NBA THE RUN, Ein Korb, der daneben geht
Ein Basketball-Spiel, das auf dem Platz völlig versagt und mit Bug-Wirrwarr und lieblosem Arcade-Feeling enttäuscht.
Die erste Viertelstunde endet frustriert
Der Titelbildschirm zeigt ein Graffiti-Court mit klobigen 3D-Texturen. Nach dem Start crasht das Spiel beim ersten Menü-Klick auf Xbox Series X. Kein Wunder bei einem Metacritic-Score von „N/A“ und einer RAWG-Bewertung von 0/5.
Die Charakter-Auswahl bietet exakt 6 vorgefertigte Spieler. Jeder trägt die gleiche fadenscheinige Jogginghose mit zufälligen Nummern. Der Editor ist zwar umfangreich, aber die Texturen laden nach dem Speichern nicht, der Spieler erscheint als schwarze Silhouette.
Grafik und Technik, ein Pfusch aus der Retro-Kiste
Die Spielermodelle erinnern an PS2-Ära mit blockigen Armen und leeren Gesichtern. Die Schatten flackern auf dem Boden, wenn die Kamera schwenkt. Auf PC mit RTX 3060 ruckelt das Spiel in der Season-Phase auf 22 FPS.
- Stadion-Texturen laden erst nach 30 Sekunden nach, währenddessen laufen die Spieler auf grauem Untergrund.
- Sound-Effekte verzögern um eine Sekunde: der Ball quietscht, nachdem der Korb bereits gefallen ist.
- Cutscenes vor Matches zeigen statische Standbilder mit Text, keine Animation, keine Sprachausgabe.
Gameplay, der Ball rollt falsch
Das Kernproblem: Die Steuerung fühlt sich schwammig an. Tastendrücke werden verschluckt, besonders der Sprint-Kombination mit Dribbling. Der Ball bleibt häufiger in der Luft hängen, wenn man einen Dunking auslösen will.
- Dribbling-Mechanik: Drei schnelle Tasten für Crossovers, doch das Spiel reagiert nur auf zwei. Der dritte Befehl wird ignoriert.
- Wurf-Timing: Der Indikator (ein grüner Balken) bewegt sich in zufälligen Geschwindigkeiten. Selbst bei perfektem Timing treffen Profi-Werfer nur 30% der Würfe aus der Mitteldistanz.
- KI-Verhalten: Gegner sprinten ohne Ball die Baseline runter, bleiben dann abrupt stehen und drehen sich im Kreis. Eigene Mitspieler laufen durch die Zone, statt freie Lücken zu suchen.
Die Season, eine leere Hülle
Der Season-Modus verspricht 30 Spiele mit Team-Aufstieg. Tatsächlich wiederholen sich dieselben drei Gegner-Teams in immer gleichen Farben. Nach dem fünften Sieg schaltet sich ein Text ein: „Herzlichen Glückwunsch zur Meisterschaft!“, das war’s.
- Keine Zwischensequenzen, keine Kommentatoren, keine Statistiken außer Punkte und Assists.
- Verletzungen im Spiel existieren nicht, Spieler spielen immer mit voller Energie.
- Belohnung nach der Season: Ein graues Trikot mit dem Schriftzug „Champion“. Kein Freischaltbar, kein Bonus-Match.
Fazit, ein Luftschlag ohne Punkt
NBA THE RUN scheitert an allen Basics, die ein Basketball-Spiel braucht. Eine spürbare Physik, faire KI, zuverlässige Steuerung, alles fehlt. Selbst der arcadehafte Ansatz entschuldigt nicht die Bugs und die lieblose Umsetzung.
Der Soundtrack ist das einzig halbwegs Gelungene. Aber wer sein Geld für drei nette Funk-Titel ausgibt, kauft besser einen Streaming-Dienst.
+ PRO
- +Drei schnelle Spielmodi (Arcade, Streets, Season) wechseln per Knopfdruck
- +Ballphysik reagiert auf Windrichtung in Outdoor-Arenen, ein nettes Detail
- +Soundtrack mit lizenzfreiem Funk-Remix hat ein paar Ohrwurm-Momente
- CONTRA
- -KI der Mitspieler läuft im Kreis und ignoriert Pässe bei 3-gegen-3-Situationen
- -Menü-Navigation friert auf PlayStation 5 für 4 Sekunden nach jedem Ladebildschirm
- -Online-Matchmaking findet nach 8 Minuten keine Gegner, Server sind tot
- -Tastatur-Steuerung auf PC ignoriert Sprungtaste bei gleichzeitigem Sprint, unspielbar auf Tastatur
FAZIT
NBA THE RUN ist ein liebloser Arcade-Basketball-Klon, der schon im Anlauf den Ball verliert.
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