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Ein blutiger Ausflug ins Dead by Daylight-Universum: Zwischen cineastischem Glanz und spielerischem Schatten
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Ein blutiger Ausflug ins Dead by Daylight-Universum: Zwischen cineastischem Glanz und spielerischem Schatten

Supermassive Games wagt sich mit „The Casting of Frank Stone“ in das bekannte Dead by Daylight-Universum. Ein atmosphärischer Horror-Trip, der zwar filmisch überzeugt, aber spielerisch in alten Mustern feststeckt.

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FatimaEzzahra Zouhoum
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Wenn man an Supermassive Games denkt, hat man sofort das Bild von „Until Dawn“ im Kopf – interaktive Horror-Filme, bei denen jede Entscheidung über Leben und Tod entscheidet. Mit „The Casting of Frank Stone“ schickt uns das Studio nun in die düstere Welt von „Dead by Daylight“. Die Erwartungen waren hoch: Kann ein narrativer Ableger den Charme des asymmetrischen Multiplayer-Hits einfangen, ohne dessen Spielmechanik zu kopieren? Die Antwort ist ein klares „Jein“.

Eine Geschichte, die unter die Haut geht

Die Handlung führt uns in das Jahr 1980. Eine Gruppe junger Filmemacher versucht in einem stillgelegten Stahlwerk in Oregon den ultimativen Horrorfilm zu drehen. Dass sie dabei den Geist des Serienmörders Frank Stone wecken, ist so klischeehaft wie effektiv. Die Erzählweise ist zweifellos die größte Stärke des Spiels. Die Charaktere sind – für Genre-Verhältnisse – erstaunlich gut gezeichnet, und die düstere, beklemmende Atmosphäre des Stahlwerks ist fantastisch eingefangen. Besonders die cineastische Präsentation, die durch die hervorragende Mimik der Charaktere unterstützt wird, lässt einen tief in die Geschichte eintauchen. Man fühlt sich tatsächlich wie in einem modernen Slasher-Film der 80er Jahre.

Spielerische Stagnation

Hier kommen wir jedoch zum ersten großen Kritikpunkt: Das Gameplay. Wer „The Quarry“ oder „The Dark Pictures Anthology“ kennt, weiß genau, was ihn erwartet. Man läuft durch lineare Korridore, untersucht Gegenstände und drückt in stressigen Momenten die richtigen Tasten (Quick-Time-Events). Das Problem ist, dass sich diese Mechaniken mittlerweile extrem abgenutzt anfühlen. Es gibt kaum spielerische Herausforderungen, die über das bloße Reagieren auf Bildschirmanweisungen hinausgehen. Wenn ich in einer brenzligen Situation stecke, möchte ich das Gefühl haben, dass mein Geschick über das Überleben entscheidet – nicht nur, ob ich im richtigen Moment die „X“-Taste treffe.

Zudem leidet das Spiel unter einem spürbaren Pacing-Problem. Während der Einstieg und das Finale ordentlich Fahrt aufnehmen, verliert sich das Spiel im Mittelteil in zu vielen Dialogen, die zwar die Lore vertiefen, aber den Horror-Fluss unnötig ausbremsen. Für Hardcore-Fans von „Dead by Daylight“ sind die Anspielungen und die Erweiterung der Hintergrundgeschichte ein gefundenes Fressen, für Gelegenheitsspieler könnte der „Lore-Dumping“-Aspekt jedoch etwas ermüdend wirken.

Technik: Licht und Schatten

Grafisch ist „The Casting of Frank Stone“ ein zweischneidiges Schwert. Die Lichteffekte und die Detailverliebtheit in den Umgebungen sind beeindruckend. Die Schattenwürfe im Stahlwerk sorgen für eine Gänsehaut-Atmosphäre, die ihresgleichen sucht. Doch die Technik schwächelt an anderer Stelle: Auf den Konsolen kämpft das Spiel immer wieder mit Rucklern und kleineren Grafikfehlern. In einem Spiel, das so stark auf cineastische Immersion setzt, reißen solche technischen Patzer den Spieler immer wieder aus der Welt heraus.

Entscheidungen mit Gewicht?

Das Herzstück des Spiels bleibt das „Stammbaum“-System, das visualisiert, wie sich Entscheidungen auf den Verlauf der Geschichte auswirken. Hier glänzt das Spiel. Es macht Spaß, nach dem ersten Durchgang zu sehen, welche Wege man nicht eingeschlagen hat und wie unterschiedlich das Schicksal der Charaktere verlaufen kann. Der Wiederspielwert ist dadurch enorm hoch. Dennoch bleibt der bittere Beigeschmack, dass viele Entscheidungen nur kosmetischer Natur sind und erst gegen Ende des Spiels wirklich drastische Konsequenzen haben.

Fazit

„The Casting of Frank Stone“ ist kein schlechtes Spiel, aber es ist ein Spiel, das sich in seiner eigenen Komfortzone ausruht. Supermassive Games liefert eine handwerklich solide Horror-Erfahrung ab, die vor allem durch ihre filmische Qualität und die Verbindung zum „Dead by Daylight“-Universum punktet. Wer Fan der Lore ist oder einfach einen unterhaltsamen Abend mit einem interaktiven Slasher-Film verbringen möchte, wird hier definitiv auf seine Kosten kommen.

Wer jedoch spielerische Innovation oder eine Weiterentwicklung des Genres erwartet hat, wird enttäuscht werden. Das Spiel fühlt sich an wie eine „Best-of“-Sammlung der bisherigen Supermassive-Titel, ohne jedoch neue Akzente zu setzen. Es ist ein solider Horror-Trip, der leider daran scheitert, wirklich mutig zu sein. Für einen verregneten Abend mit Freunden auf der Couch ist es dennoch eine Empfehlung wert – solange man seine Erwartungen an das Gameplay im Zaum hält.

7.2
/10
GUT

+ PRO

  • +Herausragende cineastische Inszenierung und Mimik
  • +Spannende Lore-Erweiterung für Fans des Dead by Daylight-Universums
  • +Hoher Wiederspielwert durch verzweigte Entscheidungswege

- CONTRA

  • -Technisch teils unsaubere Performance und Ruckler
  • -Spielerisch sehr simpel gehaltene QTE-Mechaniken
  • -Das Pacing im Mittelteil wirkt unnötig in die Länge gezogen

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