Erste Blicke auf den Prototypen
Die geleakten Bilder des Xbox Elite 3 zeigen ein Gehäuse, das auf den ersten Blick kaum von der Series 2 zu unterscheiden ist. Dennoch findet sich an der Unterseite ein zusätzlicher Button, dessen Funktion noch nicht final bestätigt wurde.
- Die Platzierung deutet auf eine dedizierte Taste für die Xbox Share-Funktion oder eine neue Makro-Steuerung hin.
- Microsoft nutzt für die Entwicklung des Zubehörs die interne Xbox Design Lab-Abteilung, die maßgeblich für die ergonomische Optimierung der Series X|S-Controller verantwortlich war.
- Das Design-Team orientiert sich bei diesen Prototypen an Feedback-Daten aus dem Xbox Insider Program, bei dem Nutzer Schwachstellen der aktuellen Hardware melden.
Historie und Entwicklung der Serie
Der erste Xbox Elite Wireless Controller erschien im Oktober 2015 und etablierte das Segment der Premium-Eingabegeräte für Konsolen. Microsoft positionierte das Gerät damals als Antwort auf die steigende Nachfrage nach E-Sport-tauglicher Hardware.
- Die Series 2 folgte im November 2019 und ergänzte Features wie einstellbare Stick-Widerstände und einen internen Akku.
- Frühe Revisionen der Series 2 litten unter massiven Qualitätsproblemen bei den Bumper-Tasten und der Gummierung.
- Microsoft wurde infolge dieser Defekte in den USA mit einer Sammelklage konfrontiert, da die Lebensdauer hinter den Erwartungen an ein 180-Euro-Produkt zurückblieb.
Ein gesättigter Markt
Der Markt für Controller hat sich seit 2015 drastisch gewandelt, da Dritthersteller die Lizenzvorgaben von Microsoft besser ausnutzen. Die Konkurrenz deckt heute Nischen ab, die Microsoft mit einem universellen Design schwer erreicht.
- 8BitDo bietet mit dem Ultimate Controller technische Finessen wie Hall-Effekt-Sensoren zu einem Preis von unter 70 Euro an.
- Victrix, eine Marke von Turtle Beach, dominiert durch den Pro BFG den Markt für modulare Gamepads, die einen schnellen Tausch von D-Pad und Sticks ermöglichen.
- Scuf Gaming, mittlerweile Teil von Corsair, hält weiterhin die Patente für die rückseitigen Paddles, was Microsoft dazu zwang, eigene technische Lösungen für den Elite zu entwickeln.
Der Kampf um den Preis
Ein hoher Preis ist für den Xbox Elite 3 keine Garantie für Markterfolg mehr. Kunden verlangen bei einem UVP, der vermutlich wieder über 150 Euro liegen wird, eine technische Ausstattung, die über das Standard-Niveau hinausgeht.
- Hall-Effekt-Sticks, die elektromagnetisch statt über Kohlebahn-Potentiometer funktionieren, gelten heute bei Modellen wie dem GameSir G7 SE als neuer Standard gegen Stick-Drift.
- Microsoft verbaute im Elite 2 weiterhin klassische Potentiometer, was bei intensiver Nutzung durch Spiele wie Call of Duty: Warzone oft zu Verschleiß führte.
- Die Langlebigkeit der mechanischen Schalter ist das primäre Kriterium, an dem sich der Erfolg des neuen Modells messen lassen muss.
Hardware-Realität im Vergleich
Im Vergleich zum Razer Wolverine V3 Pro bietet der Prototyp des Elite 3 weniger offensichtliche Hardware-Vorteile. Razer setzt bei seinem Top-Modell auf optisch-mechanische Tastern, die eine schnellere Reaktionszeit als konventionelle Membran-Tasten haben.
- Der Wolverine V3 Pro unterstützt 1.000 Hz Polling-Rate im kabellosen Modus, ein Wert, den der aktuelle Xbox Elite 2 nicht erreicht.
- Viele Profi-Spieler bevorzugen für Halo Infinite kabelgebundene Controller, um Eingangslatenzen von etwa 4 bis 8 Millisekunden zu eliminieren.
- Microsoft muss beim Elite 3 die Software-Anbindung in der Xbox Accessories-App verbessern, um die Konfiguration der Totzonen und Tastenbelegungen gegen die flexiblen Profile der Konkurrenz zu behaupten.
Die technische Datenbank der Xbox-Hardwareabteilung zeigt, dass die Integration neuer Funk-Protokolle bei dem Elite 3 die Akkulaufzeit beeinflussen könnte. Ob Microsoft das Design für eine bessere Reparaturfähigkeit angepasst hat, lässt sich aus den vorliegenden Aufnahmen noch nicht ableiten.