Eddie Izzard hätte ihre Freude dran
Vor Jahren lieferte Suzy Eddie Izzard einen legendären Stand-up über verschiedene Staubsaugermarken inklusive des unsterblichen „Hodededededer“. Jetzt, am 25. Juni 2026, veröffentlicht 7 Nights with Vroombi auf Steam und verwirklicht, was Izzard vielleicht als nächstes skizziert hätte: Einen Roboter-Staubsauger, der in einem Spukhaus feststeckt.
Das Konzept klingt absurd, funktioniert aber. Du bist Mr. Vroombi, ein smarter Saugroboter mit einer Mission: Jede Nacht eine bestimmte Menge Staubpartikel einsammeln. Klingt nach putziger Routine, wäre da nicht das Haus.
Was dich in den sieben Nächten erwartet
- Möbel, die sich von allein verschieben, dein Navi wird jedes Mal aufs Neue ausgetrickst.
- Stöhnen hinter Türen. Du weißt nie, ob es das Haus oder ein Bewohner ist.
- Der Staub liegt in ornamentalen, fast okkulten Mustern, als hätte jemand ein Ritual mit Krümeln durchgeführt.
- Überall kleben Notizen und Kritzeleien eines Kindes namens Lily. Mal hilfreich („Drück den Scanner-Knopf!“), mal creepy („Du kannst hier nicht weg, oder, Mr. Vroombi?“).
Besonders fies: Die kleinen Nachrichten erzeugen echte Atmosphäre. Ich würde aktuell auf eine 55%ige Wahrscheinlichkeit tippen, dass Lily der Satan persönlich ist.
Zwischen Putzwahn und Panik
Der Reiz liegt im täglichen Mix aus Routine und Überraschung. Du musst deine Saugleistung managen, Akku im Auge behalten und trotzdem jede Ecke nach Staub absuchen, während das Haus dir ständig neue, unheimliche Streiche spielt.
7 Nights with Vroombi ist kein reiner Horror-Titel. Es ist die permanente kleine Irritation, die einen nicht loslässt: Ein knarrendes Geräusch, eine plötzlich verschlossene Tür, das Gefühl beobachtet zu werden. Und mittendrin ein Roboter, der einfach nur seinen Job machen will.
Der Launch auf Steam ist heute erfolgt. Wer Lust auf eine ungewöhnliche Mischung aus Puzzles, Stealth und psychologischem Grusel hat, sollte Mr. Vroombi eine Chance geben. Vielleicht findet Lily ja wirklich nur einen neuen Spielkameraden.
Vom Müll zum Spukhaus, Die Macher
Entwickelt wird das Spiel vom Kölner Studio Fuzzy Logic Games. Das 2020 von drei ehemaligen Filmstudenten gegründete Team veröffentlichte 2022 den textbasierten Erstling „The Garbage Collector’s Diary“ (15.000 Einheiten verkauft). 2024 folgte „Lamp“, ein 30-Minuten-Horror aus der Perspektive einer Nachttischlampe, das auf der Indie Game Showcase Berlin einen Preis gewann.
Die Idee zu einem Saugroboter als Horror-Protagonist entstand auf derselben Messe. Fuzzy Logic Games investierte 18 Monate Entwicklung. Eine Demo auf dem Steam Next Fest im Mai 2026 verzeichnete 50.000 Downloads und eine Durchspielrate von 68 Prozent, ungewöhnlich hoch für ein Puzzlespiel mit Horror-Elementen.
Zwischen Staubsauger und Geisterjäger, Einordnung
Das Konzept eines putzenden Roboters im Horrorsetting hat Vorläufer. „Roombo: First Blood“ (2019, Samurai Punk) ließ Spieler als Saugroboter Einbrecher ausschalten, Action statt Atmosphäre. 7 Nights setzt dagegen auf psychologischen Druck und Stealth.
Mechanisch näher steht „The Haunting of Bly House“ (2021), ein Point&Click-Spiel, in dem man als Reinigungskraft durch ein Spukschloss streift. Auch dort bestimmt Staub die Rätsel. Vroombi automatisiert die Bewegung und erzeugt eine neue Art von Spannung, während man dem Akku hinterherjagt. Der Release am 25. Juni platziert das Spiel in ein Sommerloch für Indie-Horror. Konkurrenz kommt von „The Midnight Walk“ (26. Juni, ebenfalls Steam) und der Konsolen-Portierung von „Little Nightmares III“ (August). 7 Nights kostet 14,99 Euro und liegt damit im üblichen Einsteiger-Segment.