Dritte Preiserhöhung in 14 Monaten
Microsoft hat in einem Xbox-Wire-Beitrag vom 25. Juni 2026 eine weitere Preiserhöhung für seine Konsolen bestätigt. Ab dem 1. August steigen die Preise weltweit, es ist die dritte Anpassung nach Mai 2025 und Oktober 2025.
Die 512-GB-Modelle werden 100 Dollar teurer, die 1-TB-Versionen legen um 150 Dollar zu. Damit kostet die Xbox Series S künftig 500 Dollar, die Series X schlägt mit 800 Dollar zu Buche.
Details zur Preisanpassung
- Xbox Series S (512 GB): von 400 auf 500 Dollar (+$100)
- Xbox Series X (1 TB): von 650 auf 800 Dollar (+$150)
- 2-TB-Modelle werden eingestellt. Eine Preisanpassung ist nicht nötig.
Die neuen Preise gelten ab 1. August 2026 und betreffen alle Regionen. Eine Begrenzung auf die USA, wie bei der Oktober-Erhöhung, gibt es diesmal nicht.
Historische Preiskurve der Xbox Series
Die Xbox Series X startete im November 2020 mit 500 Dollar UVP, die Series S bei 300 Dollar. Bis Mai 2025 blieben diese Preise stabil. Die erste Erhöhung trieb die Series X auf 600 Dollar, die Series S auf 350 Dollar. Grund waren gestiegene Frachtkosten und anhaltende Chipknappheit. Die zweite Erhöhung im Oktober 2025 setzte die Series X auf 650 Dollar, die Series S auf 400 Dollar. Mit der dritten Welle liegt die Series X nun 60 Prozent über dem Einführungspreis. Die Series S stieg um 67 Prozent. Keine andere aktuelle Konsole hat in so kurzer Zeit derartige Preissprünge erlebt.
Warum wird alles teurer?
Microsoft erklärt, die Preise für Speicher und Arbeitsspeicher seien um mehr als das 2,5-Fache gestiegen. Das Unternehmen habe „Monate mit Lieferanten nach Lösungen gesucht“, ohne Erfolg. Für Herbst 2027 wird eine erneute Verdopplung erwartet.
„Die gesamte Unterhaltungselektronikbranche kämpft mit der Komponentenkrise, aber Konsolen sind besonders hart getroffen“, heißt es im Blogpost. Anders als Smartphones oder PCs werden Konsolen traditionell unter Herstellungskosten verkauft, die Gewinnspanne liegt bei null oder darunter.
Branchenkontext: Konsolen versus PC
PC-Hersteller können gestiegene Komponentenpreise an Kunden weitergeben, indem sie teurere High-End-Modelle anbieten. Konsolenhersteller haben kein solches Preisspektrum. Der Preis für 16 GB GDDR6-Arbeitsspeicher, den beide Konsolen nutzen, stieg von 30 Dollar (2020) auf über 100 Dollar (2026). Auch NAND-Flash für SSDs verteuerte sich um das Dreifache. Analysten schätzen, dass Microsoft bei Launch jeder Xbox Series X etwa 100 Dollar Verlust gemacht hat. Bei 800 Dollar Verkaufspreis und geschätzten Herstellungskosten von über 600 Dollar dürfte die Marge immer noch negativ sein. Die PlayStation 5 Pro kostet 700 Dollar bei ähnlichen Komponenten, Sony hält die Preise seit 2023 stabil. Nintendo hat die Preise der Switch-Konsolen nie erhöht.
Microsofts Gegenmaßnahmen
Um den Preisschock abzufedern, führt der Konzert mehrere Programme ein:
- Buy Now, Pay Later, Ratenkauf ohne Zuschlag
- Zinslose Finanzierungspläne über den Microsoft Store
- Zertifizierte refurbished Konsolen mit bis zu 100 Dollar Rabatt
- „Previously played consoles“, im Prinzip gebrauchte Geräte, ähnlich dem Handel bei GameStop
Ob diese Angebote den sinkenden Absatz bremsen, ist fraglich. Die Xbox Series X ist jetzt mit 800 Dollar teurer als viele Mittelklasse-PCs, während die PlayStation 5 Pro bei 700 Dollar steht, die Konkurrenz schläft nicht.
Game Pass als strategischer Rückenwind
Microsofts Abodienst Game Pass zählte Mitte 2026 rund 45 Millionen Abonnenten. Jeder neue Konsolenkäufer generiert über zwei Jahre durchschnittlich 600 Dollar an Abo-Einnahmen. Das Unternehmen kann die Hardware-Verluste also durch wiederkehrende Einnahmen ausgleichen. Die Preiserhöhung könnte bewusst in Kauf genommen werden, um die Subventionen pro Gerät zu senken. Die Einstellung der 2-TB-Modelle deutet darauf hin, dass Microsoft die teuerste Variante nicht mehr für nötig hält, Kunden waren offenbar nicht bereit, den Aufpreis zu zahlen.