3.800 Dollar, für Speicherplatz
SanDisk hat eine offiziell lizenzierte PS5-SSD angekündigt. Der Preis: 3.800 US-Dollar. Kein Tippfehler, kein Sonderangebot für eine signierte Edition. SanDisk gehört zu Western Digital, dem weltweit drittgrößten Hersteller von NAND-Flash-Speichern. Das Unternehmen brachte bereits lizenzierte Speicherkarten für die Nintendo Switch heraus (offizielle microSD-Karten für 30 bis 150 Euro) und beliefert Sony seit Jahren mit Flash-Speicher für die PlayStation-Plattform. Diese SSD ist die erste offiziell lizenzierte interne Erweiterung für die PS5, ein Novum, das zeigt, wie Sony die Kontrolle über das Zubehör verschärft. Der Preis liegt über dem Dreifachen einer PS5 Pro (700 Dollar) und übertrifft selbst die teuersten PC-SSDs um ein Vielfaches.
Was bekommt man für das Geld?
- Eine SSD, die offiziell für die PS5 lizenziert ist, kein Adapter-Gefummel, keine Kompatibilitätssorgen.
- Wahrscheinlich eine Kapazität von 8 TB (das Doppelte der derzeit größten offiziell empfohlenen SSDs) oder 4 TB zu einem Preis von 0,475 Dollar pro Gigabyte.
- Den exklusiven Segen von Sony, dass dieses Teil „so funktioniert, wie es soll“, inklusive garantierter Lesegeschwindigkeit von 7.000 MB/s.
Zum Vergleich: Eine WD Black SN850X mit 4 TB kostet im Handel rund 400 Euro, eine Samsung 990 Pro mit 4 TB liegt bei 350 Euro. Selbst die teuerste NVMe-SSD von Sabrent (8 TB, Rocket 4 Plus) ist für etwa 1.500 Euro zu haben. Der Aufpreis von 2.300 Dollar zur Konkurrenz erklärt sich nicht durch bessere Latenzen oder höhere Haltbarkeit, sondern durch das Sony-Label auf der Verpackung. Die Lizenzgebühr pro Einheit dürfte bei 50 bis 100 Dollar liegen, den Rest kassiert SanDisk als Premiumaufschlag.
Der nackte Wahnsinn
Das Problem liegt nicht in der Technik. Es liegt im Signal: Lizenzgebühren, Knappheit und „Premium“-Status rechtfertigen jeden Preis. SanDisk und Sony setzen den Hebel an, und wir halten den Geldbeutel hin. Die PS5 ist nicht das Problem. Das Problem ist ein Markt, der aus „offiziell lizenziert“ ein Preisschild macht.
- 3.800 Dollar für Speicher? Da kauft man lieber eine zweite Konsole und eine Festplatte fürs Büro.
- Der Trend ist branchenweit sichtbar: Apples Speicher-Upgrades kosten bis zu 600 Dollar für 8 TB, Nvidias Founders Edition-Karten haben Aufschläge von 50 Prozent gegenüber Drittherstellern.
- Bei Konsolen gibt es Vorbilder: Seagate verkauft eine offiziell lizenzierte 1-TB-Speicherkarte für die Xbox Series X für 200 Euro (0,20 Euro pro GB). SanDisks SSD liegt mit 0,475 Dollar pro GB mehr als doppelt so hoch, bei deutlich günstigeren Rohstoffen (NAND-Flash-Preise fielen 2024 um 15 Prozent).
Die Grenze ist erreicht, oder überschritten?
Die Kotaku-Überschrift bringt es auf den Punkt: „The end isn‘t nigh, it‘s already here.“ Wir sind nicht kurz vor dem Abgrund, wir stehen mittendrin. Solche Produkte sind keine Fehlentscheidung eines Managers. Sie sind der logische Endpunkt eines Systems, das exklusive Labels über Vernunft stellt. Die PS5-SSD für 3.800 Dollar ist ein Mahnmal: Wer jetzt noch „Aber sie ist offiziell lizenziert!“ sagt, hat verstanden, worum es geht, aber nicht, was es kostet.
Der DualSense Edge Controller (200 Euro) und die PS5 Pro (700 Euro) haben gezeigt, dass Sony bereit ist, die Preisschraube anzuziehen. 2023 verkaufte SanDisk eine 2-TB-Portable-SSD für 300 Dollar, das gleiche Produkt mit PS5-Label kostet nun mehr als das Zehnfache. Wer dennoch zugreift, finanziert eine Preispolitik, die Kompatibilität als Luxusgut verkauft, obwohl jede Standard-PCIe-4.0-SSD die Mindestanforderungen der Konsole erfüllt.