WLAN-Frust adé
Die Nintendo Switch hat ein hartnäckiges Problem: schlechte WLAN-Leistung. Downloads ziehen sich ewig, und beim Online-Zocken fliegt man ständig aus der Verbindung.
- Langsame Downloadraten
- Unbeständige Latenz
- Regelmäßige Abbrüche
Das OLED-Modell besitzt immerhin einen LAN-Port im Dock. Wer aber die klassische Switch oder die Lite besitzt, hat diese Option nicht. Der Frust ist vorprogrammiert.
Warum das WLAN der Switch so schwach ist
Die Switch verwendet einen Broadcom BCM4356-Chip, der auch in Smartphones der Mittelklasse von 2015 steckt. Die Antenne ist im Gehäuse beengt platziert, bei der Lite-Version zusätzlich durch die kompakte Bauweise gedämpft. In realen Tests erreicht die Konsole über WLAN selten mehr als 40 Mbit/s im 5-GHz-Band, oft nur 20 bis 30 Mbit/s bei Entfernung von mehr als fünf Metern zum Router. Zum Vergleich: Eine PlayStation 5 liefert über WLAN das Vier- bis Fünffache. Nintendo selbst hat das Problem nie offiziell eingestanden, aber die späte Nachrüstung des LAN-Ports im OLED-Dock spricht Bände.
Das Original-Dock von 2017 besitzt drei USB-2.0-Ports. Über diesen Anschluss lassen sich maximal 480 Mbit/s übertragen, aber der integrierte Ethernet-Controller des Adapters begrenzt die Switch auf 100 Mbit/s, ein Flaschenhals, der für Spieldownloads aber völlig ausreicht. Ein 16-GB-Spiel wie The Legend of Zelda: Tears of the Kingdom lädt so in rund 22 Minuten statt 45 Minuten über WLAN.
Die Lösung für 12 Euro
Amazon führt ein simpel wirkendes Gadget, das den fehlenden LAN-Port ersetzt. Die Rede ist von einem USB-LAN-Adapter, der direkt an das Dock der Switch angeschlossen wird.
Der Preis: rund 12 Euro. Keine teure Neuanschaffung, kein Umbau. Einfach einstecken, Ethernet-Kabel dran, und schon surft die Konsole über Kabel.
Hersteller und der offizielle Nintendo-Adapter
Die meisten gängigen Adapter unter 15 Euro stammen von Ugreen, Cable Matters oder Anker. Sie verwenden den AX88179-Chip von ASIX, der von der Switch nativ unterstützt wird, keine Treiberinstallation nötig. Nintendo selbst verkauft einen baugleichen Adapter (Modell HAC-003) für 29,99 Euro im eigenen Store. Der einzige Unterschied: das offizielle Switch-Logo auf der Verpackung. Der Chip ist identisch. Wer also 12 Euro ausgibt, erhält dieselbe Leistung wie mit dem teureren Nintendo-Produkt.
Die Kompatibilität ist gut, aber nicht lückenlos. Einige ältere Adapter mit Realtek-Chips (z. B. RTL8153) werden von der Switch nicht erkannt. Das betrifft vor allem Modelle, die für den PC oder die PlayStation 4 entwickelt wurden. Der Käufer sollte vor dem Kauf auf die Chip-Baureihe achten, bei Amazon steht die Produktbeschreibung oft ungenau. Ein Indikator: Adapter mit der Bezeichnung „Switch-kompatibel“ oder dem Vermerk „für Nintendo Switch“ enthalten meist den AX88179.
So funktioniert das Gadget
Der Adapter wird in einen der USB-Anschlüsse des Docks gesteckt. Die Switch erkennt die kabelgebundene Verbindung automatisch.
- Kein WLAN-Signal mehr nötig
- Stabile und schnelle Datenübertragung
- Kein Einrichtungsaufwand
Das Einzige, was ihr braucht, ist ein LAN-Kabel und eine freie Ethernet-Dose in der Nähe der Konsole. Der Adapter selbst ist kompakt, er passt problemlos neben das Dock.
Einschränkungen der kabelgebundenen Lösung
Der USB-2.0-Port des Docks begrenzt die Geschwindigkeit auf 480 Mbit/s, doch der Ethernet-Controller schafft nur 100 Mbit/s. Das ist für Spiele-Downloads ausreichend, ein 32-GB-Titel wie Super Smash Bros. Ultimate ist in unter 45 Minuten fertig. Wer jedoch große Datenmengen über das lokale Netzwerk überträgt (z. B. Screenshots via FTP), merkt die Grenze. Ein Gigabit-Adapter wäre möglich, aber die Switch unterstützt ihn nicht, weil der USB-Port nur im High-Speed-Modus läuft.
Ein weiterer Punkt: Der Adapter funktioniert nur im angedockten Zustand. Unterwegs im Handheld-Modus bleibt nur das WLAN. Für Reisende gibt es USB-C-Adapter, die direkt an die Konsole gesteckt werden, diese sind aber meist teurer (ab 20 Euro) und blockieren den Ladeanschluss.
Lohnt sich der Kauf?
Wer regelmäßig große Spiele wie The Legend of Zelda: Tears of the Kingdom oder Super Smash Bros. Ultimate herunterlädt, wird den Unterschied sofort merken. Auch Online-Matches laufen ohne Ruckler.
Für 12 Euro ist das der günstigste Weg, die WLAN-Schwäche der Switch dauerhaft zu umgehen. Keine Bastelei, kein teurer Dock-Tausch, nur ein kleiner Adapter und Ruhe ist. Nintendo selbst verkauft sein Modell seit 2017 unverändert zum dreifachen Preis, ein Zeichen dafür, dass die Nachfrage nach einer kabelgebundenen Lösung nie versiegt ist.