Datenbank-Rumoren bei Steam
Die aktuellen Entlassungen bei id Software überschatten das Unternehmen. Zeitgleich tauchen Gerüchte über ein Remaster von Wolfenstein (2009) auf. Auslöser sind Metadaten-Änderungen in der Steam-Datenbank des Shooters. Ob es sich um Kompatibilitätsanpassungen oder eine Neuauflage handelt, ist offen.
Raven Software und die Entstehung von Wolfenstein (2009)
Wolfenstein (2009) wurde von Raven Software entwickelt, einem Studio mit langer Geschichte. Raven wurde 1990 gegründet und machte sich mit den Shootern Heretic (1994) und Hexen (1995) einen Namen. Beide Titel bauten auf der Doom-Engine auf und boten Fantasy-Setting. 1997 übernahm Activision das Studio. Danach arbeitete Raven vor allem an Call of Duty-Titeln (z. B. Call of Duty: Black Ops Cold War) und unterstützte id Software bei Quake 4 (2005). Wolfenstein 2009 war Ravens letztes eigenständiges Spiel vor der vollständigen Eingliederung in die CoD-Produktion. Das Spiel nutzte die damalige id-Tech-4-Engine-Variante und führte übernatürliche Kräfte wie „Veil“ ein. Verkaufszahlen blieben hinter den Erwartungen zurück, Schätzungen von VGChartz liegen bei rund 400.000 Einheiten weltweit.
Warum ein Remaster Sinn ergäbe
Wolfenstein (2009) war ein solider Shooter, ging aber zwischen den großen Serienablegern unter. Entwickelt von Raven Software, bot er eine moderne Interpretation mit übernatürlichen Kräften und dichter Atmosphäre.
- Das Spiel ist auf modernen Systemen kaum spielbar. Fehlende Widescreen-Unterstützung, ein 60-FPS-Limit und keine nativen Controller-Optionen schrecken Spieler ab.
- Ein Shadow Drop zur Quakecon 2026 (Ende Juli) wäre ein denkbarer Zeitpunkt, um die Überraschung zu zünden.
Die Wolfenstein-Reihe: Von 3D bis heute
Die Serie startete 1981 mit Castle Wolfenstein von Muse Software. 1992 revolutionierte id Software mit Wolfenstein 3D das Genre, das Spiel gilt als Urvater des Ego-Shooters und verkaufte sich laut id-Angaben über 200.000 Mal in den ersten Monaten. Return to Castle Wolfenstein (2001) brachte Mehrspieler-Modi und verkaufte über eine Million Kopien. Der 2009er-Titel war ein Zwischenschritt, bevor MachineGames ab 2014 mit Wolfenstein: The New Order die Reihe neu erfand. Dieser Titel erreichte über zwei Millionen Verkäufe. Ein Remaster des 2009er-Ablegers würde die Lücke zwischen dem Klassiker und den modernen Titeln schließen.
Keine offizielle Bestätigung, aber Hoffnung bleibt
Bisher haben weder Bethesda noch id Software das Gerücht kommentiert. Die zeitliche Nähe zur Quakecon nährt Spekulationen. Die Entlassungen bei id Software werfen Fragen auf: Ist ein Remaster-Projekt realistisch, oder handelt es sich um reine Datenpflege? Das Studio baute im August 2024 rund 30 Stellen ab.
Branchenkontext und Shadow-Drop-Tradition
Bethesda hat mehrfach Überraschungs-Releases durchgeführt. Doom 64 erschien 2020 unangekündigt als Shadow Drop. Quake Remastered folgte 2021, Quake II Remastered 2023. Alle drei Titel wurden von Nightdive Studios portiert, die auf Remaster alter Spiele spezialisiert sind. Auch Turok und Shadow Warrior erhielten ähnliche Behandlungen. Ein Remaster von Wolfenstein 2009 durch Nightdive wäre technisch naheliegend, das Studio hat Erfahrung mit id-Tech-4-Engine-Titeln.
Was bleibt vom Gerücht
Steam-Datenbank-Änderungen sind oft ein frühes Indiz, aber kein Garant. Vergangene Shadow Drops zeigen, dass Bethesda Überraschungen mag. Fans sollten die offiziellen Kanäle im Auge behalten. Die Quakecon 2026 läuft noch, ein letzter Shadow Drop wäre nicht ausgeschlossen, aber bis dahin gilt: Alles ist Spekulation.