Secrets of the Heart, Ein verliebtes Desaster im Pixelkleid
Dieses Indie-RPG verspricht eine emotionale Achterbahn, liefert aber eher eine Berg- und Talfahrt voller Bugs und unfertiger Mechaniken.
Erster Eindruck
Secrets of the Heart startet mit einem schwarz-weißen Vorspann, der an frühe 90er-Jahre-RPGs erinnert. Ein junger Held sucht nach seiner verschollenen Jugendliebe, soweit die Prämisse.
Doch schon nach der ersten Dialogzeile fallen die Hüllen: Statt stimmiger Texte erscheinen Platzhalter in eckigen Klammern wie [NPC sag hier was Romantisches]. Der Entwickler hat offenbar vergessen, die Skripte zu finalisieren.
Grafik und Atmosphäre
Die Pixel-Art ist stimmig, besonders die Charakter-Portraits haben Charme. Ein paar Hintergründe zeigen detailreiche Lichteffekte.
Aber diese Momente der Freude werden von schweren technischen Mängeln zunichtegemacht. Das Spiel stürzt regelmäßig ab, wenn man eine Karte wechselt. Der Soundtrack, ein paar nette Klavierstücke, ruckelt dann genauso wie die Spielfigur.
Kampfsystem und Fortschritt
Der Kampfmodus ist rundenbasiert, aber die Animationen laufen so langsam, dass man lieber das Handtuch wirft. Feinde greifen an, bevor der eigene Befehl überhaupt registriert wird.
Es gibt keine Heilgegenstände. Man stirbt nach zwei Treffern. Keine Zwischenspeicher, ein Tod bedeutet Neustart vom letzten Autosave, der oft an Stellen sitzt, wo man bereits 20 Minuten verloren hat.
Story und Dialoge
Die Grundidee, zwei Liebende durch verschiedene Zeitebenen zu führen, ist originell. Einige Entscheidungen sollen den weiteren Verlauf beeinflussen.
Praktisch funktioniert das nicht: Weil die meisten Dialoge fehlen oder aus Copy-Paste-Text bestehen, ist die Handlung nicht nachvollziehbar. Man klickt sich durch Menüs und hofft auf ein Wunder.
Technische Mängel
- Abstürze: Im Durchschnitt alle 15 Minuten crasht das Spiel.
- Ruckler: Selbst auf niedrigen Details kämpft die Engine mit mehr als zwei Gegnern.
- Sound: Musik und Soundeffekte laufen manchmal asynchron und überlagern sich.
- Controller-Unterstützung: Fehlt komplett. Tastatursteuerung fühlt sich schwammig an.
Gesamteindruck
Secrets of the Heart wirkt wie ein Early-Access-Prototyp, der nie fertiggestellt wurde. Die Idee einer emotionalen RPG-Reise ist sympathisch, aber die Ausführung ist katastrophal.
Für fünf Euro bekommt man vielleicht ein kurzes Experiment. Wer aber ein funktionierendes Spiel sucht, sollte die Finger davon lassen. Der Entwickler hätte besser ein Jahr länger an Bugfixes gearbeitet.
+ PRO
- +Einige stimmungsvolle Piano-Tracks treffen den richtigen Ton
- +Die Grundidee, eine Liebesgeschichte mit Wahlmöglichkeiten, hat Potenzial
- +Kurze Ladezeiten von unter 5 Sekunden
- +Preis von unter 5 Euro ist fair für das, was ansatzweise funktioniert
- +Charakter-Portraits im Retro-Stil sind liebevoll gezeichnet
- CONTRA
- -Dialoge brechen oft nach dem zweiten Satz ab und zeigen Platzhalter-Text
- -Kämpfe ruckeln auf einem Mittelklasse-PC auf unter 20 Frames
- -Die Karte zeigt keine Markierungen, man findet Quests nur durch Rumirren
- -Speicherfunktion existiert nicht, keine manuellen Speicherpunkte, nur ein Autosave, das oft fehlschlägt
FAZIT
Ein ambitioniertes, aber technisch unfertiges Herzensprojekt, das man besser im Entwickler-Tagebuch verfolgt als zu spielen.
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