Endlich da: Total War trifft auf das 41. Jahrtausend
Seit dem Start von Total War: Warhammer 40.000 können Strategie-Fans in die düstere Zukunft eintauchen. Creative Assembly liefert bodengebundene Echtzeitschlachten auf Planetenoberflächen, kombiniert mit einer strategischen Galaxiekarte. Anders als viele erwartet hatten, gibt es keine eigenständigen Weltraumschlachten. Der Orbit dient als taktische Ebene für Armeetransporte und verheerende Orbitalschläge. Der Fokus liegt klar auf dem Gefecht am Boden.
Die Kampagnenkarte umfasst mehrere Sternensysteme mit unterschiedlichen Biome und Ressourcen. Spieler bauen Basisstrukturen, rekrutieren Einheiten und unterhalten Diplomatie mit anderen Fraktionen, alles in rundenbasierter Zugabfolge. Gefechte laufen in Echtzeit auf detaillierten Planetenterrassen ab.
Entwickler Creative Assembly: Von Samurai bis Space Marines
Creative Assembly wurde 1987 in Horsham, England, gegründet. Das Studio gehört seit 2005 zur SEGA-Gruppe und beschäftigt heute über 800 Mitarbeiter. Bekannt wurde die Firma durch die Total-War-Hauptserie, die 2000 mit Shogun: Total War begann. Seitdem erschienen 15 Titel, darunter Rome, Medieval II, Empire und Three Kingdoms.
Den Durchbruch im Warhammer-Universum schaffte das Studio 2016 mit Total War: Warhammer. Der Titel verband die klassische Total-War-Formel mit Fantasy-Einheiten und Magie. Es folgten zwei Fortsetzungen, die gemeinsam eine gigantische Kampagnenkarte bildeten. Laut SEGA verkauften sich die drei Fantasy-Teile zusammen über 6 Millionen Mal. Total War: Warhammer III erreichte am Release-Wochenende über 160.000 gleichzeitige Spieler auf Steam.
Mit Total War: Warhammer 40.000 wagt sich Creative Assembly erstmals an Science-Fiction. Die Entwicklung begann nach Abschluss der Fantasy-Trilogie 2022. Das Studio übernahm Kernmechaniken aus den Vorgängern, passte sie aber an die Fernkampf-lastige 40k-Ästhetik an.
Vier Fraktionen zum Start
- Space Marines: Elitesoldaten mit starker Rüstung und Spezialwaffen
- Orks: Wilde Horden mit Nahkampffokus und teils improvisierten Fahrzeugen
- Aeldari: Schnelle, fragile Einheiten mit Überlegenheit in der Bewegung
- Astra Militarum: Massen an Infanterie, unterstützt von Panzern und Artillerie
Jede Fraktion bringt eigene Einheitenbäume und taktische Stärken mit. Erste Gameplay-Eindrücke zeigen, dass die dynamische Zerstörung von Terrain eine große Rolle spielt, Gebäude und Deckungen können unter Beschuss zerfallen.
Die Einheitenvielfalt pro Fraktion liegt im Durchschnitt bei rund 40 unterschiedlichen Modellen. Creative Assembly nutzt dabei die gleiche Engine wie Warhammer III, jedoch mit neuer Beleuchtungs- und Partikelsystemen für Plasma- und Geschossfeuer.
Einordnung: Wie sich Total War ins Warhammer-40k-Universum einfügt
Vor Total War gab es bereits mehrere Strategiespiele im 40k-Setting, vor allem Dawn of War von Relic Entertainment (2004, 2009) und Battlefleet Gothic: Armada (2016, 2019). Dawn of War setzte auf kleine Einheitenverbände und Deckungskämpfe in Echtzeit, Battlefleet Gothic auf Raumschiffgefechte.
Total War positioniert sich anders: Statt Squad-Taktik oder Weltraum-Schlachten liefert es Massenschlachten mit Hunderten von Modellen. Das ähnelt vom Maßstab her der Fantasy-Trilogie, nur dass Feuerwaffen, Panzerungen und Fernkampf dominieren. In einem Test-Run auf einem mittleren Planeten kämpften über 30.000 Einheiten gleichzeitig, möglich durch die optimierte Warscape-Engine.
Creative Assembly verzichtete bewusst auf eigenständige Weltraumgefechte. Stattdessen steuern Spieler die Flotte in der Kampagnenkarte, um Planeten zu bombardieren oder Nachschub zu unterbrechen. Diese Entscheidung spaltet die Community: Einige wünschen sich dogfight-artige Sequenzen, andere loben den Fokus auf den Bodenkampf.
Konsolen-Premiere für die Serie
Total War: Warhammer 40.000 erscheint erstmals direkt zum Start für PC, PlayStation 5 und Xbox Series X/S. Die Konsolenversionen wurden speziell für Controller optimiert, behalten aber den vollen Umfang der Strategiekarte und der Echtzeitgefechte.
Das Cover-System und die Ballistik der Fernkampfwaffen verleihen den Kämpfen eine neue Dimension. Spieler müssen ihre Einheiten hinter Mauern und Kratern in Stellung bringen, bevor sie das Feuer eröffnen.
Die UI auf Konsole wurde von Grund auf neu gestaltet: Radialmenüs und Schnellzugriffe ersetzen Mausklick-Pfade. Ein optionaler Rastermodus hilft bei der Positionierung von Truppen. Die Framerate auf PS5 und Xbox Series X liegt im Gefecht bei stabilen 60 fps in 1440p, auf Series S bei 1080p. PC-Spieler können bis zu 4K und 120 fps nutzen, benötigen dafür aber eine RTX 4070 oder vergleichbare Karte.
Aktuelle Eindrücke und Ausblick
Erste Spielerberichte heben die gelungene Übersetzung des Warhammer-40k-Flairs hervor. Die Orks etwa kämpfen mit typischem Chaos und zerstörerischen Fahrzeugen, während die Astra Militarum auf geordnete Linien und Feuerkraft setzt. Creative Assembly plant regelmäßige Updates und neue Fraktionen. Die Galaxiekarte ermöglicht Kampagnen über mehrere Planeten hinweg, mit Ressourcenmanagement und diplomatischen Optionen.
Innerhalb der ersten Woche nach Release verzeichnete das Spiel über 200.000 Verkäufe auf Steam, die zweithöchste Anzahl eines Total-War-Titels nach Warhammer III. Content-Pläne umfassen die Fraktionen Chaos Space Marines, Tau und Tyraniden als kostenpflichtige DLCs, dazu kostenlose Legendäre Feldherren. Ob Creative Assembly jemals eigenständige Weltraumschlachten nachliefert, bleibt offen, doch die Basis für epische Bodenkriegsführung im 41. Jahrtausend ist gelegt.