Der Auslöser für den Ärger
Warner Bros. hat ein neues Featurette zum kommenden DC-Film Supergirl kurz nach der Veröffentlichung wieder offline genommen. Auslöser für diesen Schritt war massiver Gegenwind aus dem Netz.
Zuschauer entdeckten in dem Videomaterial angeblich Spuren von generativer Künstlicher Intelligenz. Die Diskussionen entzündeten sich an visuellen Elementen während der frühen Produktionsphase.
Das betroffene Material zeigte Konzeptgrafiken, die typische Artefakte neuronaler Netze aufwiesen, darunter unlogische Anatomien und verwirrende Hintergrundstrukturen.
Studio-Historie und Produktionskontext
Warner Bros. Discovery setzt unter CEO David Zaslav stark auf Kostensenkungen in der gesamten Filmproduktion. Das Studio hat in den vergangenen Jahren bereits fertige Projekte wie den Film Batgirl komplett abgeschrieben, um Steuervorteile zu nutzen.
Die Abteilung für visuelle Effekte bei Warner Bros. arbeitet seit Jahren mit externen Dienstleistern wie Framestore und Industrial Light & Magic zusammen. Der Einsatz interner, experimenteller KI-Werkzeuge zur schnellen Erstellung von Storyboards und Pitch-Material läuft parallel zu diesen traditionellen Verträgen.
Frühere DC-Produktionen wie The Flash gerieten bereits wegen mangelhafter digitaler Effekte in die Kritik der Öffentlichkeit. Der aktuelle Vorfall zeigt, dass Studios nun auch in früheren Phasen wie der Konzeptphase auf Automatisierung setzen, um Budgetvorgaben einzuhalten.
Die Reaktion des Studios
- Das betroffene Video wurde von allen offiziellen Kanälen entfernt.
- Eine offizielle Stellungnahme zu den Vorwürfen gibt es bisher nicht.
- Fans und Branchenbeobachter fordern mehr Transparenz beim Einsatz neuer Technologien.
- Interne Quellen berichten von einer Überarbeitung der Richtlinien für PR-Material.
Das Marketing-Team agiert nach dem schnellen Shitstorm extrem vorsichtig. Bisherige Kommunikationsstrategien für kommende DC-Blockbuster werden auf den Prüfstand gestellt, um weitere Reputationsschäden zu vermeiden.
Franchises und bisherige Releases
Die Supergirl-Adaption mit Sasha Calle in The Flash spielte weltweit rund 270 Millionen US-Dollar ein und blieb hinter den Erwartungen zurück. Das kommende Soloprojekt Supergirl: Woman of Tomorrow basiert auf der gleichnamigen Comic-Reihe von Tom King und Bilquis Evely.
Das neue DC Universe unter der Leitung von James Gunn und Peter Safran soll ab 2025 mit Superman einen Neustart wagen. Frühere Kinofilme des DC Extended Universe kosteten oft über 200 Millionen US-Dollar in der reinen Produktion.
Kreative Teams stehen unter Druck, die Budgets für spätere Phasen durch frühe digitale Effizienz auszugleichen. Die Verwendung von KI-generierten Konzeptbildern in offiziellen Trailern bricht jedoch mit den bisherigen Erwartungen an handgemachte Hollywood-Kunst.
Die Debatte um KI in Hollywood
Der Vorfall trifft Hollywood in einer ohnehin angespannten Phase bezüglich digitaler Werkzeuge. Kreative und Künstler beobachten den Trend zu automatisierten Produktionshilfen mit großer Skepsis.
Warner Bros. reagierte auf die Kritik mit dem sofortigen Rückzug des Materials. Das Video sollte eigentlich Einblicke hinter die Kulissen geben.
Gewerkschaften wie die SAG-AFTRA und die WGA handelten während der Streiks im Jahr 2023 strenge Klauseln zum Schutz menschlicher Urheber aus. Der Einsatz von generativer KI für visuelle Assets in offiziellen Studio-Medien bewegt sich in einer rechtlichen Grauzone, da bestehende Verträge oft keine klaren Grenzen für Werbematerialien ziehen.