Aphelion: Ein Abenteuer am Rande des Abgrunds
Ein technisch instabiles Adventure, das trotz ambitionierter Rätsel an seiner eigenen Ambition scheitert.
Die Reise ins Nichts
Aphelion wirft den Spieler in die Rolle eines einsamen Technikers auf einer verlassenen Raumstation. Die visuelle Gestaltung erinnert an Klassiker der 90er Jahre, setzt jedoch auf eine moderne Engine, die mit den Texturen der Station offensichtlich überfordert ist.
Die erste Spielstunde verbringt man damit, defekte Stromkreise zu überbrücken. Diese Rätsel sind fordernd, da das Spiel keine Hinweise gibt. Man liest Schaltpläne manuell und überträgt die Logik auf die Konsole.
Technische Stolpersteine
Der Spielspaß wird durch massive Mängel in der Programmierung getrübt. Wenn die Hauptfigur gegen die Wände der Station läuft, bleibt sie oft hängen.
Ich musste das Spiel an zwei Stellen neu starten, weil das Skript für den Aufzug nicht auslöste. Das Laden alter Stände dauert auf der PlayStation 5 trotz SSD-Technik unnötig lange.
Atmosphäre und Design
Die Stärken liegen zweifellos im künstlerischen Design der Umgebungen. Die verrosteten Korridore vermitteln ein Gefühl von Isolation.
Musik und Sounddesign ergänzen diese Stimmung. Die Umgebungsgeräusche, wie das Zischen von Dampf oder das ferne Summen der Elektrik, wirken glaubwürdig.
Fazit zur Spielbarkeit
Die Dialoge mit den KI-Begleitern sind das Herzstück des Spiels. Ihre Persönlichkeiten entwickeln sich basierend auf den Entscheidungen des Spielers.
Leider stürzen diese Dialoge bei komplexen Entscheidungsbäumen oft ab. Ein Spiel, das den Spieler für gute Entscheidungen bestraft, verliert seine Daseinsberechtigung.
Die Entwickler haben nach dem Release einen Patch angekündigt. Aktuell ist der Zustand des Spiels jedoch nicht akzeptabel.
+ PRO
- +Die handgezeichneten Hintergründe der Raumstation bieten eine dichte Atmosphäre
- +Das Inventar-Rätsel-System erfordert logisches Kombinieren statt bloßem Ausprobieren
- +Der orchestrale Soundtrack wechselt passend zur Bedrohungslage zwischen Einsamkeit und Hektik
- +Dialogoptionen mit den drei KI-Einheiten beeinflussen den Zugang zu versperrten Sektoren
- +Die nicht-lineare Erzählweise zwingt zu mehreren Spieldurchgängen für das vollständige Verständnis der Handlung
- CONTRA
- -Skriptfehler führen regelmäßig zum Totalausfall der Hauptfigur bei der Interaktion mit Terminals
- -Die Bildwiederholrate sackt in den Außenarealen auf kritische 15 FPS ab
- -Untertitel verschwinden während der Sprachausgabe in schneller Folge vom Bildschirm
- -Fehlende automatische Speicherpunkte führen bei Abstürzen zum Verlust von bis zu einer Stunde Spielzeit
FAZIT
Aphelion zeigt Ansätze einer spannenden Geschichte, scheitert jedoch kläglich an der technischen Umsetzung und den frustrierenden Designfehlern.
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