Mortal Shell II im Test: Düsterer Nachfolger mit alten Stärken und bekannten Kanten
Das Action-RPG Mortal Shell II baut auf dem knallharten Fundament des Vorgängers auf und liefert gewohnte Seelen-Kost auf PC, PS5 und Xbox.
Einstieg in die Dunkelheit
Mortal Shell II wirft euch ohne Umschweife in eine verfallene Welt voller untoter Schrecken und modriger Sümpfe. Die Entwickler von Cold Symmetry verzichten komplett auf lange Tutorials und lassen den Spieler sofort spüren, wie unbarmherzig dieses Action-RPG sein kann.
Direkt nach dem Start steht ihr einem ersten Boss gegenüber, der euch unbarmherzig in den Boden stampft. Dieses Intro setzt den Ton für die kommenden dreißig Spielstunden auf PC, PS5 und Xbox.
Das Shell-System im Gefecht
Kernmechanik bleiben die namensgebenden Hüllen, also leere Körper verstorbener Krieger, die ihr im Laufe der Kampagne findet. Jeder dieser vier Körper besitzt eigene Werte für Ausdauer, Lebensenergie und spezielle Nahkampf-Fähigkeiten.
- Die Hülle von Tiel maximiert die Ausdauer für schnelle Dolch-Angriffe.
- Der schwere Krieger Harros steckt deutlich mehr Schaden ein, verbraucht aber enorm viel Energie.
- Der Wechsel zwischen den Hüllen erfolgt an bestimmten Schreinen und verlangt taktische Planung.
Die neue Hardened-Mechanik lässt euren Charakter für zwei Sekunden zu Stein erblinden, was feindliche Schläge abfängt. Wer dieses Timing perfekt meistert, bringt selbst die schwersten Gegner aus dem Konzept und teilt im Anschluss verheerende Konter aus.
Technische Umsetzung auf Konsolen und PC
Die Umstellung auf die Unreal Engine 5 zeigt in den Sumpfgebieten und verfallenen Kathedralen ihre Stärke. Lichteffekte brechen sich realistisch auf rostige Rüstungen und nacktem Fels.
Dennoch läuft die PS5-Version nicht durchgehend stabil bei 60 Bildern pro Sekunde. Bei großen Gegnergruppen mit mehreren Zauberern bremst die Engine spürbar ab.
Frust und Faszination
Das Design der Spielwelt setzt auf vertikale Levelstrukturen mit vielen Abkürzungen und versteckten Truhen. Leider treiben euch die langen Wege nach einem Fehlschlag oft an die Grenzen des Frusts.
Wer stirbt, verliert gesammelten Schade und muss den Weg zum Todesort zu Fuß antreten. Schrein-Standorte sind zu rar gesät, was die Geduld der Spieler strapaziert.
Ein Händler verkauft Heiltränke nur gegen seltene Währung, die ihr mühsam farmen müsst. Diese künstliche Streckung der Spielzeit trübt den ansonsten starken Eindruck der düsteren Atmosphäre.
+ PRO
- +Das verfeinerte Shell-System erlaubt den schnellen Wechsel zwischen vier spielbaren Kriegern im Gefecht
- +Die neue Hardened-Mechanik absorbiert gegnerische Angriffe und belohnt strategisches Timing
- +Unreal Engine 5 Grafik liefert detailreiche Kathedralenruinen und flüssige Animationen
- +Versteckte Lore-Gegenstände erzählen eine kryptische Geschichte ohne seitenlange Textwüsten
- +Der atmosphärische Soundtrack setzt auf dröhnende Celli und erzeugt ständige Anspannung
- CONTRA
- -Das Inventar-Management ist unübersichtlich und versteckt wichtige Crafting-Materialien in Untermenüs
- -Gelegentliche Framerate-Einbrüche auf der PS5 stören Bosskämpfe in den Sumpfgebieten
- -Hitboxen bei großen Bossgegnern treffen oft auch dann, wenn der Ausweichschritt perfekt saß
- -Das Checkpoint-System mit den spärlichen Schrein-Standorten erzwingt zu lange Laufwege nach Toden
FAZIT
Wer die unbarmherzige Härte des Erstlings mochte, bekommt hier eine konsequente Weiterentwicklung mit kleinen technischen Mängeln.
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