Überraschung im Einstiegssegment
AMD hat die RX 9050 leise in die Preislisten aufgenommen. Die Karte richtet sich an Sparfüchse und 1080p-Einsteiger. Offiziell gibt der Hersteller 8 GB VRAM an, eine akzeptable Größe für aktuelle Spiele.
Doch erste Händlerdaten und Quellen von PCGamer deuten auf eine zusätzliche Variante hin. Diese könnte mit nur 4 GB VRAM ausgeliefert werden. Das wäre selbst für Low-Budget-Systeme ein harter Brocken.
Die Namensgebung der RX 9050 passt in AMDs unübersichtliche Reihe. Vorherige Einstiegsmodelle hießen RX 6400 und RX 6500 XT, beide kamen 2022 auf Basis des Navi-24-Chips (6 nm) mit 4 GB VRAM und einem 64-Bit-Speicherinterface. Die RX 6400 startete zu 159 Euro UVP, die RX 6500 XT zu 199 Euro. Beide wurden für ihren knappen VRAM kritisiert, besonders die RX 6400, die kaum schneller war als integrierte Vega-Grafik. Die RX 9050 setzt entweder auf RDNA3 (Navi 33) oder einen abgespeckten Chip. Gerüchte um ein 4-GB-Modell lassen befürchten, dass AMD den gleichen Fehler wiederholt, nur günstiger.
Was steckt wirklich drin?
- Die Referenzkarte zeigt einen kompakten, lüfterlosen Kühler, ideal für schmale Office-PCs.
- Der Speicherinterface soll nur 64 oder 128 Bit breit sein, was die Bandbreite drastisch begrenzt.
- Ein 4-GB-Modell würde viele aktuelle Titel bei mittleren Details ausbremsen. Spiele wie Starfield oder Cyberpunk 2077 laufen damit bestenfalls auf Minimal-Einstellungen.
Die 8-GB-Version bleibt der offizielle Standard. Doch die Spekulation um die 4-GB-Karte zeigt: AMD drückt die Einstiegshürde so tief wie lange nicht.
Die technische Basis ist überschaubar. Bei 64 Bit Speicherbus und 8 GB GDDR6 mit 14 Gbps erreicht die Karte 112 GB/s Bandbreite, weniger als die GTX 1650 (128 GB/s) von 2019. Ein 4-GB-Modell mit gleichem Bus hätte nur 56 GB/s, was selbst ältere Spiele wie Red Dead Redemption 2 auf niedrigen Texturen ausbremst. AMDs bisheriger Low-End-Chip Navi 24 bot 16 Compute Units; die RX 9050 könnte 24 oder 18 CU haben. Konkrete Benchmarkzahlen fehlen noch. Händlerlisten nennen Preise zwischen 79 und 99 Euro für die 8-GB-Version, unter 100 Euro ist Neuland für dedizierte GPUs seit der Radeon R7 250 (2013).
Zielgruppe oder Fehlgriff?
Wer soll die RX 9050 kaufen? Vermutlich Besitzer alter Bürorechner, die nur gelegentlich ältere Indies oder Minecraft zocken. Für aktuelle Triple-A-Titel ist sie selbst mit 8 GB nur bedingt geeignet.
- Die Konkurrenz von Intel (Arc A-Serie) und Nvidia (RTX 4050) bietet mehr Leistung, kostet aber auch mehr.
- Ein 4-GB-Modell wäre ein Nischenprodukt für absolute Minimalisten, oder für Bastler, die in einem schmalen Gehäuse kein Netzteil tauschen wollen.
Die offizielle Liste zeigt keine 4-GB-Konfiguration. Trotzdem deuten die Leaks auf eine sehr knappe Kalkulation hin.
Der Low-End-Markt ist hart umkämpft, aber klein. Intels Arc A310 (4 GB, 75 Euro) und A380 (6 GB, 110 Euro) verkaufen sich schlecht, teils wegen Treiberproblemen. Nvidia bietet keine Desktop-Karte unter 150 Euro mehr an. Gebrauchte RTX 2060 (6 GB) kosten rund 120 Euro und sind oft doppelt so schnell. Die RX 9050 zielt auf OEM-Systeme und absolute Sparfüchse, die kein zweites Netzteil-Kabel ziehen wollen. AMDs eigenes Ryzen 7000 mit RDNA2-iGPU (z.B. 780M) erreicht in 1080p Low bereits das Niveau einer RX 6400. Eine dedizierte Karte muss sich gegen solche iGPUs behaupten, bei 79 Euro ein knapper Spagat.
Fazit ohne Blumen
Die RX 9050 ist da, günstig, klein und mit durchwachsenen Spezifikationen. Ob sie die Erwartungen erfüllt, hängt vom tatsächlichen VRAM ab. Wer mehr als 60 Euro ausgeben kann, greift besser zu einer gebrauchten Karte von vor drei Jahren.
Schon bei der RX 6500 XT gab es Gerüchte über eine 6-GB-Version; ausgeliefert wurde nur 4 GB. Die Händlerdaten zur RX 9050 mit 4 GB könnten ein ähnlicher Vorgeschmack sein, oder ein echtes Modell, das AMD später still und heimlich als „OEM-only“ listet. Bis zur offiziellen Bestätigung bleibt die 8-GB-Version der einzige Fakt. Der Rest ist Geschichte, die sich wiederholt.