Der nächste Schritt für Cover-Shooter
Taylor Kurosaki und Jacob Minkoff von That's No Moon sprachen mit Tamoor Hussain über die Enthüllung von Crossfire. Ihr Ziel: das Third-Person-Cover-Shooter-Genre frisch aufzuziehen. Dazu setzen sie auf eine Mechanik, die selbst erfahrene Spieler zwingt, jede Position zu hinterfragen.
Adaptive Deckung als Druckmittel
- Die zentrale Neuerung heißt adaptive Deckung, Wände und Hindernisse verändern sich dynamisch.
- Anders als bei festen Deckungspunkten müssen Spieler ständig neu positionieren.
- Das erzeugt permanenten Entscheidungsdruck statt ruhiger Pausen hinter Mauern.
Warum das funktioniert
Kurosaki und Minkoff betonen, dass klassische Cover-Shooter oft in Stillstand verfallen. Crossfire vermeidet das, indem die Umgebung selbst zum Feind wird. Deckung schützt nur kurz, dann bricht sie weg oder wird unbrauchbar. Das zwingt zu einem flüssigen, aggressiven Spielstil.
Ein Beispiel aus dem Gameplay
- Ein Vorsprung aus Beton bröckelt unter Beschuss.
- Ein Metallcontainer wird von gegnerischem Feuer durchsiebt.
- Spieler müssen sich in Bewegung halten, sonst werden sie in die Enge getrieben.
Konsequenzen für den Spielfluss
Die Entwickler setzen darauf, dass diese Mechanik den Puls erhöht. Jede Deckung ist eine temporäre Gnadenfrist. Crossfire verlangt ständige Wachsamkeit und schnelle Reaktion, genau das, was Fans actionreicher Third-Person-Shooter suchen.
Die Macher: That's No Moon
Das Studio That's No Moon wurde 2021 von Taylor Kurosaki und Jacob Minkoff gegründet. Beide kommen von Naughty Dog und Infinity Ward. Kurosaki war Narrative Director bei Uncharted 4 und The Last of Us Part II, Minkoff Lead Designer bei Call of Duty: Modern Warfare (2019). Davor arbeiteten sie gemeinsam an Call of Duty: Ghosts. Mit Crossfire produzieren sie ihren ersten eigenen Titel, finanziert durch Smilegate, eine Partnerschaft, die dem Studio kreative Freiheit lässt.
Crossfire, ein asiatischer Gigant
Crossfire ist kein neues IP: Der ursprüngliche Free-to-Play-Taktik-Shooter von Smilegate startete 2007 in Südkorea. Er zählt über 650 Millionen registrierte Nutzer (Stand 2020) und erzielte 2019 laut SuperData einen Umsatz von rund 1,3 Milliarden US-Dollar, größtenteils in China und Südkorea. Das neue Crossfire ist ein separates Third-Person-Spiel mit Kampagne und Koop-Modus, entwickelt von That's No Moon. Es teilt nur den Namen und das militärische Setting mit dem Vorgänger, nicht aber die Genre-Mechaniken.
Cover-Shooter im Wandel der Zeit
Das Genre der Cover-Shooter erlebte seinen Höhepunkt mit Gears of War (2006), das die dritte Person und Deckungssysteme populär machte. Später folgten Uncharted, The Division und Ghost Recon Breakpoint, alle mit eher statischen Deckungen. Adaptive Umgebungen gab es in Ansätzen in Gears of War 5 (zerstörbare Wände) oder Control (veränderbare Räume), aber nie als zentrales Druckmittel. Crossfire geht weiter: Hier muss der Spieler nicht nur auf Feinde, sondern auch auf die Umwelt achten, die sich während des Gefechts permanent wandelt.
Das steckt hinter dem Projekt
That's No Moon ist ein Studio mit Veteranen von Naughty Dog und Infinity Ward. Mit Crossfire zeigen sie, dass das Genre noch unentdeckte Winkel hat. Die adaptive Deckung ist kein Gimmick, sondern das Herzstück des Spiels.