Flugbegleiter mit Nebenjob: Dämonen jagen
Der neueste Trend der Horror-Job-Sims nimmt kein Ende. Nach Hellmart (2025) und dem Multiplayer-Titel Shift At Midnight schickt uns Night Plane nun in die Lüfte. Das Spiel versetzt uns in die Rolle eines Flugbegleiters im Jahr 1999, im typischen PSX-Look mit blockigen Texturen und kantigen Modellen.
Entwickelt wird Night Plane von Liminal Horizons, einem schwedischen Indie-Studio mit fünf Angestellten. Deren vorheriges Spiel Checkout (2024), eine Kassierer-Horror-Simulation im Supermarkt, verkaufte sich auf Steam über 80.000 Mal und hält eine 84% positive Bewertung. Ein weiteres Projekt, Convoy of No Return (2022), ließ Spieler als LKW-Fahrer auf Geisterstraßen navigieren und erreichte immerhin 25.000 Verkäufe.
Was erwartet uns an Bord?
Zwei Aufgaben dominieren den Alltag in der Kabine: Getränke servieren und Dämonen aufspüren. Die Mischung aus routiniertem Service und übernatürlichem Horrorszenario erinnert an die unterschwellige Bedrohung eines Silent Hill auf 30.000 Fuß.
- Getränkeservice, Routinemäßige Bedienung der Passagiere, wahrscheinlich mit zunehmendem Wahnsinn.
- Dämonen erkennen, Welche Gestalt nehmen die Wesen an? Sind es die Passagiere selbst oder etwas anderes?
- PSX-Ästhetik, Niedrige Auflösung, flimmernde Texturen, Nostalgie pur für Retro-Fans.
Die Passagiere verhalten sich nach vorgegebenen Routinen, die der Spieler durch Beobachtung lernen muss. Entwickler nennen es „Verhaltenserkennung ohne UI-Hilfe“. Eine Demo auf der Steam Next Fest im Juni 2025 zeigte, dass jeder Flug zufällig generierte Dämonenmuster hat, kein Durchgang gleicht dem anderen.
Ein Trend, der zu weit geht?
Die Redaktion von Rock Paper Shotgun sieht den Hype um Horror-Job-Sims kritisch. Nach dem „abscheulichen“ Hellmart und dem Doppelgänger-Chaos von Shift At Midnight sei nun mit Night Plane eine neue Eskalationsstufe erreicht. Ob das Konzept clever oder einfach absurd ist, hängt vom eigenen Humor ab.
Hellmart verkaufte laut Entwickler Gory Games in den ersten drei Monaten über 200.000 Einheiten. Shift At Midnight von Nightlight Interactive erreichte 150.000 Kopien, trotz gemischter Kritiken (Metacritic 68). Beide Spiele profitieren vom wachsenden Interesse an Job-Simulationen im Horror-Gewand, ein Nischenmarkt, der seit 2022 mit The Mortuary Assistant (über 500.000 Verkäufe) an Fahrt gewann.
Atmosphäre statt Action
Statt schneller Schreckmomente setzt Night Plane auf schleichendes Unbehagen. Die klaustrophobische Enge einer Flugzeugkabine und das stumpfe Service-Ritual erzeugen eine seltsame Spannung. Dämonen lauern vielleicht in den Getränken oder in den Augen der Passagiere, das bleibt offen.
Der Soundtrack stammt von Kris Kendall, bekannt für die düstere Untermalung in The Darkest Dungeon. Die Fluggeräusche wurden von echten Aufnahmen einer Boeing 737 modelliert, inklusive Triebwerksdröhnen und Kabinenansagen. Liminal Horizons plant zudem verschiedene Flugzeugtypen, von Kurzstrecken-Airlinern bis zu Frachtmaschinen, mit je eigenen Dämonentypen.
Retro-Look als Stilmittel
Der PSX-Look ist nicht nur Verpackung, sondern Teil des Konzepts. Er erinnert an die Ära von Resident Evil und Silent Hill, als Horror noch mit groben Polygonen auskam. Diese Ästhetik unterstreicht das Unbehagen und gibt dem Spiel einen eigenen Charme.
Night Plane läuft auf der Phantom Engine, einer hauseigenen Engine, die speziell PSX-Emulation betreibt, inklusive Dithering, farbiger Lichtgitter und Texture-Wobble. Entwickler betonen, dass die Auflösung intern auf 320x240 gerendert wird, das Bild wird erst nachträglich hochskaliert. Kein moderner Shader-Filter, sondern echte Polygon-Limits: maximal 1.500 Vertices pro Modell.