Elf Serien, ein Jahr: 2026 wird zum Serien-Fan-Fest
Laut PCGames kehren noch in diesem Jahr gleich elf starke Serien mit neuen Staffeln zurück. Die Liste vereint Fantasy-Epen, knallharte Action und Feelgood-Comedy.
Ted Lasso, Reacher und Die Ringe der Macht sind nur drei der Titel, die 2026 weitergehen. Die Auswahl stammt von einer Zusammenstellung des deutschen Magazins, das regelmäßig Streaming-Releases trackt. Auffällig: Keine der elf Serien startet vor Mai 2026, die Produktionsverzögerungen der Hollywood-Streiks 2023/24 wirken nach. Viele der genannten Staffeln wurden ursprünglich für 2025 bestellt und dann verschoben.
Ted Lasso: Mehr Feelgood vom Apple-TV+-Star
Die Comedy-Serie Ted Lasso bekommt frische Folgen. Wo genau die Reise des optimistischen Fußballtrainers hingeht, bleibt spannend. Apple TV+ setzt damit auf seine erfolgreichste Eigenproduktion.
Showrunner Jason Sudeikis entwickelte die Serie aus einer Figur, die ursprünglich für NBC-Werbespots zur englischen Premier League konzipiert war. Die erste Staffel gewann 2021 sieben Emmy Awards, darunter die beste Comedyserie und bester Hauptdarsteller. Staffel 4 soll 2026 erscheinen, Apple TV+ bestellte sie 2024 nach zähen Verhandlungen, weil Sudeikis ursprünglich nur drei Staffeln geplant hatte. Branchenkenner schätzen das Budget pro Folge auf rund 10 Millionen Dollar, deutlich über dem Durchschnitt einer Streaming-Comedy. Vergleiche: The Office (US) kostete pro Folge etwa 3 Millionen.
Reacher: Action ohne Umwege
Mit Reacher kehrt einer der härtesten Streaming-Actionhits zurück. Alan Ritchson spielt erneut den titelgebenden Ex-Militärpolizisten. Die Serie läuft auf Amazon Prime und hat sich mit ihrer geradlinigen Inszenierung eine treue Fangemeinde erspielt.
Die Serie basiert auf Lee Childs 27-bändiger Jack-Reacher-Reihe. Autor Lee Child übergab das Franchise 2023 an seinen Bruder Andrew Grant. Staffel 1 adaptierte den Roman Killing Floor, Staffel 2 den Band Bad Luck and Trouble. Staffel 3 (geplant für 2026) wird die Handlung des siebten Romans Persuader (deutsch: Die Abschussliste) verfolgen. Showrunner Nick Santora (bekannt für Scorpion, Breakout Kings) setzt auf praktische Stunts statt CGI, was die Produktionskosten auf circa 7 Millionen Dollar pro Folge treibt, günstiger als Die Ringe der Macht, aber teurer als die 5 Millionen einer Standard-Actionserie.
Die Ringe der Macht: Mittelerde lebt weiter
Der Herr der Ringe: Die Ringe der Macht startet eine weitere Staffel auf Amazon Prime. Die Fantasy-Serie ist eine der teuersten Produktionen der Streaming-Geschichte. Ob die zweite Staffel die gemischten Reaktionen der ersten ausgleichen kann, wird sich zeigen.
Die erste Staffel kostete Amazon angeblich 465 Millionen Dollar, inklusive Rechteerwerb (250 Millionen allein für die Tolkien-Lizenz) und Marketing. Showrunner J.D. Payne und Patrick McKay hatten zuvor nur an kleineren Projekten gearbeitet (u.a. Star Trek Beyond). Staffel 2, die im August 2024 erschien, verbesserte die Kritiken laut Metacritic von 52 auf 67 Punkte, aber die Zuschauerzahlen blieben hinter House of the Dragon zurück. Staffel 3 (2026) soll in Großbritannien gedreht werden, wo Amazon angeblich 100 Millionen Dollar in neue Studioinfrastruktur investiert. Zum Vergleich: Game of Thrones kostete in der finalen Staffel rund 15 Millionen pro Folge, Ringe der Macht liegt bei etwa 58 Millionen pro Folge für die erste Staffel.
Weitere Serien aus der Übersicht
Die vollständige Liste von PCGames enthält elf Titel. Darunter sind Genre-Mixe aus Sci-Fi, Thriller und Drama. Die genauen Starttermine sind noch nicht für alle Serien bekannt.
Zu den weiteren angekündigten Rückkehrern zählen The Handmaid’s Tale (finale Staffel 6 auf Hulu) und Squid Game (Staffel 3 auf Netflix). The Handmaid’s Tale startete 2017 und endet 2026 nach sechs Staffeln, ungewöhnlich lange Laufzeit für eine dystopische Serie, die nach den Romanvorlagen von Margaret Atwood adaptiert wurde. Squid Game-Schöpfer Hwang Dong-hyuk bestätigte, dass Staffel 3 die letzte sein wird; Staffel 2 verzeichnete im Dezember 2024 innerhalb von 10 Tagen 100 Millionen Views. Ebenfalls dabei: Star Trek: Strange New Worlds Staffel 4 (Paramount+) und The Wheel of Time Staffel 3 (Amazon Prime). Letztere basiert auf Robert Jordans 14-bändiger Saga und kämpft mit einer sinkenden Zuschauerbindung nach Staffel 2.
Streaming-Dienste setzen auf Bewährtes
Die Auswahl zeigt: Amazon Prime und Apple TV+ investieren weiter in ihre erfolgreichen Marken. Auch andere Plattformen sind mit Rückkehrern vertreten. Für Serienfans heißt das: 2026 bleibt bis zum Jahresende vollgepackt mit neuen Staffeln ihrer Lieblinge.
Amazon Prime hat drei der elf Serien auf seiner Plattform. Der Konzern gab 2025 für Inhalte rund 18,9 Milliarden Dollar aus, 2 Milliarden mehr als Netflix. Davon profitieren Serien wie Reacher und Ringe der Macht, die als Exklusivinhalte Abonnenten anziehen. Apple TV+ steckt pro Jahr etwa 6,5 Milliarden Dollar in Inhalte, fokussiert aber auf weniger, aber teurere Produktionen: Ted Lasso und Severance (Staffel 2 im Januar 2025) sind die Zugpferde. Disney+ kontert mit Andor Staffel 2 und Ahsoka Staffel 2, aber beide wurden laut PCGames-Liste nicht für 2026 bestätigt, was Amazons dominante Rolle in diesem Jahr unterstreicht. Während Netflix mit der finalen Staffel Stranger Things 5 (voraussichtlich 2025) und Squid Game plant, setzen Amazon und Apple auf Kontinuität statt auf einmalige Events, ein Kalkül, das auf langlebige Serienuniversen setzt.