz für Redacted Security) auftauchte. Eine offizielle Bestätigung fehlt.
Einordnung in den Live-Service-Markt
Die Ankündigung fällt in eine Zeit, in der Call of Duty mit seinem Warzone-Ökosystem und jährlichen Premium-Titeln den Shooter-Markt dominiert. Activisions letztes Spiel, Modern Warfare III (2023), erzielte laut Circana in den USA die höchsten Verkaufszahlen des Jahres, trotz gemischter Kritiken.
Battlefield konterte zuletzt mit Battlefield 2042: Season 7, Turning Point im März 2024, das eine neue Karte und Waffen brachte, aber kaum nennenswerte Spielerzuwächse. Der Schritt zu einem massiven Crossover mit Top Gun kopiert bewährte Muster: Auch Call of Duty arbeitete mit Rambo, Die Hard und The Boys zusammen. Paramount Games Studio selbst lizenzierte bereits Eigenschaften wie Mission: Impossible und Star Trek für Mobile- und Konsolenspiele. Ein direkter Vergleich: Das Top Gun: Maverick-Crossover in Fortnite 2022 lockte über 10 Millionen Spieler in der ersten Woche an.
Konkrete Zahlen zu Naval Warfare gibt EA noch nicht preis. Die letzte große Wasser-Erweiterung der Serie war Battlefield 4: Naval Strike (2014) mit vier Karten, darunter die umkämpfte Lost Islands. Die Spielerbeteiligung lag damals bei 35 Prozent der aktiven Nutzer. Ob das Update 2024 ähnliche Werte erreicht, bleibt abzuwarten.
Fazit: Ein Update für die Geschichtsbücher?
Ob Battlefield 6 und REDSEC die Reihe wieder an die Spitze bringen, bleibt abzuwarten. Der heutige erste Blick zeigt aber eines: EA setzt voll auf spektakuläre Crossover und große Updates. Naval Warfare und Top Gun sind ein starkes Duo, und für eingefleischte Battlefield-Veteranen ein Grund, die Ohren zu spitzen. Die letzte größere Ankündigung des Studios, Battlefield 2042, startete mit 128-Spieler-Schlachten und ohne klassische Klassen. Die Kurskorrektur dauerte zwei Jahre. Diesmal hoffen viele, dass die Lektionen gelernt wurden.