Mehr Freiheit für den Desktop
Microsoft plant, die starre Anordnung der Windows 11-Benutzeroberfläche aufzubrechen. Nutzer mussten sich seit dem Release im Oktober 2021 mit der fixierten Taskleiste am unteren Bildschirmrand begnügen.
Das kommende Update bringt die Flexibilität zurück. Anwender dürfen die Taskleiste bald wieder an den gewünschten Bildschirmseiten ausrichten.
Die Evolution der Windows-Oberfläche
Die Entwicklung von Betriebssystem-Oberflächen bei Microsoft unterliegt dem Windows Experience Team. Diese Abteilung ist für das Design-Framework „Fluent Design“ verantwortlich, das den visuellen Stil seit Windows 10 prägt.
Frühere Iterationen wie Windows 7 oder Windows XP boten die freie Positionierung der Taskleiste ab Werk an. Mit dem Wechsel zu Windows 11 wurde der Quellcode der Taskleiste auf Basis von WinUI 3 neu geschrieben, wobei viele Legacy-Funktionen aus Zeitgründen zunächst wegfielen.
- Windows 95: Einführung der Taskleiste als zentrales Element der UI.
- Windows XP: Beginn der visuellen Anpassbarkeit durch Themes.
- Windows 8: Radikaler Bruch mit dem Startmenü durch die "Metro"-Oberfläche.
- Windows 10: Rückkehr zum klassischen Startmenü mit Kachel-Integration.
Die neuen Optionen für die Taskleiste
Für PC-Spieler und Power-User bedeutet das eine präzise Anpassung an das individuelle Setup. Ihr könnt die Leiste zukünftig an folgenden Kanten anheften:
- Oben am Bildschirmrand
- Unten am Bildschirmrand
- Links an der Seite
- Rechts an der Seite
Die Änderung der Ausrichtung ermöglicht eine effizientere Nutzung von Ultrawide-Monitoren im 21:9 oder 32:9 Format. Bei diesen Formaten verbleibt in der horizontalen Ausrichtung oft viel ungenutzter Platz, den eine seitliche Taskleiste sinnvoll ausfüllt.
Warum das für Gamer zählt
Viele Setups nutzen mehrere Monitore oder spezielle Auflösungen, bei denen eine seitliche Taskleiste wertvollen Platz spart. Wer zwischen Steam, Discord und dem Spiel navigiert, profitiert von dieser Anordnung.
Gamer, die häufig Overlay-Tools wie RTSS (RivaTuner Statistics Server) oder MSI Afterburner nutzen, können die UI-Elemente nun besser von den Spiel-Informationen trennen. Die zentrierte Ausrichtung des Startmenüs, die mit Windows 11 Standard wurde, lässt sich nun auf die klassische linksbündige Position zurücksetzen.
Branchenkontext und Betriebssystem-Vergleich
Im Vergleich zu macOS oder verschiedenen Linux-Distributionen wie Ubuntu (mit GNOME) oder KDE Plasma war die eingeschränkte Konfigurierbarkeit ein häufiger Kritikpunkt. KDE Plasma erlaubt beispielsweise seit Jahren eine nahezu beliebige Platzierung von Panels und Widgets auf dem Desktop.
Microsoft reagiert mit diesem Schritt auf den Rückgang der Zufriedenheitswerte bei Power-Usern nach dem Launch von Windows 11. Die Daten aus dem Windows Insider Program zeigen, dass die Forderung nach der seitlichen Taskleiste das am dritthöchsten gewichtete Feedback im „Feedback Hub“ darstellte.
Details zum Rollout
Diese Änderungen befinden sich in der Testphase innerhalb der Insider Preview Builds. Ob die Funktion in das nächste „Moment“-Update oder erst in die nächste Jahresversion einfließt, hängt von der Stabilität der neuen Shell-APIs ab.
- Die Ankündigung erfolgt über den Windows Insider Blog.
- Erste Nutzer im „Dev Channel“ erhalten Zugriff auf die Konfiguration.
- Die Einstellung erfolgt im Menü „Personalisierung“ unter „Taskleistenverhalten“.
Das aktuelle Design der Taskleiste ist ein geschlossenes System, das bisher kaum Anpassungen bei der Ausrichtung zuließ. Mit diesem Schritt kehrt eine Eigenschaft zurück, die seit der Ära von Windows 7 als Standard für produktives Arbeiten galt. Die technische Implementierung erfordert ein Redesign der Animationen für das Startmenü, da diese bei einer seitlichen Ausrichtung neu skaliert werden müssen.