Crimson Moon im Test: Dunkle Retro-Reise mit Kanten
Das Indie-Rollenspiel Crimson Moon verbindet klassische isometrische Dungeon-Crawler-Mechaniken mit einer kompromisslosen Fantasy-Atmosphäre für PC und Konsolen.
Der Einstieg in die Schattenwelt
Die isometrische Perspektive von Crimson Moon erinnert sofort an die Blütezeit der Neunziger-Jahre-Rollenspiele. Entwickler ohne Millionen-Budget zeigen hier, dass Pixel-Art auf PC, Xbox und PS5 noch immer funktioniert. Der Spieler startet in einer verlassenen Garnison, die von Untoten belagert wird.
- Direkte Steuerung ohne künstliche Eingabeverzögerung
- Verzicht auf langsame Tutorial-Sequenzen zu Beginn
- Sofortige Konfrontation mit ersten Taktik-Entscheidungen
Mechanik und Charakterentwicklung
Das Kernstück bildet das rundenbasierte Kampfsystem mit Aktionspunkten. Wer seine Krieger unüberlegt nach vorne zieht, scheitert bereits an den ersten Gegnergruppen. Die Talentbäume bieten echte Wahlfreiheit bei der Spezialisierung der Helden.
- Sechs Klassen mit jeweils drei Ausrichtungen stehen zur Auswahl
- Magie verbraucht statt Mana die Lebenspunkte des Zauberers
- Rüstungsklassen beeinflussen direkt die Bewegungsreichweite
Technische Umsetzung und Design
Auf dem PC läuft das Indie-Projekt flüssig und benötigt kaum Rechenleistung. Konsolen-Umsetzungen auf PS5 und Xbox profitieren von schnellen Ladezeiten beim Betreten neuer Dungeons. Die Benutzeroberfläche bleibt jedoch auf kleineren Bildschirmen unübersichtlich.
- Handgezeichnete Hintergründe mit hohem Detailgrad
- Atmosphärische Beleuchtung durch dynamische Lichtquellen
- Fehlende Skalierungsoptionen für HUD-Elemente im Couch-Modus
Umfang und Spielverlauf
Die Kampagne erstreckt sich über rund vierzig Stunden. Ab Spielstunde zwanzig wiederholen sich jedoch manche Dungeon-Layouts deutlich. Das Sammeln von Beute motiviert dennoch bis zum finalen Bosskampf.
+ PRO
- +Das Klassensystem mit sechs verzweigten Talentbäumen erlaubt spürbare Charakter-Spezialisierungen
- +Handgezeichnete 2D-Pixel-Art-Grafik erzeugt eine düstere Stimmung abseits gängiger Trends
- +Der rundenbasierte Taktik-Kampf verlangt in den Bosskämpfen präzise Positionierung auf dem Raster
- +Soundtrack mit analogen Synthesizern erinnert direkt an Klassiker der neunziger Jahre
- +Faire Preiskonstruktion ohne Mikrotransaktionen oder versteckte Shop-Inhalte
- CONTRA
- -Das Missionsdesign wiederholt in den mittleren Spielabschnitten bekannte Hol-und-Bring-Muster
- -Die Textgrößen in den Menüs überfordern auf Konsolen ohne Anpassungsoptionen
- -Der Einstieg erklärt komplexe Statuswerte nur spärlich und setzt Genre-Wissen voraus
- -Schnellreise-Punkte liegen oft zu weit von den eigentlichen Zielorten entfernt
FAZIT
Ein ehrliches Retro-Abenteuer mit spürbaren Längen im Missionsdesign, das vor allem traditionsbewusste Rollenspiel-Fans anspricht.
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