TITEL: Venom bekommt eigenen Animationsfilm, und das Spider-Man-Duell lebt weiter
BESCHREIBUNG: Kevin Feige und Amy Pascal bestätigen einen animierten Venom-Solofilm, während ein Live-Action-Crossover mit Spider-Man weiterhin auf dem Tisch liegt.
Symbioten-Alleingang im Animationsformat
Die Gerüchteküche brodelt, doch jetzt kommen klare Worte von den Verantwortlichen. Kevin Feige (Marvel) und Amy Pascal (Sony) haben gegenüber Polygon bestätigt, dass ein animierter Venom-Kinofilm in Arbeit ist. Ein Startfenster oder konkrete Details zum Studio gibt es noch nicht, die Planung läuft jedoch.
Live-Action-Venom vs. Spider-Man: noch nicht tot
- Ein Live-Action-Duell zwischen Venom und Spider-Man ist weiterhin nicht vom Tisch.
- Feige und Pascal betonen, das Projekt sei "still on the cards", also eine reale Option.
- Sony und Marvel arbeiten an einer gemeinsamen Lösung, nachdem Venom: Let There Be Carnage und Spider-Man: No Way Home die Tür für Crossover geöffnet haben.
Was bedeutet das für das MCU?
Die Frage nach dem MCU-Kanon bleibt offen. Der Animationsfilm könnte im Stil von Spider-Man: Into the Spider-Verse angesiedelt sein oder völlig eigenständig existieren. Fakt ist: Die Bosse haben eine animierte Solo-Geschichte abgesegnet, während das Live-Action-Crossover noch verhandelt wird.
Kein Ersatz, sondern Ergänzung
Der Animationsfilm bedeutet nicht das Aus für Tom Hardy als Live-Action-Venom. Beide Projekte sollen parallel laufen. Ein animierter Venom erlaubt kreative Freiheiten, die im Real-Film-Rahmen schwer umsetzbar wären, etwa ein R-Rating oder experimentelle Design-Entscheidungen.
Sony Pictures Animation: Erfolge mit Spider-Verse
Sony Pictures Animation produzierte 2018 Spider-Man: Into the Spider-Verse. Der Film gewann den Oscar für den besten Animationsfilm und spielte 375 Millionen US-Dollar weltweit ein. Das Sequel Spider-Man: Across the Spider-Verse (2023) steigerte sich auf 690 Millionen Dollar. Ein dritter Teil, Beyond the Spider-Verse, war für 2024 geplant, wurde aber aufgrund des Streiks der Drehbuchautoren verschoben. Die Abteilung hat sich auf stilistisch eigenständige, comic-nahe Animation spezialisiert.
Die Venom-Live-Action-Reihe in Zahlen
Tom Hardys erster Venom-Film startete 2018 mit einem Budget von rund 100 Millionen Dollar. Er spielte über 856 Millionen Dollar ein, trotz gemischter Kritiken (30 Prozent auf Rotten Tomatoes). Der Nachfolger Let There Be Carnage (2021) erzielte unter Pandemie-Bedingungen 502 Millionen Dollar. Ein dritter Live-Action-Film mit Hardy ist in frühen Entwicklungsphasen, wurde aber nicht offiziell bestätigt. Die weltweiten Gesamteinnahmen der beiden Filme liegen bei 1,36 Milliarden Dollar.
Branchenkontext: Animierte Superhelden für Erwachsene
Der Markt für animierte Superhelden-Inhalte mit höherer Altersfreigabe wächst. Prime Video brachte 2021 Invincible heraus (TV-MA), das bei Kritikern und Publikum hohe Zustimmung erhielt. The Boys: Diabolical (2022) zeigte ebenfalls blutige Kurzgeschichten. Venom als Antiheld eignet sich für ein R-Rating, da der Symbiont Körperteile abtrennt und Gegner zerfetzt. Ein animierter Film könnte solche Szenen ohne CGI-Kompromisse umsetzen, vergleichbar mit der brutalen Ästhetik von Deadpool & Wolverine (2024), der als R-Rated-Film 1,3 Milliarden Dollar einspielte.
Sony-Marvel-Verhandlungen: ein mühsamer Weg
Seit 2015 teilen sich Sony und Marvel die Rechte an Spider-Man für das MCU. Der Deal, der 2019 nach einem kurzen Bruch erneuert wurde, erlaubt Spider-Mans Auftritte in MCU-Filmen, und im Gegenzug Sony die Nutzung von MCU-Figuren in seinen Spin-offs. Die Mid-Credit-Szene von Spider-Man: No Way Home (2021) zeigte einen Rest des Venom-Symbionten im MCU, was als Brücke für ein Crossover diente. Dennoch blockieren Lizenzfragen und unterschiedliche kreative Vorstellungen eine schnelle Umsetzung. Amy Pascal deutete an, dass ein animierter Film weniger Reibungspunkte biete als ein Live-Action-Crossover.